nämlich wiſſenſchaftlich, nachzuweiſen, und dieſes Ziel erreicht in unſerer Stelle die⸗ ſes Werkes ſeinen glorreichen Endpunkt.
Die reinſte und hoͤchſte Majeſtät von Gottheit ſah hienieden der Grieche im olympiſchen Zeus. Das Beiwort olympiſch war in dieſer Verbindung ſo mächtig, daß es von Zeus nicht nur alle Erinnerung an die ſonſtigen gewöhnlichen und viel⸗ fachen(wenig erbaulichen) anthropomorphiſtiſchen Vorſtellungen und Geſchichtchen entfernte, ſondern ihn auch zu einer himmliſchen Hoheit potenſirte, welche ſogar in der olympiſchen Mythologie kaum ihr Gleiches, und höchſtens in den todten abſtrakten Begriffen: Gottes Allmacht, Gottes Allheiligkeit, Gottes Allgerechtigkeit ꝛc., einen ähnlichen, aber eben nur abſtrakten Ausdruck findet, wie wir aus dem Eindrucke ſchließen müſſen, den der An⸗ blick des olympiſchen Zeus des Phidias auf Alle machte, welche ihn mit Menſchenaugen betrachteten. Denn die Idee, wornach Phidias ſeinen Zeus bildete, war keine ſubjective Idee eines einzelnen Künſtlers. Wer zur Bildung dieſer reinen und hohen Idee von der Gottheit mehr beigetragen hat, Poeſie und Muſe in Iliad. I, 525, wie gewöhnlich ge⸗ glaubt wird, oder das Ideen⸗Vermögen des individuellen Künſtlers, das iſt ſchwer zu ſagen; denn der antike Künſtler in der guten Zeit ſchuf nicht nach ſubjectiver, ſon⸗ dern nach objectiver Eingebung, nach dem Sinne ſeines Volkes, und in dem fraglichen Falle wenigſtens ſtand er ſicherlich als Vermittler zwiſchen der Majeſtät der Gottheits⸗Idee einerſeits, und ſeiner Nation und deren nationalen Capacität für jene anderſeits. 4
Und man hat ganz richtig bemerkt, gewiß hätte nicht jeder Hellene ſich ſo die höchſte Gottheit gedacht, wie ſie ihn Phidias gedacht hatte, wenn dieſer nicht eben dieſe Idee aus der nationalen Dichtung auf eine dem Geiſte der Nation entſprechende Weiſe aufgefaßt und dargeſtellt hätte.
B. Beziehung des olymp. Zeus zu den olymp. Spielen. Daß das ge⸗ ſammte Griechenland die gedachte ſittliche und rein göttliche Idee mit der Vorſtellung des olymp. Zeus verband, erhellt beſonders aus den olymp. Spielen, welche ſich ganz auf ſeinen Cultus bezogen, beſonders aus der religiöſen und ſittlich reinen Weiſe, mit welcher ſie gehalten wurden. Dies erläutern u. a. folgende Thatſachen, worüber bei Rathgeber in der allg. Encyclopädie von Erſch und Gruber unter olymp. Spie⸗ len und olymp. Jupiter ein Mehreres ſowie die Angabe der hiſtor. Quellen nachge⸗ leſen werden kann..
1) Die olymp. Spiele waren unter den vier kranzbringenden die berühmteſten und feierlichſten, weil ſie eben auf Cult der hochſten und reinſten Gott⸗Idee ſich bezogen, ja als von dieſem Gotte ſelbſt eingeſetzt geglaubt wurden; die Olympien waren oory roꝰ ads ueytor,(ſ. außer dem a. O. Krauſe's Agoniſtik II, 2, 16.)


