Aufsatz 
Anschauliche Darstellung vom Bau und Laub der Holzgewächse / vom ... Karl Völker
Entstehung
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13 öffnet wurde. Der Primas Freiherr Adolph von Dalberg faßte den Entſchluß, dieſe blühende Anſtalt zu einer Univerſität auszubauen. Vom Papſt Clemens XII. wurde die Stiftung der Hochſchule mit vier Fakul⸗ täten durch eine am 1. Juli 1732 vollzogene Bulle bewilligt, und auch vom Kaiſer Karl VI. wurde ſie am 12. März 1733 beſtätigt. Nach gründlichen Beratungen und umfaſſenden Neubauten wurde die Adolphiana am 19. September 1734 feierlich eingeweiht.

Zur Zeit des ſiebenjährigen Krieges wurden die Univerſitätsgebäude von den verſchiedenſten Heeren meiſt für Kriegszwecke benutzt. Nach dem Friedensſchluſſe verſuchte im Jahre 1763 Biſchof Heinrich VIII. von Bibra die Hochſchule wieder zu beleben, jedoch ohne Erfolg. Im Jahre 1804 wurde ſie durch Wilhelm J. von Naſſau⸗Dietz, der durch den Reichsdeputations⸗Hauptſchluß Fürſt von Fulda, Corvey und Dortmund geworden war, aufgehoben. Durch den ſpäteren Großherzog von Frankfurt Karl wvon Dalberg) wurde nach einer höchſten Verordnung vom 1. Februar 1812 die theologiſche Schule zu Fulda als Teil der neuen Univerſität Aſchaffenburg beſtimmt.

Zur Einweihungsfeier der Adolphiana wurden Medaillen in Gold, Silber und Bronce unter die Anweſenden verteilt, die von Johann Chr. Koch, Stempelſchneider in Gotha 17061742, gearbeitet waren.

V: In der Mitte das ſchwach ausgeprägte Univerſitätsgebäude, zur rechten Seite ſteht Apollo mit einem Lorbeerkranz im Haar, in der rechten Hand eine Lyra und zwei Schalmeien tragend, mit der linken auf ein Schild mit dem Reichswappen geſtützt. Auf der linken Seite ſteht eine weibliche Geſtalt, (Minerva), welche ſich mit der rechten Hand auf den Wappenſchild Clemens' XII. ſtützt und im linken Arme einen Globus, Zirkel und ein Winkelmaß hält. Am Boden liegen hier ein Helm und Speer, dort ein Köcher und Bogen. In der Luft ſchwebt Merkur mit dem Dalberg'ſchen Wappen in der linken und dem Schlangenſtabe in der rechten Hand.

Umſchrift: ECCLESLR, PATRLE, IMPERIO,

Im Abſchnitt: SAPIENTIA] DIFICAVIT DOMVNM PRoOv. 9.

R: Inſchrift: ADOLPHIANA]FULDENSIUM] ACADEMIA, cuM PRIVILEGIIS] CLE- MENTIS XII. PONT. MAX. ET CAROII, VI. AUG. AB ADOLPHO, PRINC.] CoN- DITA ET FUNDATA. MDCCXXXIV*x KocHl.](im Bogen).

Größe: 60 mm Durchmeſſer.

2) Rinteln.

Graf Ernſt von Schaumburg(1595 bis 1622) trug ſich ſeit dem Jahre 1611 mit dem Plane der Errichtung eines proteſtantiſchen Generalſtudiums in ſeiner Reſidenz Stadthagen; aber erſt Kurfürſt Friedrich von der Pfalz als Reichsvikar beſtätigte am 19. Juli 1619 und Kaiſer Ferdinand II. am 9. Mai 1620 die Hochſchule, welche zu Rinteln am 27. Juli 1620 feierlich eröffnet wurde. Im Jahre 1630 ging ſie jedoch wieder ein, wurde aber bald nach dem Anfalle der Grafſchaft an Heſſen⸗Kaſſel durch den Landgrafen Wilhelm VI. im Jahre 1653 wiederhergeſtellt. Beim Herannahen des 100 jährigen Jubiläums, das am 17., 18. und 19. Juli 1721 gefeiert wurde, übertrug die Univerſitätmit gnädigſtem Vorbewuſt des Landgrafen Karl das Amt des Rector magnificentissimus dem Enkel desſelben, dem zehnjährigen Prinzen Wilhelm Karl Heinrich Friſo von Oranien. In der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts gelangte ſie zu einer gewiſſen Blüte, aber durch ein Königlich Weſtphäliſches Dekret vom 10. Dezember 1809 wurde ſie vom 1. Mai 1810 an zugleich mit der Hochſchule zu Helmſtedt und andern Inſtituten aufgehoben.

Bei der hundertjährigen Jubelfeier ſind verſchiedene ſilberne(nach einer Verfügung auchgüldne) Medaillen ausgegeben worden, deren Deviſen von den Rinteler Profeſſoren Schmincke und Peſtel ver⸗ faßt ſind.