Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte von Oberlahnstein
Entstehung
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Tag nach Marburg fest, der aber resultatlos blieb; erst 1403 wurden PFriedrich von Hertings- hausen und Kunzmann von Falkenberg bestraft, ausser anderen Strafen verfügte Ruprecht, dass sie vier, resp. zehn Jahre ausserhalb des Reichs verbringen sollten. Bei den Verhand- lungen erklärte Johann, dass er die Ritter nicht habe bestrafen können, weil sie ihre Schlösser von ihm nicht amtsweise, sondern nur als Unterpfand inne hätten. In der von mir zitierten Kopialurkunde aber heisst es nachdrücklich, dass Adolf, der frühere Erzbischof, das Schloss Naumburg(sloss Nuwenburg) dem Friedrich von Hertingshausenin ampts wise verschriben and ingeben hatte. Wenn also schon die Vorgänger Johanns das Schloss amtsweise übergeben hatten, so war die obige Erklärung Johanns eine Unwahrheit. Was aber die hohe Anweisung für Friedrich von Hertingshausen anbetrifft, so fragt das Misstrauen unbedingt, ob jene Summe nicht doch eine Belohnung oder eine Art Schmerzensgeld gewesen sei.

1439 einigten sich die Kurfürsten Diether von Mainz, Jakob von Trier und Diether von Köln zu Oberlahnstein wegen der Wahl Friedrichs III.; die Kurfürsten Priedrich von Sachsen und Friedrich von Brandenburg schlossen sich an.

1443 hatten die Oberlahnsteiner mit Tile von Nassau einen interessanten Prozess, in welchem der Stuhlherr des freien Stuhles der Freigrafschaft zu(t)schen wider die von Lahnstein entschieden hatte. Letztere berufen sich durch ihren Fürsprecher Symon von Guntheim auf einen sogenannten Widerheischungsbrief(d. h. eine Urkunde, durch welche der Erzbischof die Parteien vor sein Gericht berief.) Auf einem zweiten Termin weisen die Lahnsteiner nach, dass ihr Bote den Brief an den Freigrafen abgegeben habe, ehe der Urteilsbrief gegeben worden sei. Die Sache scheint noch Weiterungen gehabt zu haben; denn nach einer Rechnung des Zollschreibers Johannes Hirssfelt vom Jahr 1444 reist der oben erwähnte Symon von Guntheim mitjongher Craft Schencke und dem Fiskalin das suderland an den fryen stul. Dieser und andere Ubergriffe des freien Stuhls mögen wohl bewirkt haben, dass nach einer Kopialurkunde 1447 PFriedrich III. die Unterthanen des Mainzer Erzbischofs von dem westfälischen Gericht eximiert und ihnen die Grafen Reinhart von Hanau und Johann von Nassau alsrichter executoren und beschirmer giebt.

1457 waren die drei geistlichen Kurfürsten wiederum in Oberlahnstein versammelt. um sich wegen der Ubergriffe Kunos von Westerburg zu einigen, die Städte Frankfurt und Köln schlossen sich der Einigung an. Im Jahre 1455 wurde auf dem Königstuhl zu Rhense ein Strafgericht über Johann von Westerburg gehalten, der Kaufleute überfallen hatte. Da ich für die obige Notiz keine sichere Quelle habe, so ist vielleicht eine Verwechselung des Vornamens des Westerburgers möglich.

In dem wegen des Mainzer Erzbistums geführten Kampf Diethers von Isenburg und Adolfs von Nassau standen die Oberlahnsteiner entschieden auf Seiten des ersteren und wussten sich hinter ihren festen Mauern des Feindes zu wehren; Diether hatte seinen Getreuen Philipp von Hohenstein zum Kommandanten von Lahnstein ernannt. Im Oktober 1461 erfolgte ein Doppelangriff: während Adolf von Lahneck aus die Stadt bedrängte, suchte sein Verbündeter Johann von Trier, derselben von Capellen aus zuzusetzen; allein die Bürger schlugen alle Angriffe zurück. Ein zweiter Angriff Johanns von Trier(März 1462) lief ebenso ungünstig ab. die Lahnsteiner trieben ihn nicht nur zurück, sondern fielen, um Rache zu nehmen, in die Trierschen Lande ein. Im selben Jahr noch machte Adolf von Lahneck aus einen vergeblichen Versuch, die Stadt zu gewinnen, die Bürger wankten nicht in ihrer Treue zu Diether. Erst nach dem Fall von Mainz schlossen die Lahnsteiner mit Johann von Trier einen ehrenvollen Neutralitätsvertrag. Johann blieb zunächst im Besitz von Lahneck, das ihm Adolf wahrscheinlich überlassen hat. In dem zwischen Diether und Adolf abge- schlossenen Vergleich behielt ersterer abgesehen von anderen Städten und Schlössern auch Stadt, Zoll und Schloss Lahnstein pfandweise im Besitz. Er hielt sich gern und oft(auch als Kurfürst nach seiner zweiten Wahl) hier auf; später bekam er gegen den vierten Teil des Zolles von Lahnstein auch das Schloss Lahneck, wo das Isenburgische Wappen noch heute an ihn erinnert.