Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte von Oberlahnstein
Entstehung
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zu Lahnstein für Friedrich von Hertingshausen, wonach der Kurfürst Johann II. dem Ritter 4200(ursprünglich 5200) Gulden schuldet und ihm dafür drei grosse Turnosen verschreibt; allerdings wird die Schuld auf Johanns zweiten Vorgänger Adolf II. zurückgeführt, auffallend aber ist die Höhe der Summe, dazu kommen noch andere Gesichtspunkte, weshalb ich diese Urkunde nicht übergehen darf. Dieser Friedrich von Hertingshausen war nämlich haupt- sächlich beteiligt bei der Ermordung des Herzogs Friedrich von Braunschweig, als deren Anstifter Johann von Mainz bezeichnet wurde. Dem nach Lahnstein wegen der Absetzung Wenzels anberaumten Tag war eine Fürstenversammlung zu Frankfurt vorausgegangen, um an Stelle des gewissermassen schon entthronten Wenzel einen andern König zu küren. Der Kurfürst von Sachsen brachte den Herzog Friedrich von Braunschweig, der Kurfürst von Mainz aber den Pfalzgrafen Ruprecht in Vorschlag. Schon vor Schluss der Verhandlungen verliess Friedrich mit seinem Bruder Bernhard, dem Kurfürsten von Sachsen und andern Herren Frankfurt. An 400 Pferde stark zogen sie durch Hessen und waren am 5. Juni in der Nähe von Kleinenglis(unweit Fritzlar) angelangt, als sie plötzlich von einem Haufen Bewaffneter überfallen wurden. An der Spitze derselben standen der junge Graf Heinrich von Waldeck, mainzischer Oberamtmann in den hessischen Besitzungen, und die Ritter Friedrich von Hertingshausen und Kunzmann von Falkenberg, ebenwohl mainzische Diener. Friedrich von Braunschweig, von den übrigen getrennt, wehrte sich tapfer, bis ihn Priedrich von Hertingshausen, unterstützt von Kunzmann von Falkenberg, erstach. Ganz Deutschland bezeichnete den Mainzer Erzbischof als den Anstifter des Mordes trotz des Reinigungseides, den er in die Hände des neuen Königs Ruprecht ablegte. Auch spätere Geschichtschreiber hielten Johann nicht für unschuldig, so namentlich Trithemius, welcher des Mordes gedenkt und hinzufügt: ad cuius(Friderici) tumulum aureis litteris sic scriptum legimus: Regula non ficta nequam Maguntia dicta Germen Pilati nunc denuo vivificati Namque ducem stravit Fridericum qui quasi David Clerum protexit gentemque suam bene rexit. Ein altes Historienbuch enthält folgende Ubersetzung: Ein gewisse Regel dieses ist: Mentz ist ein Schalk voll böser List, Pilatus Art, die hängt ihm an, So nichts, denn Christum kreuzigen kann Den frommen Herzog Friederich Hat Mentz erwürget unredlich, Der doch wie David seine Stadt Braunschweig so wol beschützet hat, Löblich regieret sein Land. etc.

Leider ist auf dem steinernen Kreuz, das zur Erinnerung an den Meuchelmord bei Kleinenglis errichtet wurde, nach Mitteilung des dortigen Ortspfarrers Herrn Eisenberg nichts mehr zu entziffern. Das Braunschweiger Tageblatt vom 23. Dezember 1885, in welchem O. Elster Denkmäler, Denksteine und Erinnerungszeichen an die Herzöge von Braunschweig Wolfen- büttel behandelt, bringt auch nur noch vereinzelte Worte, aus denen nicht viel zu entnehmen ist; jedoch geht aus den Bruchstücken hervor, dass es eine andere Inschrift war als die von Trithemius zitierte. Johannes von Nassau, welchem die Sache sehr ungelegen kommen musste, namentlich wegen der nach Lahnstein berufenen Versammlung, bot alles auf, um eine Sühne herbeizuführen: die drei Mörder mussten ihm bezeugen, dass er an der Geschichte ganz unschuldig sei, er kam sogar persönlich mit Bernhard, des erschlagenen Friedrich Bruder, in Heidelberg zusammen, aber die Verdächtigungen hörten nicht auf. Ganz unfehlbar war der schwache Besuch der Lahnsteiner Versammlung, was bei der Stärke der Partei auffallend sein muss, und ebenso die kühle Haltung der Abgeordneten der Städte eine Folge davon. König Ruprecht, wohl aus Dankbarkeit gegen Johann, setzte den Parteien einen

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