Aufsatz 
Galvanische Messungen
Entstehung
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Das Mittel aus den 5 von einander ſehr wenig abweichenden Meſſungen ergiebt als Wider⸗ ſtand einer Windung des Rheoſtaten 0,24 F. G. Wenn der Rheoſtat bei ſeiner Stellung auf O doch einen Widerſtand bietet, ſo rührt dies daher, daß der Draht nie ganz von der Holzwalze auf das Metall gewunden werden kann, es bleiben etwa 60 mm Verbindungsdraht übrig, die in Rech⸗ nung gezogen werden müſſen.

Die Meſſungen mit Winkelmeßapparaten, die keine Präciſions⸗Inſtrumente ſind, ſchließen eine ganze Reihe kleiner Fehlerquellen ein, es wurde daher zur Kontrolle des gewonnenen Reſultats noch nach einer anderen Methode die Eichung des Rheoſtaten vorgenommen, ohne Anwendung der Tangentenbouſſole und ohne Beſtimmung des Widerſtands im galvaniſchen Element. Dieſer kann ſich während der Beobachtung ändern, obige Verſuchsreihe baſiert aber darauf, daß er ſich während der Beobachtung nicht ändert. Die zweite angewandte Methode beruht auf dem Prineip der Subſti⸗ tution: es wird ſoviel unbekannter Widerſtand eingeleitet, bis die ablenkende Wirkung auf die Nadel eines Galvanoſkops dieſelbe iſt, wie bei der vorangegangenen Einſchaltung eines unbekannten Widerſtandes. Als Galvanoſkop diente eine empfindliche Magnetnadel, die über einem horizontalen Teilkreis ſchwebte und von wenig Windungen eines dicken Kupferdrahtes umgeben war. Durch dieſen wurde der Strom eines Daniell geleitet, der gleichzeitig durch eine Siemens⸗Einheit ging, der Stand der abgelenkten Nadel wurde möglichſt genau abgeleſen durch ein Stück untergelegtes Spiegelglas, in welchem ſich das Bild der Nadel mit dieſer ſelbſt decken mußte, konnte das Auge abſolut vertikal über den abzu⸗ leſenden Punkt des Teilkreiſes gebracht werden, dann die S. E. ausgeſchaltet, der neue größere Nadelausſchlag nicht weiter beachtet und ſo lang Rheoſtatdraht eingeſchaltet, bis die Nadel ihre vorige Ruhelage wieder eingenommen hatte. Der eingeſchaltete Rheoſtatdraht hatte jetzt offenbar denſelben Wert in Bezug auf Widerſtand wie die S. E.; es waren 4,25 Windungen. Nun wurde gleich⸗ zeitig mit den 4,25 Windungen die S. E. wieder eingeſchaltet, der Rückgang der Nadel genau feſt⸗ geſtellt, die S. E. wieder ausgeſchaltet und der Rheoſtat ſo lange gedreht, bis derſelbe Stand der Nadel wieder erreicht war; es ergaben ſich 8,36 Windungen gleichwertig mit 2 S. E. und in dem⸗ ſelben Sinn weiter 12,59 Windungen= 3 S. E., 16,70 Windungen= 4 S. E., 20,85 Win⸗ dungen= 5 S. E. und 25,0 Windungen= 6 S. E. Dieſe Verſuchsreihe fiel an zwei ver⸗ ſchiedenen Tagen mit jedesmal friſch angeſetzter Batterie ganz identiſch aus. Das Mittel aus obigen 6 Meſſungen iſt: 4,167 Mindungen des Rheoſtats= 1 F. G. und daraus: eine Mindung des Rheoſtats= 0,24. G. Dieſes Reſultat iſt in vollkummner Uebereinſtimmung mit dem nach der erſten Methode erhaltenen, darf alſo wohl als genau hingeſtellt werden. Aus obigem folgt noch, daß der auf 0 geſtellte Rheoſtat noch 0,08 S. E. Widerſtand bietet.

Mit den beiden geeichten Inſtrumenten, Tangentenbouſſole und Rheoſtat, können wir die wichtigſten galvaniſchen Meſſungen, die in der Praxis vorkommen, ausführen, die des Widerſtandes eines Leiters, des Widerſtandes eines Elements und der elektromotoriſchen Kraft. Wie man den Widerſtand eines Leitungsdrahtes zu meſſen hat, iſt in dem bisherigen enthalten, indem die Eichung des Rheoſtaten ja auf die Aufgabe hinauslief, den unbekannten Widerſtand eines Leiters zu beſtimmen. Ebenſo haben wir bei der Gelegenheit die Methode der Meſſung eines Batterie⸗Widerſtandes kennen gelernt und wir haben nur noch das einfachſte Verfahren bei der Meſſung elektromotoriſcher Kräfte zu beſprechen. Wir ſchalten in den Schließungsdraht des Elementes, deſſen elektromotoriſche Kraft unterſucht werden ſoll, die Tangentenbouſſole ein, leſen den Ablenkungswinkel ab, multiplicieren ihn mit dem Reduktionsfaktor und erhalten die Stromſtärke J in chemiſchen Einheiten; dann fügen wir in denſelben Stromkreis einen beliebigen Widerſtand r vermittelſt des Rheoſtaten hinzu, multiplicieren den neuen kleineren Ablenkungswinkel wieder mit dem Reduktionsfaktor und erhalten die Stromſtärke Ji. Nun verhält ſich J J=.

. 1. w w Pr. Eliminieren wir hieraus w, indem wir zwei Gleichungen für w aufſtellen und die Werte einander gleich ſetzen, ſo erhalten wir e= J J. r, oder wenn wir als eingeſchalteten Widerſtand J J. 1 S. E. gewählt hatten, einfacher e= J J.. Die elektromotoriſche Kraft iſt hier in chemiſchem J J1