Aufsatz 
Das botanische Pensum der Tertia. Anhang: Übersicht der Klassen des Linné'schen Systems
Entstehung
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A. Pirus Malus. Der Apfelbaum. B. Pirus communis. Der Birnbaum. h Fam. Pomacéae. Ord. Rosiflorae. L. Kl.

31. Eine Pflanze blüht entweder nur einmal, wenn ſie auch mehrere Jahre lebt und heißt dann Krant, oder ſie blüht mehrere Male und heißt dann ausdauernd oder perennie⸗ rend. Stirbt im zweiten Falle der oberirdiſche Teil während des Winters ab, ſo heißt ſie Stande N, überdauert der oberirdiſche, dann holzige Teil den Winter, ſo heißt ſie ein Halzgewüchs f. Teilt ſich bei einem ſolchen der Stamm gleich über der Wurzel, ſo wird es Strautch, teilt er ſich erſt in größerer Höhe, ſo wird es Baum genannt.

32. Bei einer umweibigen Blüte(28) kann der unterſtändige Fruchtknoten(11) mit der Innen⸗ wand des hohlen Blütenbodens verwachſen.

33. Als Frucht bezeichnet man ansſchließlich den gereiften Fruchtknoten mit den Samen. Die Fruchtknotenwand wird zur Truchthülle oder Fruchtſchale(pericarpium). Alle frucht⸗ ähnlichen Gebilde, an deren Bildung nicht nur der Fruchtknoten, ſondern noch andere Blüten⸗ teile teilnehmen, heißen Scheinfrüchte.

Zu den Scheinfrüchten gehört der Apfel und die Birne, bei denen die äußere, fleiſchige Maſſe von dem Achſenteil der umweibigen Blüte, dem Blütenboden(28) gebildet wird, der bei der Reife noch die Kelchblätter trägt. Die eigentliche Frucht iſt as Kernhaus oder Herz(öſtrahlig).

Murzel: Pfahlwurzel 104. Blätter: A. eif., kerbig, kleingeſägt. B. rundl. oder eif., kurz zugeſpitzt, kleingeſägt. Blütenſtand 13. Plüte 24, 43, 80, 83.

Alle verſchiedenen Apfel⸗ und Birnenſorten ſind ſämmtlich durch Kultur entſtandene Formen derſelben Art. Die erſteren ſtammen von dem ſogen. Holzapfel ab, deſſen Vaterland vielleicht Aſien iſt. Der Birnbaum iſt auf den ſüdlichen Halbinſeln Europa's einheimiſch. Man findet Holzäpfel und Holz⸗ oder Knödelbirnen in unſeren Wäldern. Ausgeſäete Kerne beider Bäume geben meiſt Wildlinge, die durch Pfropfen oder durch Kopulieren ver⸗ edelt werden müſſen. Letzteres beſteht darin, daß man im Frühling ein Reis(Edelreis) mit etwa 3 Knoſpen (Augen) durch einen etwa 23 em langen ſchrägen Schnitt abſchneidet, an einem gleichſtarken Zweige des Wildlings den oberen Teil durch einen gleichen Schnitt entfernt und ſtatt ſeiner das Edelreis aufſetzt. Das Pfropfen(bei äl⸗ teren Bäumen angewandt) beſteht darin, daß man eine glatte, wagerechte Schnittfläche des Wildlings durch einen ge⸗ nau halbierenden Längsſchnitt ſpaltet, das Pfropfreis(mit 3 Augen) von beiden Seiten keilförmig einſchneidet und es in den Spalt einfügt(Pfropfen auf den Spalt). Bei ganz jungen Bäumchen wird der Wildling keilförmig zuge⸗ ſchnitten, das Pfropfreis geſpalten und auf erſteren aufgeſetzt(Pfropfen auf den Sattel). In allen Fällen muß Rinde auf Rinde, Holz auf Holz ſtoßen und die Schnittſtelle mit Leinwand oder Baſt umwickelt und mit Baumwachs über⸗ zogen werden.

Verwandte Pflanzen: Pirus Aria Mehlbeerbaum(Mitteldeuſchland). P. aucuparla Ebereſche oder Vogelbeerbaum(einheimiſch). Cydonia vulgaris Quitte(Orient). Mespllus germanica Miſpel(Mitteldeuſchland).

Vergleichung! Gattung Pirus.

§ 6. A. Ribes Grossularia. Die Stachelbeere. B. Ribes rubrum. Die Johannisbeere. C. Ribes nigrum. Die ſchwarze Johannisbeere oder Aalbeere. h Fam. Grossulariacéae. L. Kl.

34. Die Berippung der Blätter iſt parellnervig(1) oder netzförmig. Im letzte⸗ ren Falle iſt ſtets ein Hauptneru oder eine Mlittelrippe deutlich unterſcheidbar.

35. Spitze verholzte Auswüchſe der Haut oder der Rinde heißen Stacheln. Sie gehören zu den Haargebilden.

36. In dem Blütenſtande(12) von B und C entwickelt die Hauptachſe unter ihrer Spitze Nebenachſen(1. Ordn.). Sie iſt daher verlängert(vergl. 13). Die Nebenachſen ſind ebenfalls verlängert(13). Der Blütenſtand heißt Traube.

37. Als Yochblätter werden diejenigen Blätter bezeichnet, welche oberhalb der großen grünen Blätter, der Laubblätter bis zur Blüte ſtehen. Sie ſind meiſt einfacher geſtaltet als dieſe, können ſich aber auch laubartig entwickeln(ſ. Anemone§ 3).