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allen ſechs Pflanzen im weſentlichen der gleiche iſt, ſo ſind die Pflanzen alle untereinander verwandt, wenn auch nicht ſo nahe wie Raps, Rübſen und Kohl. Dieſen Grad der Ver⸗ wandtſchaft drückt man dadurch aus, daß man alle ſechs Pflanzen in eine Familie bringt. Dieſelbe heißt die Familie der Cruciferae(Kreuzträger), weil die Kronenblätter ein Kreuz bilden.
Wurzel 104. Blätter: A. geſtielt, eif. oder längl., ungleich buchtig gezähnt, die unterſten faſt leierf.— fiederſp.(90). B. blaugrün, die unterſten geſtielt, leierf.— fiederſp., obere ganzrandig, nach unten ver⸗ ſchmälert, dann wieder verbreitert und mit herzf. Grunde ſtengelumfaſſend(171). C. geſtielt, leierf.— fiederſp., obere eif., gezähnt, mit herzf. Grunde ſtengelumfaſſend, blaugrün, bereift, oberſte ganzrandig. D. untere geſtielt, obere ſitzend, längl., gezähnt. E. Grundblätter(61) verkehrt⸗eif., geſtielt. F. Grundblätter aus herzf. oder eif. Grunde längl., gekerbt, mittlere fiederſp., obere lanzettl., gekerbt⸗geſägt, ſtumpf. ſitzend, oberſte linealiſch.
Vaterland: A und I einheimiſch. B, C wahrſcheinlich Südeuropa. D Küſten Weſteuropa's. F Südoſteuropa.
Anbau und Gebrauch: B und C als Hlfrüchte ihrer Samen, als Knollen⸗ und Wurzelfrüchte wegen ihrer häufig verdickten Stengel(Kohlrübe) und als Futterpflauzen. D als Gemüſepflanze, Knollen⸗ und Wurzelfrucht und als Futterpflanze. F als Gewürzpflanze wegen des in den Grundachſen enthaltenen ſcharfen Ols.
Wichtigſte Varietäten: A: Rieſenraps, Holſteiner Raps, Zwergraps, Neuſeeländer Sommerraps. Br. N. annua Sommerraps; Br N. oleifera Winterraps; Br. N. Napobrassica Kohlrübe, Wruke oder Erdkohlrabi. B: Biewitz, Awehl. Br. R. annua Sommerrübſen; Br. R. oleifera Winterrübſen; Br. R. rapifera Weiße Rübe, Waſſerrübe. C Br. o. acephala vulgaris Blatt⸗ oder Staudenkohl. Br. o. acephala quercifolia Grünkohl. Br. o. gemmifera Roſenkohl. Br. o. sabauda Wirſing⸗ oder Savoyer Kohl. Br. o. capitata Weißkohl, Rotkohl. Br. o. gongylodes Kohlrabi, Oberkohlrabi. Br. o. botrytis Blumenkohl. An dem Blumenkohl ſind die oberen Blätter ſammt den ſehr zahlreichen Blütenſttelen zu einer krauſen, weißen, fleiſchigen Maſſe verdickt, in welcher die zum größten, Teil verkümmerten Blüten verborgen ſind. Eine derartige Mißbildung, bei welcher ſich der Stengel in zahl⸗ reiche Äſte teilt, die mit ihren Seitenrändern verwachſen, nennt man eine Verbänderung(Fasciation). Eine ſolche kommt nicht ſelten bei'm Spargel vor. Mit Sinapis arvensis nahe verwandt iſt S. alba der weiße Senf (Süddeutſchland), welcher der Samen wegen angebaut wird. Andere Verwandte: Raphanus sativus Rettich (Aſien) var. niger Rüberettig, var. Radicula Radieschen.
§ 12.
A. Pisum sativum Die Erbſe O. B. Lens esculenta. Die Linſe O. C. Phaseolus vulgaris. Die weiße Bohne O. D. Vicia sativa. Die Futterwicke O. E. Vicia Faba. Die Sau⸗oder Pferdebohne. O. F. Onobrychis sativa. Die Eſparſette N. G. Ornithopus sativus. Die Serradella O. H. Trifolium pratense. Der Rotklee O O. I. Trifolium repens. Der Weißklee A. K. Medicago sativa. Die Luzerne A.
L. Lupinus luteus. Die Lupine O. Fam. Papilionacbae. L. Kl.
78. Ein zuſammengeſetztes Blatt(62), bei welchem die Blättchen zu beiden Seiten des gemein⸗ ſchaftlichen Blattſtiels eingelenkt ſind, heißt gefiedert. Es iſt unpaarig gefiedert, wenn auf der Spitze des gemeinſchaftlichen Blattſtiels ein Blättchen ſteht, paarig gefiedert, wenn dieſes fehlt.
79. Die Spitze des Blattſtiels trägt bei paarig gefiederten Blättern hänfig anken, ſtielartige Gebilde, welche ſich um fremde Gegenſtände rollen. Da ſie durch Umwandlung aus Blättern entſtanden ſind, ſo heißen ſie Blattranken.
80. Solche Blüten, welche mindeſtens durch zwei Längsſchnitte in ſpiegelbildlich gleiche Hälften zerlegt werden können, heißen vielſeitig⸗ſ ymmetriſch(regelmäßig, actinomorph), ſolche, bei denen dies nur durch einen Längsſchnitt geſchehen kann, heißen zweiſeitig⸗ſymmetriſch (einfach⸗ſymmetriſch, bilateral, zygomorph). Der Längsſchnitt geht in dieſem Falle von oben nach unten durch die Blüte.
81. Die Schmetterlingsblüte iſt eine freikronige(43), zweiſeitig ſymmetriſche, umweibige(28), quirlige(24) Blüte mit folgender Ausbildung: Kelch fünfzählig, oft zweilippig. Von den mit den Kelchblättern abwechſelnden(7) 5 Kronenblättern werden die vorderen von den hinte⸗ ren gedeckt(reitende Knospenlage vergl. 44.). Das hintere, größte heißt die Tahne, die zwei ſeitlichen die Flügel, die zwei vorderen ſind zum Schiffchen verwachſen oder ſeltener) zuſammengelegt. Die 5+ 5 Staubblätter ſind mit ihren Fäden entweder alle zu einer


