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Die folgende Zeit bietet uns nur noch wenig Material, die Zollanweisungen etc. übergehe ich absichtlich(interessante Namen kommen natürlich genug vor), auch die Be- stätigungen der Rechte und Freiheiten Lahnsteins durch die Kurfürsten, die sich immer wiederholen, halte ich für irrelevant; was die Kriege betrifft, so teilte Lahnstein das Schicksal der übrigen mittelrheinischen Städte, so namentlich im 30jährigen Krieg und in den Raubkriegen Ludwigs XIV. Deshalb nur noch einige Notizen!
1542 hauste die Pest in Oberlahnstein, in dem öfters erwähnten Kopiarium fand ich folgende Bemerkung:„anno 1542 umb trinitatis ist ein gemein sterben der pestilentz zu Lanstein gewest hat gewert uff 3 firtell jars und seindt uff dik jung und alt gestorben und das schlos Lanech bey ander halb mol aus also hat sich der amptman her Johann von Eltz ein gantz jar gen Poparthen gethan bin ich Henrich Gerlach Zollschreiber ach bey im gewest uff 5 wochen und dar noch ettlich Zeitt zu Mentz(laus deo)“. Da die Seuche bis in das Jahr 1543 hinein fortdauerte, so war wohl der Beschluss, dass um 12 Uhr täglich die grosse Glocke in der Pfarrkirche geläutet werden solle, eine Folge der Pest; bemerkenswert ist, dass damals die hiesige Kirche schon im Besitze einer Turmuhr war.
Im 30 jährigen Krieg wurde Lahnstein von den Spaniern besetzt, von 1632— 1635 war es in der Gewalt der Schweden. Aus dieser Zeit ist ein interessanter Erlass des schwedischen Kanzlers Axel Oxenstierna erhalten(im Besitz des Herrn Pfarrer Bonn— Nie- dererbach), derselbe lautet:
Der Konigl. Myt und Reiche Schweden Rhate, Cantzler, gevolmächtigter Legat durch Teutschlandt undt Bey den Arméen Axell Ochsenstiern, Freiherr zu Kmicho(?), Herr zu Pisolmen(?) und Tydoen, Ritter.
Demnah Jhro Excls von den Unterthanen dess ampts Lohnstein undt Rennss under: andern clagent fürgebracht worden, wassmassen von Obristen Lieutenant Kohlerss Officirers allerhandt Rewe geldt(undt andr.) Exactiones gegen Sie vorgenommen würden: Alsso ist dersselben Ordre undt ernster Befehl hiemit, dass sich der Herr Obrist Lieutenant mit der ertheilten ordonnantz und assignirten Lohnungen begnügen undt seine underhabenden Officirers undt Soldaten inhibiren undt befehlen solle, sich hinfüro dergleichen exactionen zu enthalten undt nit anlass zu ferneren clagen zu geben, Uhrkundlich Ihro Excellentz eigenhändigen subscription undt uffgedruchtem secret bekräfftiget.
Maintz den 31 May Ao 1633 Axell Oxenstierna.
Dann hätten sich die Oberlahnsteiner nach dem Rheinischen Antiquar im Dezember 1635 französisch erklärt(2), sodass erst 1636 die Stadt den Kaiserlichen unter Götz in die Hände fiel. Diese hielten sich daselbst bis 1647, wo es noch einmal von den Franzosen besetzt wurde; letztere gaben es an Mainz zurück, hielten sich aber aus, dass ihnen gelegent- lich eines Durchmarsches Oberlahnstein(und Königstein) offen stehen sollten.
Unter Lothar Franz von Schönborn(1695— 1729) wurde der nach dem Rhein gelegene Teil des Schlosses Lahnstein neu aufgebaut; deshalb ist wohl die Annahme richtig, dass die Franzosen 1688/89 auch an diesem Gebäude ihre Wut ausgelassen haben.
Die sogenannten Emser Punktationen 1786 reklamiert J. Wegeler(Lahneck und Oberlahnstein) für Lahnstein, da die Eröffnung des Kongresses am 25. August in dem „Mainzer Haus“ geschah, welches, wie der ganze links von der Lahn gelegene Teil von Ems(Spiess-Ems) in der Gemarkung von Oberlahnstein lag und zu dessen Gemeinde gehörte.
1788 weilte der bekannte Geschichtschreiber Johannes von Müller längere Zeit im Schloss Lahnstein als Gast des Kurfürsten.
1796 war Lahnstein abwechselnd in den Händen der Kaiserlichen(Rotmäntel lagen „daselbst) und der Franzosen; zu bemerken ist, dass zwar die Stadt damals noch vollständig von Ringmauern umschlossen war, dass aber doch schon in der Nähe des nördlichen Thores eine Lücke in der Mauer das Eindringen möglich machte.
Das neue Jahrhundert machte der Mainzer Herrschaft ein Ende, die Stadt kam an Nassau. Kurz vor Ende der nassauischen Herrschaft erlebte Oberlahnstein noch ein wich-


