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27. Manche Achſengebilde werden zu Dornen, indem ſie ſich in ſpitze harte Körper umwandeln. Häufig tritt dies an Zweigen ein, die vorher Blätter erzeugt haben(A).(Auch Blätter können ſich in Dornen umwandeln. Man unterſcheidet daher Zweig⸗ und Blattdornen).
28. Der Fruchtknoten iſt bei Prunus unterſtändig wie bei Crocus(11). Während jedoch bei letzterer Pflanze die Blütenhülle ſcheinbar auf dem Fruchtknoten ſelbſt ſteht(oberweibige Ein⸗ fügung), ſtehen bei Prunus die Kronenblätter und Staubblätter ſcheinbar auf dem Rande des Kelches. Die Blüte heißt daher kelchblütig(calyciflor) im Gegenſatz zu den bodenblütigen(thalamifloren) Blüten, bei denen ſämmtliche Blütenteile deutlich dem Blütenboden(2) eingefügt ſind. Bei den kelchblütigen Blüten iſt die Einfügung um⸗ weibig(Insertion perigyn).
29. Eine Frucht, bei welcher der äußere Theil der Fruchtknotenwand fleiſchig, der innere holzig und ſteinhart wird, heißt eine Fteinfrucht.
Vergleichung von Prunus spinosa, P. domestica, P. avium und P. Cerasus.
1) Gemeinſame Merkmale.
Holzgewächſe(31). Blätter geſtielt, länglich, gezähnt mit Nebenblättern. Blüten geſtielt. Blüten kelch⸗ blütig, Einfügung umweibig, mit fünfblätterigem Kelch und ebenſolcher, abwechſelnder, weißgefärbter Krone. Staub⸗ blätter zahlreich in drei Kreiſen. 1 unterſtändiger, freiſtehender Fruchtknoten, 1 Griffel. Narbe ungeteilt. Frucht eine Steinfrucht mit 1 Samen. Steinſchale glatt oder gefurcht.
2) Unterſcheidende Merkmale.
Prunus spinosa. Prunus domestica. Prunus avium. Prunus Cerasus. Strauch(31) Baum(31) dornäſtig ohne Dornen Blätter längl.⸗elliptiſch, ge⸗ Blätter elliptiſch, kerbig⸗ge⸗ Blätter verkehrt⸗eif., zuge⸗ Blätter oval, zugeſpitzt, dop⸗ ſägt, eben. ſägt, eben. ſpitzt, doppelt⸗kerbig⸗geſägt, pelt geſägt⸗gekerbt, eben. etwas runzelig. Blätter zuletzt kahl. Blätter unterſeits behaart. Blätter kahl. Die Blätter entwickeln ſich meiſt ſpäter als die Blüten. Die Blätter entwickeln ſich mit den Blüten. Blattſtiel ohne Drüſen. Blattſtiel an der Spitze mit Blattſtiel ohne Drüſen. 2 Drüſen. Blüten einzeln oder zu zweien. Blüten in 2⸗ bis mehrblütigen Dolden. Blütenſtiele kahl. Blütenſtiele weichhaarig. Blütenſtiele kahl. Steinfrucht kugelig. Steinfrucht länglich. 4 Steinfrucht kugelig. Steinfrucht bläulich. Steinfrucht blauſchwarl. Steinfrucht ſchwarzrot oder hellrot. Steinfrucht bereift. Steinfrucht unbereift. Steinfrucht herb und ſauer. Steinfrucht ſüß. Steinfrucht ſauer.
30. Alle vier Pflanzen des§ ſtimmen in zahlreichen Merkmalen überein, die um ſo wichtiger ſind, als ſie ſich auf die Blüte und Frucht beziehen. Die Pflanzen ſind miteinander nahe verwandt. Der Grad ihrer Verwandtſchaft wird dadurch ausgedrückt, daß man ſie in eine Gattung(genus) ſtellt. Da ſie jedoch auch mehrere Verſchiedenheiten zeigen, ſo unter⸗ ſcheidet man ſie innerhalb der Gattung als verſchiedene Arten(species). Zu einer Art rechnet man alle diejenigen Individuen, welche untereinander ſo übereinſtimmen, als ob ſie die unmittelbaren Nachkommen eines Individuums wären. Es können jedoch bei der Fort⸗ pflanzung neue Eigenſchaften auftreten; die mit dieſen ausgeſtatteten Individuen werden dann als Varietäten oder Spielarten(Raſſen) der Art untergeordnet. Die Varietäten können durch Pflege in ihren Eigenſchaften als Kulturfurmen erhalten werden.
Jede Pflanze hat einen Gattungsnamen(hier Prunus), der voran ſteht und immer groß geſchrieben wird. Der Artname ſteht dahinter und wird meiſt klein geſchrieben. Varietäten werden mitunter durch einen beſonderen, hinter dem der Art ſtehenden Namen bezeichnet.
Vaterland: A einheimiſch, B und D Vorderaſien, C Südeuropa; wurde aber durch aſiatiſche Pfropf⸗
reiſer(§ 5) veredelt. Von C, D und E werden mehrere Varietäten gezogen. Verwandte Pflanzen: Prunus insiticla. var. syriäca Mirabelle, var. itallca Reine Claude. P. Armenidca Aprikoſe(Kaukaſien). Persica vulgaris Pfirſich(Kaukaſien). Amygdälus communis Mandelbaum(Südeuropa).


