Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte von Oberlahnstein
Entstehung
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Münze: gelegentlich eines bei Mainz 1882 gemachten Münzfundes entdeckte man zwei in Oberlahnstein geprägte Goldgulden Adolfs I. von Mainz( 1379); so findet sich in einer Urkunde von 1411 auchLahnsteiner Währung. Die Kurfürsten kamen oft hier zusammen, die Burgmannen von Lahnstein weisen Namen aus fast allen bekannteren Geschlechtern der Umgegend auf, Fürsten, Grafen und Herren weilten oft in unserer Stadt, um ihre An- weisungen am Zoll zu erheben.

Wenn wir davon absehen, dass in einer öfters citierten Stelle des Moselliedes von Ausonius schon in älterer Zeit Oberlahnstein gesehen wurde,(was doch immerhin einen Beweis für die Annahme des hohen Alters der Stadt geben dürfte, ich selbst kann allerdings nichts auf Lahnstein Bezügliches darin erkennen), so glaube ich doch nicht eine Erwähnung Lahnsteins in einem aus dem 16. Jahrhundert stammenden officium St. Lubentii übergehen zu dürfen. Es wird in demselben die Fahrt des Leichnams des Heiligen von Kobern nach Dietkirchen durch Mosel, Rhein und Lahn geschildert; dort heisst es:

Meritis eximii

Foemina Lubentii

In Lainstein Amania Debilis curatur,

Et vigoris pristini Datione praedii

Doti reformatur.

Ubi fons scaturiens

Nec adhuc deficiens Haec testificatur.

Die Tradition sieht in der erwähnten Quelle den noch jetzt unter dem Eisenbahn- damm bei der Ahler Schleuse sprudelnden Schmalborn(richtiger Schwalborn), und es ist merkwürdig, dass ein Brunnen in Ehrenbreitstein, die sogenannte Bornsquelle, unter dem Namenswalborn urkundlich schon 1327 und 1333 erwähnt wird, während gleichnamige Junker auf Ehrenbreitstein damals Burgmannen waren. Woher kommt die Gleichheit der Namen? Vielleicht bietet einen Anhaltspunkt die durch den Rheinischen Antiquar bekannte romantische Sage vom Junker von Schwalborn, der sein Grab in den Fluten der Lahn fand. Von den vielen anderen interessanten Sagen, welche Lahnstein und Lahneck umweben, möchte ich nur die aus der Zeit der Kreuzzüge stammende Erzählung von der Jungfrau Reginlind erwähnen, die bei einer Hautkrankheit, welche sie sich durch Kranken- pflege zugezogen hatte, in einem Heilborn oberhalb Oberlahnsteins Heilung suchte und fand. Sie legte daselbst ein Siechenhaus(für Leprose) an und stiftete eine Kapelle, welche sie dem heiligen Geist widmete. Trümmer der Kapelle stehen noch, die Heilquelle ist ver- schwunden. Auf letztere dürfte vielleicht die bei MerianTopographia Archiepiscopatuum Mogunt., Trevir. et Colon sich findende Stelle Bezug haben, die(auf Seite 24) über Ober- lahnstein berichtet:Es hat allhie ein Bad, so dem Magen, fürs Blutauswerfen und übrig Schwitzen dienet, wie Johann Göbel in Beschreibung der Bäder am 96. Blatt zu lesen. Es könnte die erwähnte Heilquelle aber auch der in der Nähe des Güterbahnhoſs stehende, jetzt trockene Brunnen sein. Die Lahnsteiner Tradition meldet, die jetzt so berühmte Rhenser Mineralquelle habe ursprünglich rechtsrheinisch gesprudelt, und es ist vielleicht, da in der angezogenen Merianschen Notiz ein Sauerbrunnen in Niederlahnstein erwähnt wird, von dem nichts mehr vorhanden ist, zu der damaligen Zeit eine Regulierung des Rheinstroms vor- genommen worden, die auch eine Veränderung des Laufs der Lahn zur Folge gehabt: damit liesse sich das Verschwinden der beiden Quellen erklären.

So könnte wohl noch manches angeführt werden, was der Boden selbst erzählt und gegeben hat; wenden wir uns zu den schriftlichen Zeugnissen, Urkunden und Notizen, die ich der Einfachheit halber regestenartig aufführe. Um das fortwährende Citieren von Quellen was ja recht gelehrt aussieht, aber den Leser langweilt zu vermeiden, mõchte ich von

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