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Dahinein ſpielt mit Schraders Annahme, dieſer König habe„nicht durchweg“ Phul geheißen, noch ein drittes Moment, ein Gegenſatz der Benennung nämlich vei verſchiedenen Völkern oder in verſchiedenen Zeiten. Faſſen wir dieſen Gegenſatz ausſchließlich als einen zeitlichen und formuliren wir ihn dahin, daß jener Mann entweder zur Zeit der Tributleiſtung Menahems oder ſpäter Phul oder nicht Phul geheißen habe, und König von Aſſyrien oder nicht König von Aſſyrien geweſen ſei, ſo erhalten wir, indem wir dieſen dritten Gegenſatz mit dem erſten und zweiten combiniren, formal folgende 16 mögliche Arten der Identification:
1 P+ A— P+ A 2 P+ A= P+ non A 3 P+ A= non P+ A 4 P+ A—= non P+ non A 5 P+ non A= P+ A 6 P+ non A= P+ non A 7 P+ non A= non P+ A 8 P+ non A= non P+ non A 9. non P+ A P+ A 10. non P+ A— P+ non A 11. non P+ A= non P+ A 12. non P+ A= non P+ non A 13. non P+ non A= P+ A 14. non P+ non A= P+ non A 15. non P+ non A= non P+ A 16. non P+ non A= non P+ non A
Von dieſen Formeln beſagt z. B. 6, daß der Mann, welchem Menahem Tribut leiſtete, Phul geheißen habe, aber weder damals noch ſpäter König von Aſſyrien geweſen ſei(die Anſicht v. Gutſchmids); Formel 11 umgekehrt, daß jener Mann ein König von Aſſyrien geweſen ſei, aber we⸗ der damals noch auch ſpäter Phul geheißen habe(die Anſicht Schraders). Dem Wortlaut der Bibel, wonach der Mann Phul hieß und König von Aſſyrien war, entfprechen in beiden Punkten nur die Formeln 1—4, gegen welche aber die Monumente ſtreiten; die Formeln 13—16 widerſprechen der Bibel in beiden Punkten. Mit den Formeln 8, 10 und 12 iſt auch nichts anzufangen. Bleibt noch Formel 7, welche beſagt:„Der Mann, welchem Menahem Tribut zahlte, hieß Phul, war aber da⸗ mals noch nicht König von Aſſyrien; ſpäter jedoch wurde er dies und nahm damit einen anderen Namen an.“ Es leuchtet ein, daß ſie dem bibliſchen Berichte beſſer entſpricht als 6 und 11, da ſie erklärt, wie Phul, wenn er auch zur Zeit der Tributleiſtung Menahems noch nicht König von Aſſyrien war, doch von einem einige Zeit ſpäter ſchreibenden Chroniſten als ſolcher bezeichnet werden konnte. Wie aber ſteht ſie zu den Monumenten?
Die aſſyriſchen Inſchriften, welche für die Geſchichte Tiglath⸗Pileſars lI. in Betracht kom⸗ men, ſind von dreierlei Art.
1. Die Eponymentafeln, erſt unter der folgenden, 722 mit Sargon beginnenden Dynaſtie verfaßt, darunter eine mit kurzen annaliſtiſchen Beiſchriften(die ſog. Verwaltungsliſte). Sie bilden die unverrückbare Grundlage für die aſſyriſche Chronologie. Nach ihnen war Tiglath⸗Pileſar II. König 745— 727, ſein Vorgänger Aſſur⸗nirar II. 753— 745 und deſſen Vorgänger Aſſur⸗danil III. 771— 753.
2. Zwei ſog. Prunkinſchriften Tiglath⸗Pileſars Il., eine kürzere, in deren 4. Zeile die Worte „vom Beginn meines Königtums“(ul-tu ris sarru’ ti-ja, Schrader Keilinſchr. u. Geſch. S. 106) vorkommen; und eine längere von 86 Zeilen, in deren 5. es heißt:„Vom Beginn meines König⸗ tums bis zu meinem 17. palu“(ul-tu ris sarru-ti-ja a-di XVII pali-ja, Schrader a. a. O. 105). Das Wort palu iſt dunkel: Schrader überſetzt es mit Regierungsjahr, Andere mit Feldzug(v. Gut⸗ ſchmid a. a. O. 28, 29); ich will hier Schrader ſo viel zugeben, daß es Jahr der(kriegeriſchen) Thätigkeit eines Königs oder einer in ähnlicher hoher Stellung befindlichen Perſon bedeute. In Zeile 61 und 62 dieſer Inſchrift nennt Tiglath⸗Pileſar II. unter anderen Fürſten Syriens, welche ihm


