Aufsatz 
Aus der Vorgeschichte unseres Kalenders
Entstehung
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Zur Entlaſſungsprüfung für das Winterſemeſter haben ſich 8 Schüler der I. Klaſſe gemeldet und die Zulaſſung erhalten. Die ſchriftliche Prüfung iſt auf den 27. Febr. 3. März, die mündliche auf den 29. März 1882 ſeſtgeſetzt. Über den Verlauf derſelben kann erſt im nächſt⸗ jährigen Programm berichtet werden.

Das Betragen der Schüler iſt, abgeſehen von dem oben erwähnten Falle, auch in dieſem Schuljahr ein zufriedenſtellendes geweſen. Die Schüler der I. und II. Klaſſe waren auch für dieſen Winter zu den Vergnügungen der hieſigen Kaſinogeſellſchaft eingeladen, wofür der verehrlichen Ge⸗ ſellſchaft der ergebenſte Dank der Anſtalt ausgeſprochen wird.

Ein weiteres über die nächſten Schulzwecke hinausreichendes Bildungsmittel hat die Anſtalt dadurch erhalten, daß ſie nunmehr auch in den Beſitz eines Flügels gelangt iſt. Durch öffentliche Vorträge der Lehrer im Winter 1877/78(II. Progr. S. 17) und 1879/80(III. Progr. S. 38), ſo wie durch ein Konzert unſeres früheren Geſanglehrers Herrn Mauck im Mai 1879(III. Progr. S. 36) war ein Fonds zuſammengebracht worden, welcher, durch die Munificenz des verehrlichen hieſigen Gemeinderats ergänzt, die Erwerbung eines ſchönen Inſtruments für unſere Aula ermöglichte. Die Schüler der Anſtalt dürfen dasſelbe, nach eingeholter Erlaubnis des Direktors, zum Üben benutzen.

Die Themata für die größeren ſchriftlichen Arbeiten der Schüler waren folgende:

Deutſche Aufſätze. III. 1. Odyſſeus auf der Inſel der Kyklopen(Klaſſenarbeit). 2. Welche Be⸗ weiſe wahrer Freundichaft geben Damon und Phintias einander? 3. Ankunft des Odyſſeus auf der Inſel Ithaka. 4. Der Ring des Polykrates, eine Erzählung. 5. Kampf Wwiſchen Odyſſeus und dem Bettler Irus (Probearbeit). 6. Paris und ſein Bruder Hektor(Jl. III, 30 ff., 1V, 520 ff). 7. Wodurch ſucht Odyſſeus (Jl. IX, 225 ff.) Achilles zur Wiederaufnahme des Kampfes zu bewegen? 8. Athene als Beſchützerin des Pdöſſeu⸗ in Ilias und Odyſſee. 9. Wodurch hat ſich Themiſtokles um ſeine Vaterſtadt verdient gemacht? 10. Tod des Patroklus. 11. Probearbeit.

1II. 1. An welchen Fehlern iſt das alte Griechenland zu Grunde gegangen? 2. Wodurch geſchieht es im Nibelungenliede, daß Freude zuletzt mit Leide lohnt? 3. Die Verſoͤhnung Philipps von Burgund mit Karl VII. in SchillersJungfrau von Orleans. 4. Worauf beruht der Zwieſpalt zwiſchen dem Kaiſer und den Schweizern in SchillersTell? 5. Inhalt des vierten und fünften Aktes von SchillersTell(Probe⸗ arbeit). 6. Welche Tugenden zeigt der Cid ſeinen Königen gegenüber! 7. Inwieweit hat Goͤthes Götz von Berlichingen in ſeinem Verhalten gegen Kaiſer und Reich Recht und Unrecht? 8. Die Vorfabel von Schillers Maria Stuart. 9. Der Charakter des Königs Philipp in SchillersDon Carlos. 10. Herzog Alba in GöthesEgmont. 11. Probearbeit...

. 1. Die Generäle Wallenſteins, nach Schillers Piccolomini. 2. Durch welche Gründe bewegt die Gräfin Terzky Wallenſtein, zu den Schweden abzufallen? 3. Schilderung der deutſchen Zuſtände im dreißig⸗ jährigen Kriege nach Schillers Wallenſtein. 4. Minna von Barnhelm, eine Charakterſchilderung. 5. Der Charakter des Major von Tellheim in Leſſings Minna von Barnhelm(Abituriententhema und zugleich Probe⸗ arbeit). 6. Die Fabel der Braut von Meſſina. 7. Der Konflikt und ſeine Löſung in Göthes Iphigenie auf Tauris. 8. Der Gedankengang in SchillersSpaziergang. 9. Hermanns Eltern in Göthes Hermann und Dorothea. 10. Probearbeit...

. Naturwiſſenſchaftliche Arbeiten. 4) In der Botanik und Zoologie: III. I. Die Ordnung Rosiflorae. 2. Die Monokotyledonen und die Dikotyledonen. 3. Die Familie Umbelliferae. 4. Die Familie Compositae(Probearbeit). 5. Vergleichung der Skelette der Haustiere. 6. Die nützlichen und ſchädlichen Grillen und Heuſchrecken. 7. Die Einteilung und die ſchädlichſten Arten der Käfer. 8. Probearbeit.

II. 1. Die Familie Cupuliferae. 2. Die Ordnung Glumaceae. 3. Über den Bau und die An⸗ ordnung der Gefäßbündel bei den Dikotyledonen, Koniferen und Monokotyledonen. 4. ber den Bau und die Funktionen der Wurzeln(Probearbeit). 5. Die Ordnungsmerkmale, die Einteilung und die wichtigſten ſchäd⸗ lichen Arten der Schmetterlinge. 6. Der an der Haut und der Haare. 7. Über die Bedeutung des Stoff⸗ wechſels bei Tier und Pflanze. 8. Probearbeit. 4.

I. 1. Die Clanzelung d Hut⸗ und Bauchpilze. 2. Der Roſt und Brand des Getreides(Abi⸗ turiententhema, zugleich Probearbeit). 3. Der Körperbau der Schnecken. 4. Probearbeit.

B) In der Phyſik, Chemie und Mineralogie: III. 1. Drei verſchiedene Methoden der Waſſer⸗ Kafbereitung 2. Die Gewinnung des Stickſtoffs aus der atmoſphäriſchen Luft. 3. Die Reaktionen der Salpeterſäure und der Nitrate. 4. Bildungsweiſen und Anwendung des Ammoniaks(Probearbeit). 5. Das Beharrungsvermögen der Körper. 6. Die Saug⸗ und Druckpumpe. 7. Anwendung der Claſticität der Luft. 8. Probearbeit.

II. 1. a) Wie viel Kaliumchlorat 4 erforderlich, um 24 g Sauerſtoff zu erzeugen? b) Wie viel Hg0 muß erhitzt werden zur Darſtellung von 4 g Sauerſtoff? c) Lavoiſier erwärmte Hg in atmoſphäriſcher Luft und erhielt 45 g HgO, darauf durch ſtärkeres Erhitzen 41,5 g Hg und 3,5 g 0; um wie viel waren die letzten Wägungen falſch, wenn die erſte richtig war? 2. a) Wie viel 1'803 geben 100 g Schwefel beim Verbrennen an der Luft? b) 250 cem eines Brunnenwaſſers heben mit Bariumchlorid 0,466§ Bad.; wie viel Schwefel⸗ ſäure iſt in einem Liter enthalten? c) Wie viel 1 NO werden aus 126 g HNO mit Kupfer erhalten? 3. a) Wie viel g H.O und 807 entſtehen bei der Verbrennung der Menge IHI.S, welche aus 100 g Fes ent⸗ wickelt worden iſt? b) Eine Löſung von Nabr giebt mit mit AgNO, 0,324 g Agßr; wie viel Nabßr enthält

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