44 à côté de l'émotion esthétique directement obtenu par la sensation ou par le sentiment élémentaire.“
Man begnügte ſich ſeither, die Bedeutung der Diſſonanzen und des Häßlichen in der Kunſt durch die Geſetze des Kontraſtes zu erklären:„L'hombre est une ami de la lumière“. Allein man darf das Häßliche und die Diſſonanzen nicht als reine Empfindungen betrachten, ſondern als Prinzipien des Gefühls und Mittel des Ausdrucks. Das Leben iſt ein Kampf mit unzähligen Unannehm⸗ lichkeiten. Aus dem Bewußtſein des Lebens folgt das Bewußtſein überwundener Widerſtände. Da wir aber nur durch die Dar⸗ ſtellung des individuellen und ſozialen Lebens ergriffen werden können, ſo ergibt ſich daraus, daß ein beſtimmtes Maß von Schmerz und Diſſonanz ein weſentliches Element in der Kunſt bildet, weil die Anſtrengung ein weſentliches Element des Lebens iſt. Die Häßlichkeiten ſind nur eine äußere Form des Elends und der dem Leben anhaftenden Beſchränkungen.„La vie telle que nous la connaissons, en solidarité avec toutes les autres vies, en rapport direct ou indirect avec des maux sans nombre, exclut absolu- ment le parfait et l'absolu. L'art moderne doit être fondé sur la notion de l'imparfait, comme la métaphysique moderne sur celle du rélatif.“
Den Fortſchritt der Kunſt mißt man zum Teil an dem ſym— pathiſchen Intereſſe, welches ſie den elenden Seiten des Lebens entgegenbringt. In dieſer Hinſicht folgt ſie der Entwickelung der Wiſſenſchaft, für die es nichts Unbedeutendes gibt.„Les premiers poèmes et les premiers romans ont conté les aventures des dieux ou des rois; dans ce temps-là, le héros marquant de tout drame devait nécessairement avoir la tête de plus que les autres hommes.“ Die Einführung des Häßlichen in das realiſtiſche Kunſtwerk muß alſo durch moraliſche und ſoziale Gründe erklärt werden. Es kann durch das Genie verklärt werden, während das Streben nach ihm das einfache Talent vernichtet, da ein ſchlechtverſtandener Realismus das Halbtalent völlig unerträglich macht.
Man hat zwar oft behauptet, die Kunſt müſſe ſich dadurch, daß ſie realiſtiſcher würde, materialiſieren. Dem iſt aber nicht ſo, denn der wohlverſtandene Realismus ſucht nicht durch eine direkt angenehme Empfindung, ſondern durch die Erweckung ſympathiſcher


