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spricht französisch. Die Anschauung zeigt dem Schüler, daſs die Sprache der Sache wegen da ist, und wie es ihm zuerst klar geworden ist, daſs der Laut sich zum Buchstaben wie der Kern zur Schale verhält, so geht ihm nun nach und nach eine Ahnung davon auf, dals die aus den Lauten gebildeten Worte und Sätze Schale sind, durch die es gilt, auf den Kern, auf den hinter ihnen stehenden Gedanken zu dringen.„Es bildet sich von vorn herein die wertvolle Gewohnheit, die Lese- und Schriftzeichen eben als Zeichen für eine Sache, für einen Inhalt anzusehen.“*)
Es mag nur kurz angedeutet werden, daſs die grammatischen Grundbegriffe dem Schüler durch die Anschauung sehr leicht klar gemacht werden. Der Unterschied zwischen erster, zweiter und dritter Person wird ihm deutlich, wenn die Personen, die er kennt oder auf dem Bilde sieht, als redend hingestellt oder angeredet werden; Einzahl und Mehrzahl, Bejahung und Verneinung, alles sieht der Schüler vor sich, alles spielt sich vor seinen Augen ab, und die Form erscheint ihm schlieſslich als der ganz natürliche Ausdruck des Gesehenen.
Mit den erwähnten Vorzügen hängt aufs engste der zusammen, daſs der Unterricht von Anfang an in der Hauptsache in der fremden Sprache erteilt werden kann und muls. Die Darbietung und Verarbeitung des Ubungsstoffes, die Fragen des Lehrers, die Antworten und Thätigkeiten der Schüler geben für sich wieder Ubungsstoff ab, das Deutsche wird, wie erwähnt, nur ausnahmsweise herangezogen. Der Schüler darf, soweit es irgend geht, in der Stunde keinen Gegenstand gebrauchen, ohne dalſs er die Bezeichnung in der betreffenden Sprache dafür weiſs oder erfährt; über alles, was er thut, muſs er von vornherein angeleitet werden, sich in der fremden Sprache zu äussern. So kann man z. B. im Französischen, sobald die Schüler anfangen zu schreiben, folgendes Gespräch anstellen, wenn ein Satz an die Tafel geschrieben wird: Queèe fait=il? Il dcrit.— Oui dcrit? N. écrit.— Qu'esl-ce gu'il écriu,? TI
crit une phrase.— Quelle phrase äcritril? II acrit la phrase.....— Avec guoi dcritil la hhrase? Il écrik la phrase avec la crai.— Ouà crit⸗il la phrase? II écrit la Phrase Sur le lableau noir.— Hvec guot dri-on? On] äcril avec la craie, la blumeèe ou le crayon.— Oa
dcriton avec la ßlume? Avec la plume on écrit sur le hapter u. s. W.
Dabei ist es nicht immer môglich und auch nicht nötig, daſs der Schüler die Sätze, die er ausspricht, grammatisch zerlegen kann. Wenn 2z. B. der Anfänger in den ersten fran- zösischen Stunden den Lehrer bittet: Donnez-mot la bawuelle, s'il vous plait, so wird kaum zu verlangen sein, dals er diese Wendung sogleich Wort für Wort übersetzen kann. Was ge- fordert werden muls, ist, daſs dem Schüler die lautlichen Bestandteile dessen, was er sagt, voll- kommen klar zum Bewulstsein kommen, und daſs ihm der Sinn des Gesagten deutlich ist, daſs er also im vorliegenden Falle weiſs, was er sagen muſs, wenn er will, daſs man ihm den Stock reicht.
Es ergiebt sich von selbst, daſs bei einem solchen Unterrichtsgange die schriftlichen Arbeiten der Schüler von Anfang an freie sind, die auf den Aufsatz hinsteuern. Zunächst fassen die Schüler in kleine Einzelsätze, die unter sich ein Ganzes bilden, was sie in der Klasse oder auf dem Bilde sehen. Die Möglichkeit des Ubersetzens tritt überhaupt nicht ein. Die Schüler benennen die Personen oder Gegenstände, zählen sie und geben ihre Eigenschaften an, sagen, wo sie sich befinden, was sie thun oder nicht thun u. s. w.
*) Willmann. a. a. O. S. 7.


