Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte von Oberlahnstein
Entstehung
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tiges kriegerisches Abenteuer. Die liberalen preussischen Abgeordneten hatten sich auf nassauisches Gebiet zurückgezogen und feierten ein gemütliches Zusammensein im Hötel Lahneck am 23. Juli 1865; jedoch eine von Wiesbaden hierher dirigierte Abteilung Soldaten nahm das Hôtel im Sturm und machte der Freude ein jähes Ende.

Damit wäre ich am Schluss angekommen; es lag in meinem Plan, noch Lahneck und Niederlahnstein, wenn möglich Braubach und Rhense, mitzubehandeln, allein der Stoff ist mir unter der Feder angeschwollen, dass ich die betreffenden Punkte auf später versparen muss.

Mit wenigen Worten nur möchte ich der Baudenkmäler, Bilder und Wappen gedenken, welche mit beredtem Mund der Nachwelt von den verflossenen Zeiten erzählen. Die ganze Befestigung von Oberlahnstein ist noch genau zu verfolgen, wenn schon an manchen Stellen, namentlich durch den Eisenbahnbau, grosse Lücken gerissen sind: ein längliches Rechteck war mit Wall und Mauer geschirmt; von den Türmen hat sich noch eine stattliche Anzahl erhalten, namentlich im Norden derFolterturm, im SüdostenZipps Turm. An demselben befindet sich in gewaltiger Höhe ein Bildwerk, welches einen vor dem Gekreuzigten knieenden Erzbischof darstellt. Fälschlich wird vielfach(so auch bei Lotz Schneider) angenommen, dass der Erzbischof Adolf II. dargestellt sei; mit vieler Mühe gelang es festzustellen, dass die Jahreszahl 1411 ist, der Name des Erzbischofs Johann II. von Nassau(1396 1419), welcher nach der Inschrift das Werk vollendet hat. Begonnen wurde es wohl unter seinem Vorgänger Konrad von Weinsberg(deshalb auch urkundlichWinsperger torn.) Den Südwesten deckte das Schloss Lahnstein, dessen Ver- bindung mit der Stadtbefestigung urkundlich nachzuweisen ist, für das Auge zeigt sich noch die Verbindung deutlich, wenn man in der Höhe eine Linie von dem Türmchen auf dem Eisenbahndamm nach dem südöstlicen Schlossturm zieht. An dem Schloss fällt namentlich das Portal auf, über dem ein als Pechnase dienender Erker vorspringt, geziert mit dem Wappen Konrads von Weinsberg(die Jahreszahl ist von einem späteren Künstler durch Versehen aus 1394 in 1398 verwandelt, Konrad starb schon 1396.) Sonst findet sich öfters das Wappen Bertholds von Henneberg 1484 1504(die Henne auf der Säule, Erinnerung an Colonnal), das von Lothar Franz von Schönborn(1695- 1729), in der Kapelle das Diethers von Isenburg. und in einem Gang das von Anselm Franz von Ingelheim(16791695). Jedem Besucher fällt der gewaltige Hauptturm auf, der uns an die Zeit der spähenden Zöllner erinnert. In der Stadt finden sich noch die Wappen des Trierer Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck(1676 1711), des Mainzer Kurfürsten Diether von Erbach(14341459), in der Kirche das Gerlachs von Nassau(1346 137¹), endlich erinnert uns noch das von Stein'sche Wappen, dass der Reichsfreiherr von Stein anch seine Besitzungen hier gehabt. Ein altertümliches, gotisches Gebäude, der Saal,(einst uff dem sail) heisst noch die von Stein'sche Kellerei. Nicht unerwähnt darf das alte Rathaus bleiben(urkundlich 1543 als neues radshaus bezeichnet), ein gotischer Holzbau mit offenem Bogengang. An der Thür findet sich noch eine alte Normal-Elle, nach der die fremden Kauflfeute sich richten mussten. Von Kirchen und Kapellen ist zunächst die oft erwähnte katholische Pfarrkirche St. Martin zu nennen(die Martinsfeuer lodern noch alljährlich am Vorabend des Patronstages auf.) Dem Portal der Kirche gegenüber ist in der Kirchhofsmauer ein Tympanon vom Portal der ehemaligen Kirche eingefügt, ein fein romanisches Flachrelief: Der thronende Christus hat zu beiden Seiten je zwei Heilige, von denen wohl zwei die Patrone der an den Enden knieenden Stifter sind. An dem alten Pfarrhaus, das abgerissen wurde, um dem stattlichen neuen Rathaus Platz zu machen, befand sich ausser dem