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Gefühle auf uns einzuwirken. Der Anteil des Phyſiſchen und Materiellen in der Kunſt iſt eine feine und ſchwierige Frage. Phyſiſches und Geiſtiges ſind in der Kunſt enge verbunden. In der Malerei und Litteratur kann z. B. die Wiedergabe der phyſio⸗ logiſchen Eigenſchaften und der Zeichen der Erregung ohne Zweifel auch dieſe hervorrufen, weil die äußeren Zeichen der ent⸗ ſprechende Ausdruck der inneren Vorgänge ſind. Bei jeder litterariſchen Kunſt, die direkt auf den Geiſt einwirkt, ohne das Hülfsmittel der Formen und Farben, wird die Sympathie viel unmittelbarer erweckt durch das Gemälde der geiſtigen Erregung als durch das der phyſiologiſchen Zeichen. Der Zweck eines jeden Schriftſtellers iſt, durch die Beſchreibung der kleinſten möglichen Zahl äußerer oder innerer Symptome der Erregung, die er beſchreibt, bei dem Leſer ihre Totalität hervorzurufen. Dieſe Symptome dürfen nicht die ſein, welche am eheſten eine ſympathiſche Erregung zur Folge haben, die immer im umgekehrten Verhältnis zu der von dem Leſer verlangten Aufmerkſamkeit ſteht. Grundbedingung bleibt aber immer, daß wir für dieſen geiſtigen Zuſtand, von dem wir uns ein phyſiologiſches Symptom vorſtellen ſollen, disponiert ſind.„C'est une voie beaucoup plus simple pour produire, par exemple, l'émotion de la peur, de décrire cette émotion en termes moraux que de nous représenter la sensation d'angoisse au creux de l'estomac qui en est une conséquence très lointaine, très indirecte et que nous aurons peine à nous représenter si nous n’'éprouvons pas déjaà le sentiment même de la peur. Le chemin à parcourir pour l'esprit d'un signe extérieur à l’'état intérieur qui lui correspond, étant indirect, exige une dépense d'attention plus forte, qui entrave la contagion nerveuse..... rien de plus contagieux que les larmes, mais à condition qu'on soit déjà dans une certaine disposition à la tristesse: les larmes sont la conséquence ultime de l'émotion, et ne peuvent à elles seules la produire si on ne devine pas la série de causes qui les ont amenées ou si ces causes ne nous paraissent pas suffisantes.“
Wohl zu unterſcheiden aber iſt der wahre Realismus von der Darſtellung des Trivialen. Er beſteht in der Trennung des Realen von dem Trivialen; er will in den Dingen die Poeſie finden, die uns oft die wenigſt poetiſchen zu ſein ſcheinen, weil die äſthetiſche


