Aufsatz 
Galvanische Messungen
Entstehung
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Maß ausgedrückt. Wollen wir ſie, wie üblich, auf ein Daniell beziehen, ſo iſt durch 12,176(vergl. oben Seite 11) zu dividieren.

Dieſe älteſte, Ohm'ſche Methode zur Beſtimmung der elektromotoriſchen Kraft läßt uns aber im Stich, wenn wir es mit nicht konſtanten Elementen zu thun haben und ebenſo ſetzt die Meſſung des Batterie⸗Widerſtandes nach obiger Methode konſtante Elemente voraus. Gerade in der jüngſten Zeit nun werden die alt hergebrachten Elemente von Daniell und Bunſen, von denen erſteres nament⸗ lich der Urtypus eines konſtanten Elementes iſt, mehr und mehr verdrängt durch andere Kombinationen, welche ſich durch hohe elektromotoriſche Kraft auszeichnen, aber oft nichts weniger als konſtant ſind. Hierher gehören die gewöhnlichen Leclanché⸗Elemente, die Leclanché briquette-Elemente, die Braun⸗ ſtein⸗Cylinder⸗Elemente und die Niaudet'ſchen Chorkalk⸗Elemente, die ſämtlich wegen der mangelhaften Depoliſariation der negativen Elektroden ſchon nach kurzem Stromesſchluß an elektromotoriſcher Kraft einbüßen. Da nach einer kurzen Ruhepauſe die Oxydation des ſtörenden Waſſerſtoffs das Element wieder vollſtändig depolariſiert, ſo ſind ſie für Telegraphenlinien mit Arbeitsſtrom ſowie für Haus⸗ telegraphie ſehr gut geeignet und finden eine immer ausgedehntere Anwendung.

Die elektromotoriſche Kraft dieſer Elemente läßt ſich durch ein Verfahren beſtimmen, bei dem nicht die Stromſtärke gemeſſen, ſondern durch eigentümliche Stromverzweigung zwei entgegengeſetzte Ströme durch ein Galvanoſkop geſchickt werden, die ſich gegenſeitig aufheben. Die verſchiedenen auf dieſem Princip beruhenden Methoden faßt man als Rompenſations⸗Methoden zuſammen. Da mir von dieſen das Kompenſationsverfahren nach Dubois-Reymond am zweckentſprechendſten zu ſein ſchien, konſtruierte ich mir einen Apparat, der den koſtſpieligen Kompenſator von Dubois erſetzt und gleich⸗ zeitig als Wheatſtone'ſche Brücke dienen kann. Er iſt folgendermaßen eingerichtet: auf einem 65 cm langen, 10 cm breiten Brette iſt ein 0,3 mm ſtarken Platindraht ausgeſpannt, deſſen Enden an zwei Meſſingplatten befeſtigt ſind. Der Abſtand zwiſchen dieſen Platten oder die wirkſame Draht⸗ länge beträgt genau 600 mm und auf jeder dieſer Platten ſind zwei Klemmſchrauben angebracht, die alſo unter einander in leitender Verbindung ſtehen. Die lange, in mm eingeteilte Metallſchiene, auf welcher ein metalliſches Kontaktſtück ſich hin und her ſchieben läßt, erſetzte ich auf ganz einfache Weiſe: eine ſchwalbenſchwanzförmige Nut läuft durch die ganze Länge des Brettes parallel mit dem Draht; in dieſer iſt ein Klötzchen verſchiebbar, mit welchem, durch ein Scharnier verbunden, ein Meſſingſtück ſich auf und ab bewegen läßt, das in ſeiner tiefſten Lage gerade auf dem Platindraht ruht. Damit dieſer Meſſingkörper nur mit einem genau beſtimmten Punkte den Draht berühre, wurde an ſeiner Unterfläche ein dünner Platindraht angelötet, der rechtwinklig auf dem langen Draht auf⸗ liegend die ſonſt übliche Platinſchneide erſetzt. Auf der anderen Seite des verſchiebbaren Holzklötzchens, dem Platinkontakt gegenüber, iſt ein Index mit Nonius angebracht. Dieſer gleitet beim Verſchieben auf einer 600 mm langen, in mm eingeteilten Stala entlang. Der Nullpunkt des Nonius zeigt alſo an, der wievielſte Teil des geſamten Platindrahtes durch die Platinſchneide abgegrenzt iſt und zwar ſind wir unter Benutzung des Nonius im Stande, den Draht in 6000 Teile einzuteilen.

Beim Gebrauch des Apparates müßte nun ein Leitungsdraht mit der verſchiebbaren Schneide durch eine Klemmſchraube verbunden werden, was bei der Starrheit der Zuführungsdrähte oft un⸗ möglich wäre, jedenfalls nicht ein genaues Einſtellen der Schneide zulaſſen würde. Dem Uebelſtand wurde dadurch abgeholfen, daß in der Mitte der Längsſeite des Brettes eine feſte Klemmſchraube angebracht iſt, von welcher aus ein feiner, biegſamer, ſpiralig aufgewundener Draht nach dem Kon⸗ taktſtück hinläuft. Außerdem befinden ſich neben der letztgenannten Klemmſchraube drei andere, die mit dieſer nicht, wohl aber unter einander durch eine Meſſingplatte leitend verbunden ſind. Eine nur einigermaßen in phyſikaliſch⸗mechaniſchen Arbeiten geübte Hand kann ſich dieſen Apparat leicht ſelbſt herſtellen, der, wenn auch weit davon entfernt, ein Präciſions⸗Inſtrument zu ſein, doch ſehr wohl ein genaues Arbeiten zuläßt..

Sehen wir nun zu, wie ſich derſelbe zunächſt als Wheatſtone'ſche Brücke zu Widerſtands⸗ meſſungen gebrauchen läßt. An je eine der beiderſeits befindlichen Klemmſchrauben wird der Pol eines konſtanten Elementes befeſtigt. Zwiſchen eine der mittleren Klemmſchrauben und einer am linken Drahtende wird der bekannte Widerſtand. d. h. der Rheoſtat, eingeſchaltet, zwiſchen einer ande⸗ ren mittleren und einer am rechten Ende der unbekannte, zu beſtimmeude Widerſtand. An die dritte