Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte von Oberlahnstein
Entstehung
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9.

Papst nicht genannt wird): als Beschluss des Kurvereins von Rhense weltbekannt. Was aber in Rhense als Beschluss ausgesprochen wurde, war vorher in Oberlahnstein beraten und beschlossen worden. Es waren sämtliche Kurfürsten anwesend, nur der Böhme Johann, Ludwigs heftiger Gegner, fehlte, statt eines Kurfürsten von der Pfalz beteiligten sich vier Pfalzgrafen, da nicht feststand, wer stimmberechtigt sein sollte. Diese Fürsten verpflichteten sich in Oberlahnstein eidlich zur Verteidigung der Rechte des Reiches, sowie auch ihrer eigenen Rechte. In der Uberschrift dieser Lahnsteiner Urkunde heisst es:in Lostayn civitate domini archiepiscopi Moguntini super flumen Rheni presente domino Ludovico IV. Romanorum imperatore et aliis principibus et baronibus Alamaniae. Da Ludwigs oben erwähnte Urkunde vom 16. Juli von Oberlahnstein datiert, während Heinrich von Mainz am selben Tage zu Rhense einen Passierschein ausstellt, so schliesse ich daraus, dass Ludwig an dem Tage von Rhense nicht teilnahm, sondern in Lahnstein zurückblieb; es wäre sonst auch sicher bei Ausstellung der Urkunde des Kurvereins der Anwesenheit des Königs gedacht worden. Da die Vorbeschlüsse hier stattfanden, so hat bei Erwähnung des Kuryvereins Oberlahnstein dasselbe Recht genannt zu werden, wie Rhense.

Nach dem Tode Ludwigs hatten sich dessen Anhänger, namentlich sein Sohn Ludwig von Brandenburg, der(vom Papst allerdings abgesetzte) Kurfürst Heinrich von Mainz, Ruprecht der Altere von der Pfalz und Herzog Erich von Sachsen Lauenburg, zu Oppen- heim geeinigt, die Krone dem König Eduard von England anzubieten, welcher 1338 gelegent- lich seiner Anwesenheit in Koblenz von Ludwig dem Bayer zum Reichsvikar in den niederen Landen von Köln abwärts ernannt worden war. Gesandte dieser Fürsten kamen am 7. Januar 1348 in Oberlahnstein(in castro Lonstein) mit dem Grafen von Northampton, dem Bevoll- mächtigten Eduards, zusammen und verständigten sich mit diesem, aber an dem Widerstand des englischen Parlaments, wozu nach englischen Schriftstellern noch die Abneigung der Königin kam, scheiterte dieser Plan.

1347 bestätigt Gerlach von Mainz die Grafen Adolf und Johann von Nassau, die er zu Oberlahnsteinin gewalt und gewer sitzen funden, in ihren Rechten, namentlich dass sie oberste Vögte daselbst sein sollten.

1354 verpfändet Gerlach, um das Erzstift von schweren Lasten zu befreien(Ver- pflichtungen gegen Kuno von Falkenstein), dem Kurfürsten Wilhelm von Köln Lahnstein und Lahneck, sowie die Einnahmen von acht Turnosen am Loll.

1374 stand Lahnstein wieder eine Verpfändung bevor, da Erabischof Adolf(damals allerdings noch nicht vom Papst anerkannt) bekundet, dass ihm vom Domhapitel verstattet worden, von des Stiftes Schlössern, Gütern und Gefällen bis zu 20 000 Gulden zu versetzen oder zu veräussern, dass er aber Lahnstein und Lahneck nur an des Stiftes Kapitulare oder Lehensleute versetzen könne. Nach späterer Ubereinkunft 1379 wurde dem Domkapitel für Adolfs Lebzeiten der Besitz von Lahnstein und Lahneck gesichert.

Das 14. Jahrhundert sollte nicht enden, ohne dass sich noch ein bedeutungsvolles Ereignis in Oberlahnstein abspielte: am 20. August 1400 wurde bei der Liebfrauenkapelle (im Volksmund Wenzelskapelle) der Kaiser Wenzel abgesetzt. Es ist hier nicht der Ort, die Gründe dafür und dagegen zu erörtern, jedoch muss jedem Deutschen unwillkürlich der Gedanke aufsteigen:Gott sei Dank, dass die Zeiten vorbei sind, wo sich eine Anzahl von Fürsten erdreisten konnte, einen deutschen Kaiser abzusetzen! In Sage und Geschichte ist vielfach noch der Irrtum zu verzeichnen, dass die Absetzung in Rhense erfolgt sei; nicht wenig trug hierzu das allbeliebte Lied des Koblenzer Sängers Drimborn bei:Was schiert mich Kron' und Kaiserprunk etc. Der Sage und dem Volksglauben kommt es nicht darauf an, Personen aus verschiedenen Zeiten zusammenzurücken oder an Orten sich treffen zu lassen, wo sie niemals waren. So verhandelt der Wenzel der Poesie an dem von Sagen umwobenen Königstuhl zu Rhense seine Krone an Ruprecht, die nüchterne Geschichte aber sagt: Wenzel wurde zu Oberlahnstein abgesetzt, Ruprecht ebendaselbst gewählt, seine Wahl aber in Rhense proklamiert. Nach Oberlahnstein zurückgekehrt, unterzeichneten die drei

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