Aufsatz 
Die Turnhalle der Oberrealschule / von Max Georg Schmidt
Entstehung
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III

Klettertaue hängen. Gegenüber befindet sich das Klettergerüst bestehend aus acht, Kletterstangen von 5 Meter Länge mit zwei eisernen Böcken, Schwellen und geteilten oberen Lagern. Da durch die unausbleiblichen Splitterungen der hölzernen Stangen leicht Hand- und Beinbeschädigungen vorkommen, sind die Stangen aus verzinktem Eisen hergestellt worden. Das gesamte Klettergerüst ist zum Schrägstellen eingerichtet. Diesem Zwecke dienen zwei kräftige Untersatzböcke.

Die Rollreckeinrichtung ist die vollkommenste in ihrer Art. Sie besteht aus fünf kiefernen Säulen, welche mittels Rollen auf einem starken eisernen Träger laufen, der mehrere Meter von den Leitern entfernt an der Decke befestigt ist. Diese Säulen können also be- liebig zur Seite geschoben werden, wenn der ganze Raum der Halle bei Ordnungs- und Frei- übungen benutzt werden soll. Beim Gebrauche werden die Säulen durch eiserne Zugriegel der- artig an ihrem Standort angezogen, dass sie ganz unbeweglich stehen und die Pfosten für 4 Reckeinrichtungen abgeben. An ihrer vorderen Seite ist das Metermaass bis auf 2,50 m Höhe angezeichnet, unten ist ein Aufsteigetritt angebracht, damit auch kleinere Schüler die Stangen höher und tiefer stellen können. Als solche sind 4 holzfournierte Eisenreckstangen ausgewählt, doch wird sich für die Zukunft noch die Anschaffung einer mit Leder fest um- wickelten Stahlreckstange, wie sie sich anderwärts gut bewährt haben, empfehlen. Durch eiserne Bolzen werden die Stangen in den Recksäulen befestigt. Jene sind mit einer kleinen Nase, einem Stift versehen; beim Einstecken schiebt sich die Nase durch eine schlitzartige ffnung des auf die Säule geschraubten Bandeisens. Sobald die Nase nach unten gedreht ist, wird jedes Herausspringen des Bolzens zur Unmöglichkeit.

An den Wänden hängen an starken Krammen die 4 Kokos-Turnmatten sowie eine grosse mit Rosshaarfüllung versehene Ledermatratze. Hier sind auch drei offene Galerieen angebracht, Holzgestelle, in welchen 60 Eisenstäbe, 60 Holzstäbe, 30 Paar leichtere und 30 Paar schwerere Hanteln Aufnahme finden. 40 Paar der neuerdings so rasch beliebt gewordenen Keulen sind in einem Kasten im Turnlehrerzimmer untergebracht. Hier befinden sich auch die 3 Hanteln mit langem Stab von 12,5 kg, 25 kg und 37,5 kg Schwere. Ferner sind 4 Barren angeschafft, und zwar drei hölzerne Barren in verschiedener Grösse zum Hoch- und Tiefstellen und mit einfacher Rollvorrichtung versehen, sowie ein eiserner Barren mit Eschenholmen, welcher nicht nur hoch und niedrig, sondern durch eine sinnreiche Einrichtung auch eng und weit gestellt werden kann. Wegen Schonung des Lino- leumbelags musste zum Transport dieses schweren Barrens seitens schwächerer Knaben eine Rollvorrichtung beschafft werden.

Den Sprungübungen dienen 4 Pferde in drei verschiedenen Grössen mit Bügel- pauschen, Rindslederbezug und Federverstellung, 4 ähnlich gearbeitete Böcke gleichfalls in drei verschiedenen Grössen, 2 Paar für Zettler'sche S pringschnuren eingerichtete Springständer und 6 Sprun gbretter. Für die oberen Klassen insbesondere ist ein Trampolin, d. h. ein Schwungbrettmit elastischen Stahlfedern, besorgt, sowie ein 3 m langes Sturmlaufbrett, welches auf einen starken, verstellbaren Sturmlaufbock aufgeschnallt wird. Für das Stabspringen im Freien sind 15 Stück kieferner S pringstäbe von 3 m Länge sowie ein ebenso langer Springstab aus Mannesmannrohr angeschafft. Die Spielgerät- schaften, nämlich Schleuderbälle mit Schlaufen, Fussbälle, Thore und Fähnchen zum Fussball-