Aufsatz 
Lehrplan für den Unterricht im Französischen am Realgymnasium zu Cassel : in Gemeinschaft mit den Fachlehrern entworfen und dem Königlichen Provinzialschulkollegium eingereicht / von Wilhelm Wittich
Entstehung
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drückt, ganz am Platze, wenn mitmutatio ein Wort vom Schriftsteller gebraucht wird, durch dessen Zusammenstellung mitdetractio undadjectio alle in§ 6 erwähnten Arten umfasst werden.

Die Überlieferung in III, 6, 12:nec in causa Milonis circa primas quaestiones, quae sunt ante pro(h)oemium positae, judicabo conflixisse causam enthält inante prooemium sicher einen Fehler, denn diequaestiones stehen bei Cicero thatsächlich nichtante prooemium. Als Verbesserungsvorschläge führt Halm in seiner Ausgabe folgende an:

juxta(vel: post) prooemium(Regius),

ante in prooemium, i. e. ut faciant prooemium(Badius), tamquam prooemium(Luenemann),

y& οουνοο(Buttmann),

ante pro prooemio(T. Baden).

Halm selbst hält den ganzen Satzquae sunt ante prooemium positae für ein Einschiebsel und klammert ihm als unecht ein.

Die Vermutungen, welche den Sinn in den Relativsatz legen, dass bei Cicero die Fragen die Stelle desprooemium vertreten, scheinen mir sachlich das Richtige zu treffen. Nach Halms Anmerkung vergleicht T. Baden mit unserer Stelle IV, 2, 26:ergo hae quoque quaestiones(ge- meint sind die III, 6, 12 bezeichneten) vim prooemii obtinebant, mit vollem Recht. Desgleichen lassen sich mit unserer Stelle zusammenhalten:

IV, 1, 30 31. Sed ex iis quoque, quae non sunt personarum nec causarum, verum adjuncta personis et causis, duci prooemia solent... Ad causam extra pertinent tempus... locus... habitus, unde pro Milone...(Von demhabitus handelt bei Cicero die erstequaestio, vgl. IV, 2, 25. Hier nennt also Quintilian diequaestiones geradezuprooemium.)

IV, 3, 17. unde Ciceroni quoque in prooemio, cum diceret pro Milone, degredi fuit necesse.

Die angeführten Stellen, besonders IV, 2, 25 26, beweisen, dass die Vermutungjuxta (vel: post) prooemium nicht richtig ist. Mit dem, was Qu. IV, 2, 25 26 ausdrücklich alsquae- stiones bezeichnet, beschäftigt sich Cicero ja von den ersten Worten seiner Rede an.

Einen Grund den ganzen Relativsatz für eingeschoben zu halten sehe ich nicht. Wer einen solchen Zusatz machte, musste doch über jenequaestiones selbst unterrichtet sein und hätte dann wohl, zumal wegen dar bald folgenden Stelle IV, 2, 26, nichtante geschrieben. Es kommt, denk ich, nur darauf an, das sicher falscheante prooemium so zu ändern, dass der durch IV, 2, 26 als richtig nabogelegte Sinn hineinkommt. Was T. Baden vorschlägt,ante pro prooemio, hat Buch- stabenwahrscheinlichkeit für sich; aber daspro pro... traue ich dem Quintilian nicht zu. Ich kenne bei ihm nichts Ahnliches. Mit I, 8, 18persequi quidem, quid quis umquam... kann man es doch wohl nicht verteidigen. Die grösste äusserliche Wahrscheinlichkeit erreicht jedenfalls Buttmanns Vermutung dyrl xροωιυνμ⁴ιο Zur Beurteilung derselben gehört eine Berücksichtigung des Verhaltens unseres Schriftstellers gegenüber den Fremdwörtern, im besonderen gegenüber den griechischen. Die aus anderen Sprachen als der griechischen entlehnten Fremdwörter weist Quintilian zurück; ihre Anwendung gilt ihm rundweg alsbarbarismus(I, 5, 8). Anders steht er den aus dem Griechischen entlehnten Wörtern gegenüber. Er liebt den Klang griechischer Laute sehr(XII, 10, 27 28). Es finden sich bei ihm eine recht grosse Zahl griechischer Wörter, teilweise aurch lateinische Formbildung ein klein wenig nach römischem Schnitt gekleidet, teil. weise ganz im Gewande ihrer Heimat. Unter dieser Menge gibt es aber eine erhebliche Anzahl von Beispielen, wo ein zugesetztesquod Graeci vocant oder dergleichen uns daran hindert, im eigent-

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