Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte von Oberlahnstein
Entstehung
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geistlichen Kurfürsten an demselben Tag die eigentliche Wahlakte und zugleich ein Schutz- und Trutzbündnis mit dem neugewählten König. Zu dem in Oberlahnstein anberaumten Tage war dercitierte Kaiser Wenzel nicht erschienen, ebensowenig kamen die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen, Böhmen war selbstverständlich nicht vertreten. Die Abge- ordneten der Städte verhielten sich kühl und ablehnend, blieben aber, auf Bitten der Kur- fürsten, in Oberlahnstein. Die vier rheinischen Kurfürsten, an der Spitze der ränkevolle Mainzer Erzbischof Johann von Nassau, mit einer geringen Anzahl von Fürsten und Herren (zu nennen wären vielleicht noch Burggraf Friedrich von Nürnberg, Herzog Stephan von Bayern und der junge Pfalzgraf Johannes) betrachteten sich als die Vertreter des Reichs. Am 20. August morgens um die neunte Stunde setzte sich der Zug in Bewegung, in der Nähe der Wenzelskapelle vollzog sich die Tragödie(fast hätte ich Komödie geschrieben!), wie es heisst:an dem Ryne by Oberlanstyn Trierer Bischthums gen Brubach zugeende uff eyme Stule daselbes zu eyme Richtstule erhaben. Der Platz, wo die Absetzung stattfand, liegt oberhalb Oberlahnstein bei der Liebfrauenkapelle, über deren Alter vielfach gestritten wird. Der vordere Teil des Kirchleins ist jünger, nach der Uberlieferung wurde die Kapelle 1623 vergrössert, über der Thür steht diese Jahreszahl auch zu lesen; der hintere Teil beansprucht ein höheres Alter und ist in einfacher Gotik erbaut. Dass eine Kapelle unserer lieben Frauen 1400 gestanden habe, ist nicht nachzuweisen, in der schon oben itierten Urkunde von 1342 wird eine Vikarie des Liebfrauenaltars erwähnt, dieser gehört aber wohl zur Pfarrkirche. 1482 war nur eine Messe für jeden Freitag in der Kapelle gestiftet, dazu kam 1489 noch eine für jeden Mittwoch, eine Stiftung des Zollschreibers Diether Hube von Kressenbach und seiner Gesellen am Zoll; immerhin kann eine Feldkapelle schon bestanden haben. In einer Urkunde aus dem Jahr 1325, in welcher Eberhard Brenner von Lahnstein seine Güter zu Oberlahnstein dem Kurfürsten Balduin zu Lehen aufträgt, ist zu lesen:acta sunt apud superiorem Lainstein in loco, ubi iudicium fieri consuevit. Sollte damit nicht der Platz an dem grossen Stein bei der Wenzelskapelle bezeichnet sein? Vor mehreren Jahren lebte hier in Oberlahnstein ein sehr alter Bürger, Herr Quirin Müller. der für die Ge- schichte seiner Vaterstadt viel Sinn und Interesse hatte; ihm verdankt die Sammlung des Altertumsvereins die wunderhübsche plastische Darstellung des alten Lahnstein mit Mauern und Türmen. Derselbe berichtet in seinen Aufzeichnungen, die originell und teilweise sehr interessant sind, wörtlich folgendes:Die Marien Kapbelle ober Oberlahnstein stamte vom 1200 Jahre. Etwas aufwärts rechts auf Hiebeln lag ein Wackenartigerstein auf einem Feld nah an der Schosse. Der Johann Reulender Vatter des Mathias sollte den Stein Versenkt haben er soll ein Gewicht haben circa 4000 Zentner, dass daselbst die Au genannt, fur 150 Jahren war die Au eine Insel wo ein Theil unten wo die Hübler Felder an den Weg stossen da vorbei lief die Auer Grundstücke eine Vertiefung dagegen nach dem Rhein eine erhöhung haben. Da sind Ehemals Hecken und Streich darauf gewachsen. Der alte 90 jährige Zimmermeister Nikolaus Schwenzer erzehlt dass er noch wisse dass mitunter Wildnuss war. Da Oberlahnstein nun unter Curmainzischer Herrschaft standen, so hat der Kurfürst den Arm oder Einfluss vom Rhein unterhalb der Schlierbach rechts nach den Hiebelen zu dämpfen lassen von dieser Zeit hat sich die Au mehr und mehr wieder angesetzt. Es geht aus diesen Mitteilungen hervor, dass man der Wenzelskapelle ein sehr hohes Alter(120⁰) zuschätzte, dass in der Nähe ein grosser Stein lag, welcher doch sicher seine Bedeutung hatte, vielleicht auch 1400 benutzt wurde, dass endlich einstmals dieser Platz auf einer Insel lag, wenn auch die Zeit von 150 Jahren arg kurz bemessen ist; denn schon im Jahr 1363 wird in einer Urkunde ein Weingartenuff der auwen erwähnt.

1408 kamen die Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier zusammen und vereinigten sich wider die gewaltthätigen Herren von Reichenstein.

1410 wird das Haus eines Selbstmörders Gobelo als dem Kurfürsten verfallen bezeichnet und dem Kaplan auf Lahneck als Wohnung angewiesen.

Aus dem Jahre 1414 fand ich in einem Kopiarium eine Anweisung auf den Zoll