Aufsatz 
Verteidigung der Vulgata in Platonis Rep. IX, cap. 9 / von Wilhelm Weigand
Entstehung
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metaphoriſche, iſt, durch ein anderes Beiſpiel nachgewieſen wünſchen. An der gramma⸗ tiſchen Form, von der allein der von Ihnen angeführte Thomas Magiſter ſpricht, nahm

und nehme ich keinen Anſtoß. Ferner wenn es mit 041ℳ1½06 ſeine Richtigkeit den⸗ noch haben ſollte, ſo wird der Pleonasmus, der durch das folgende O1uεα, das ja wiederum dieſelbe Beziehung ausſpricht, entſteht, ſehr auffallend, und man fragt ſich vergebens, warum Platon ſeine Rede ohne Grund ſo überladen habe. Ouluενrte kann

natürlich nicht fehlen, aber man würde nach Ihrer Auffaſſung des Sinnes O7ul‿ε‿ιε nicht vermiſſen: ja, da es bei 10 10 zunächſt ſteht, möchte man eine Beziehung darauf erwarten, die doch nicht vorhanden iſt. Sonach kann ich O4uναιαƷ doch nicht ohne einigen Verdacht betrachten, der noch durch den Umſtand erhöht wird, daß, was mir damals nicht gegenwärtig war, für die mögliche Entſtehung einer ſolchen Gloſſe(er⸗ ſchrecken Sie nicht, wenn ich demnach auf eine ſolche Annahme zurückkomme) ein Grund angegeben werden kann, den ich erſt Ihrer Erklärung ſelbſt verdanke, nämlich daß zu dieſer Stelle, in welcher vom Siegen, und zwar dem olympiſchen Siegen die Rede (vielleicht zu vevεενκα⁴ε) ein gelehrter Librarius ſein OAuεμασo an den Rand beige⸗ ſchrieben, und dieſes an einer ungeeigneten Stelle in den Text gekommen ſei.

Doch genug mit dieſen Bedenklichkeiten, deren ich mich für jetzt nicht erwehren kann, die aber, mit friſchen Augen ein andermal betrachtet, vielleicht wichtig erſcheinen: denn ſolche Stellen wollen zu wiederholtenmalen und von vielen Seiten betrachtet ſein. Vielleicht fanden Sie auch eine freie Stunde, die Sache einer nochmaligen Prüfung zu unterwerfen.. Unterz. F. O.

1 Schluß.

Ich bin bis jetzt nicht im Stande, durch beſtimmte Parallel⸗Stellen die vorſtehenden Einwürfe zu entkräftigen. Um erſtlich die eigene, von mir dem O4uuαιμιαανς vindieirte, Bedeutung zu erhärten, kann ich mich nur auf die allgemein bekannte Thatſache berufen, welche Ruhnken in ſeiner Vorrede zu Timaei Sophistae Lexicon vocum Platoni- carum mit den Worten Quintiliau's andeutet: Multum supra prosam oralionem surgit(Plato). Gravitatem vero, ſetzt R. hinzu, et tanquam auctoritatem serip- tis suis conciliavit verbis antiquis et a vulgi familiurilale seiunclis. Was ſodann den erwähnten Pleonasmus anlangt, ſo kann ich vorderhand nur wiederholt auf die Erläuterungen verweiſen, welche ich bei der Verdeutſchung der Stelle den beiden Wör⸗ tern in parenthesi beigefügt habe. W.

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