Aufsatz 
Das botanische Pensum der Tertia. Anhang: Übersicht der Klassen des Linné'schen Systems
Entstehung
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Vorbemerkung.

An den höheren Pflanzen kann man viererlei Arten von Gliedern unterſcheiden: Achſenge⸗ bilde, Wurzelgebilde, Blattgebilde und Haargebilde. Zu den Achſengebilden gehört der Stamm oder Ftengel mit ſeinen Aeſten und Zweigen. An einer verzweigten Pflanze unterſcheidet man die

auptachſe und die Nebenachſen Ir, 2r, 3r u. ſ. w. Ordnung. Sie bilden in ihrer Geſammtheit

as Achſenſyſtem der Pflanze. Nur der Stengel, nie aber die Wurzel trägt Blätter. 8 1.

A. Tulipa Gesneriana. Die Tulpe. B. Crocus vernus. Der Krokus. 2 Fam. Liliacéae. L. Kl. 2 Fam. Iridacéae L. Kl. Ordn. Liliiflörae.

1. Die Plätter der Pflanzen ſind außerordentlich verſchieden geſtaltee. Ihrem Amriß nach ſind die der Tulpe länglich⸗lanzettlich, die des Krokus linealiſch, ihrem Rande nach bei beiden Pflanzen ganzrandig, ihrer Neruatur nach parallel⸗ nervig.

2. Die Blüte ſchließt eine Achſe, den Blütenſtiel ab. Der Gipfel deſſelben heißt der Blüten- bodeu(thalämus.)

3. An einer Blüte unterſcheidet man der Reihe nach von außen nach innen(unten nach oben) die Blütenhülle(perianthium)(3+ 3 gleich gefärbte und geſtaltete Blätter), die Staubbläütter(stamma) oder Staubgefäße(A. 3+ 3, B. 3) und den Stempel(pistillum).

4. Ein vollſtändiges Staubblatt beſteht aus dem gtaubfaden(filamentum)(= Blattſtiel 25. 93.) und dem Staubbeutel(anthera)(=Blattſpreite. 25. 93.) Letzterer beſteht aus zwei Hälften, welche durch eine Verlängerung des Fadens, das Mittelband(connectivum) (=yMittelrippe 34, 93) zuſammengehalten werden und je zwei Gtaubbeutelfücher enthalten. In dieſen bildet ſich der Blütenſtaub(pollen), welcher dadurch frei wird, daß die Fächer ſich durch Aufſpringen öffnen. Die Geſammtheit der Staubblätter einer Blüte heißt ihre Staubblattgeſellſchaft(andröcsum.)

5. Der vollſtändige Stempel beſteht aus dem Truchtknoten(ovarium), dem Griffel(stylus) und der Narbe(stigma). Letztere iſt klebrig. Der Fruchtknoten enthält in ſeiner Höhlung die Samenknospen(ovula), die ſpäteren Sumen.

Bei Tulipa fehlt der Griffel. Die Narbe heißt deshalb ſitzend. Sie iſt dreilappig und der Frucht⸗ knoten iſt durch Längswände in drei Fächer geteilt.

6. Eine Frucht mit keimfähigen Samen wird nur dann gebildet, wenn der Blütenſtaub auf die Narbe gelangt. Dieſen Vorgang nennt man die Beſtänbung. Die Einwirkung des Blüten⸗ ſtaubes auf die Samenknospen heißt Befruchtung. Die Staubblätter ſind die männ⸗ lichen, die Stempel die weiblichen Teile der Blüte.

7. Die Blütenteile ſind(bei den Pflanzen des§) ſo angeordnet, daß immer je drei in gleicher Höhe, alſo in einem Kreiſe(Cyklus) oder Quirl auf dem Blütenboden ſtehen. Bei der Tulpe ſind 5 ſolcher Kreiſe vorhanden und zwar ſteht immer ein Glied des höheren(inneren)