Aufsatz 
Galvanische Messungen
Entstehung
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mittlere Klemmſchraube endlich und an die daneben ſtehende freie kommen die Leitungsdrähte eines empfindlichen Galvanoſkops und das Brücken⸗Arangement iſt fertig. In der Brücke, d. h. in dem Galvanoſkop und ſeinen Zuleitungsdrähten iſt kein Strom vorhanden, wenn bei geſchloſſener Kette ſich die beiden zu vergleichenden Widerſtände wie die gleichliegenden Abſchnitte des geſpannten Platindrahtes verhalten. Je genauer wir die Platinſchneide einſtellen und ſomit den Draht einteilen können, deſto genauer fällt die Widerſtandsmeſſung aus. Freilich ſcheitert auch eine allzu weit getriebene Genauig⸗ keit der Einteilung an der begrenzten Empfindlichkeit des Galvanoſkops. Das empfindlichſte unſeres Kabinetts iſt ein Vertikalgalvanoſkop mit 800 Windungen und etwa 33 S. E. Widerſtand. Dies zeigt noch deutlich einen Nadelausſchlag, wenn die Schneide 1 mmi aus der Stellung gebracht wird, bei der in der Brücke der Strom= 0 iſt, während es ſich für Bruchteile eines mm unempfindlich zeigt.

Um die oben beſchriebene Eichung des Rheoſtats noch auf eine zweite Weiſe der Kontrolle zu unterwerfen, oder umgekehrt, um die Richtigkeit der Meſſungen mit dieſer Wheatſtone'ſchen Brücke durch die früher gewonnenen Reſultate zu prüfen, wurde der Rheoſtat als unbekannter Widerſtand eingeſchaltet und mit der S. E. verglichen. Es wurde in aufſteigender Reihe eine verſchiedene An⸗ zahl von Rheoſtatwindungen eingeſchaltet und der Platinkontakt jedesmal ſo lang verſchoben, bis das Galvanoſkop beim Stromſchluß unveränderlich auf 0 ſtehen blieb Dabei läßt man zweckmäßig die Platinſchneide beſtändig auf dem Draht ruhen, ſchaltet aber zwiſchen einen Pol des Daniell⸗Elementes und dem Ende des geſpannten Drahtes eine Unterbrechungsvorrichtung ein, eine Morſetaſte, die ein momentanes Schließen des Stromes geſtattet. Die folgende Tabelle giebt das Reſultat einer Ver⸗ ſuchsreihe. a bedeutet die laufende Nummer, b die Anzahl der eingeſchalteten Rheoſtatwindungen, c die auf der Skala von links nach rechts durch den Platinkontakt abgeſchnittenen mm, d die daraus berechneten Widerſtände des Rheoſtatdrahts in S. E. ausgedrückt, e der Widerſtand einer Windung in S. E.

a b c d e 1 3 334 0,796 0,238

7. 4 295,5 1,030 0,234

3 5 264 1,273 0,243 41 8 239 1,510 0,237 15 7 218 1,752 0,242

6 8 201 1,985 0,233

7 9 186 2,226 0,241

Wir ſehen, die Kolumne e zeigt recht gut übereinſtimmende Reſultate, das Mittel iſt 0,238, die größte Differenz+ 0,005. Runden wir, da die dritte Decimale unſicher iſt, die Zahl auf zwei Decimalen ab, ſo erhalten wir wieder den obigen Wert: eine Rheoſtatwindung= 0,24 f. E. Derſelbe Apparat läßt ſich, wie ſchon erwähnt, bei geeigneter Schaltung als Kompenſator nach Dubois-Reymond zur Meſſung der elektromotoriſchen Kraft benutzen. Da bet dieſer Methode erſt ein Daniell und dann das zu unterſuchende Element mit einem anderen von größerer elektromotoriſcher Kraft kompenſiert werden muß, ſo wurde eine Batterie aus zwei Bunſen⸗Elementen dazu angewandt, ihr poſitiver Pol mit einer Klemme links, der negative mit einer ſolchen rechts, die freie, mit dem Kontaktſtück zuſammenhängende Klemme in der Mitte mit dem Galvanoſkop verbunden; von dieſem führte ein ſich gabelnder Draht zu den negativen Polen des Daniell⸗Elementes und des mit dieſem zu vergleichenden, z. B. eines Leclanché⸗Elementes. Die poſitiven Pole beider waren mit einem Um⸗ ſchalter verbunden, von dem aus ein Draht zu einer Klemme am linken Ende führte, ſodaß hier ſämtliche poſitiven Pole der drei Elemente einmündeten.