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Charmid. S. 93— 167 A& B) wol ſchon das Rechte gefühlt(obwol nicht die eigent⸗ liche, von Ihnen nun nachgewieſene Quelle desſelben gezeigt), wenn er bemerkt: His si conferas illa Epist. VII, p. 340, A.. et de Rep. IX, p. 583, A, prover- bium hoc usurpasse apparet pro simplici 10 lrov, ut nostro sermone explanem: Zum dritten Male, da aller guten Dinge drei sind.— Ohne ſonſti⸗ gen Zuſatz ſcheint nämlich das G1 ſkbei 10110„ eben nur den Urſprung der Redens⸗ art angezeigt zu haben, welche Sie nun nachgewieſen haben, nämlich von der gewöhn⸗ lichen Sitte, das Sympoſion zu beſchließen(mit dem beßten Wein), und war alſo, ohne Zuſatz, 40,. zu verſtehen.
2) Aber an unſerer höchſt ernſten und, ſo zu ſagen, hochheiligen Stelle der Republik konnte und wollte Plato dieſes 0111l0% qIõicht Gιό ⁰ο8 verſtanden haben, da es hier gilt, dem allerwichtigſten und ſo lange erſehnten Ziele des ganzen umfaſſenden Werkes zuzueilen und die unvergleichliche Hoheit und Majeſtät ſeiner Moral, ja ſeiner ganzen (bloß und überall das Moraliſche bezweckenden) Philoſophie im reinſten Lichte zu zeigen, wie denn dieſes feierlichen Ernſtes wegen der in den erſten Büchern des Werkes reichlich fließende Sokratiſche Humor in den letzteren ganz aufhört. Hier wollte er das in Folge des vorhergehenden 1010„ ſonſt immer Gηηι60 ä aufgefaſſ'te dνο olym⸗ piſch(ritu olympicorum) begriffen und, da es nach Ihrer Bemerkung auch eine all⸗ gemeine Vorſtellung des olympiſchen orne gab, bei dem dritten und beßten Siege ſeiner(am Anfange des Werkes in Folge der Einreden nicht nur des gottloſen Thraſymachus, ſondern auch der Vertreter der ordentlichen Leute und Tugendfreunde— Glauko und Adimantus— ſehr mißlich ſtehenden) Sache die nach glorreich vollen⸗ detem Kampfe(ritu victorum olympicorum) ſchuldige Opferſpende nicht dem vom Sympoſion mit guter Haut und auf guten Beinen nach Hauſe rettenden, ſondern dem von einem hochwichtigen Lebenskampfe ſo ſiegreich rettenden olympiſchen Zeus darbringen, ihm, welcher jedem frevelreinen und gerecht ſtreitenden, wenn auch (angeblich) ſchwachen Kämpfer den Sieg verleiht!
In dieſer Auffaſſung erhalten, wie ich glaube, dieſe von Ihnen beanſtandeten Zu⸗ ſätze(hiernach keineswegs, wie Schneider meint, ab reliquis separanda et recor- dationis causa proverbio 10 1⁰τGG ²2¶ oχά ew³⁰ο Gadjecta*) wol einen Sinn und ſogar wichtige Bedeutung, welche ganz unbeſchadet des Ganzen gar nicht abweſend ſein dürfte, wie man denn auch, wie Sie bemerken, gar keinen Grund zu ſolcher Gloſſe
*) Uebrigens ſtimme ich zu der Bemerkung Schneiders:„Ficinus non male post Jovi addidit tribuens „quamquam non minus semet ipsum Socrates et philosophum quam Glauconem tribuere hoc et „consecrare Jovi utrique jubet.“


