Aufsatz 
Das botanische Pensum der Tertia. Anhang: Übersicht der Klassen des Linné'schen Systems
Entstehung
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38.

unter der Erde fortkriechen, um ſich in einiger Entfernung von der Mutterpflanze zu be⸗ wurzelu(A).

61. Die aus der Spitze der Grundachſe(22) entſpringenden Laubblätter bilden eine Plattroſette und heißen Grundblätter. Im Gegenſatz dazu heißen die Blätter des oberirdiſchen Stengels Stengelblätter.

62. Beſitzt die Blattſpreite(25) tiefe Einſchnitte, ſo iſt das Blatt nicht mehr ganz, ſondern verzweigt. Zerfällt das Blatt durch die Teilung in eine Anzahl einzelner Spreiten, welche durch beſondere Stielchen mit dem gemeinſamen Blattſtiel verbunden ſind, ſo heißen dieſe Blättchen und das Blatt wird im Gegenſatz zu dem einfachen ein zuſammengeſetztes Blatt genannt. Stehen die Blättchen nur auf der Spitze des gemeinſamen Blattſtiels, ſo heißt das Blatt gefingert. Die Zahl der Blättchen giebt man durch die Worte drei⸗ zählig, vierzählig u. ſ. w. an.

63. Haare ſind Auswüchſe der Pflanzenhaut.

64. Fragaria und Geum beſitzen ſcheinbar einen doppelten Kelch. Der äußere, der ſogen. Außenkelch iſt dadurch entſtanden, daß die benachbarten Nebenblätter(25) je zweier Kelchblätter miteinander verwachſen. Mitunter bleiben ſie auch getrennt. 3

65. Die Scheinfrucht(33) der Erdbeere wird vom Blütenboden(2) gebildet, deſſen äußerer Teil fleiſchig, ſaftig und rot wird, während der innere Teil ſchwammig beibt(Vergl. 33).

66. Auß nennt man eine einſamige nicht aufſpringende Frucht mit harter Schale(vergl. 49). Die Nüſſe der Erdbeere heißen ihrer Kleinheit wegen Nüßchen. Wurzel 104. Grundachſe 22. Niederblätter 50. Laubblätter: A. Blättchen oval, kerbig⸗

gezähnt. B. Untere Blätter unterbrochen⸗ leierf., gefiedert. Nebenblätter(25) groß, blattartig. Blättchen längl., rhombiſch, ſpitz, grob⸗geſägt. Blüte 28, 49, 58, 80.

Vaterland: einheimiſch. Anban: In den Gärten werden ueiſt andere Arten von Pragaria kultiviert. Unter dieſen iſt F. elatior Zimmeterdbeere einheimiſch. F. grandiflöra Ananaserdbeere und F. chiloënsis ſtammen aus Südamerika, F. virginica Scharlacherdbeere aus Nordamerika.

6 Vergleichung m. d. Pfl. d.§§. 4, 5. § 10.

Aesculus Hippocastanum. Die Roßkaſtanie. 2 Fam. Hippocastanacéae. L. Kl.

67. Blätter, Blüten wie Verzweigungen des Stammes gehen aus Knospen hervor. Sind dieſe die Anlagen zu neuen beblätterten Zweigen, ſo heißen ſie Taubknospen, entwickeln ſie ſich zu einer oder mehreren Blüten, Blütenknospen; gemiſchte Knospen endlich, wenn ſie Laubblätter und Blüten zugleich entwickeln.

68. Die Vegetation unſerer ausdauernden Gewächſe(31) wird im Winter unterbrochen. Im Spätſommer werden bei den Holzgewächſen Winterknospen angelegt, welche gegen die Kälte meiſt durch Knospenſchuppen oder Knospendecken geſchützt ſind. Dieſe ſind zuweilen mit einer Harzſchicht überzogen. Da die Knospenſchuppen blattartige Form haben und unter⸗

halb der Laubblätter ſtehen, ſo gehören ſie zu den Niederblättern(50). Im Frühling

ſchwellen die Knospen an, die Knospenſchuppen öffnen ſich, die unentwickelten Stengelglieder ſtrecken ſich und die Knospe wird dadurch zum SFproß.

69. Nabelſtrang oder Knospentrüger(funicluus) heißt das kleine Stielchen, durch welches die

Samenknospe(5) an der Samenleiſte(47) befeſtigt iſt. Die Stelle, an welcher der Same

mit dem Knospenträger in Verbindung ſtand, heißt der Nabelfleck.

Blätter 62. Blättchen keilf., verkehrt⸗eif., kurz zugeſpitzt, gezähnelt. Plattſtellung 106. Blütenſtand 130.

Blüte: 10, 11, 24, 28, 58, 80. Frucht 20. 59, 126, 152. Vaterland: Nördliches Indien. 1575 zuerſt in

Wien, von da nach Deutſchland eingeführt.