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verbergen, und ſtimmteſt ſonach mit der Behauptung des Thraſymachus überein, daß das Recht an und für ſich ein Gut für andere, nämlich das dem Gewalti⸗ geren Zuträgliche, daß dagegen das Unrecht ſich ſelbſt zuträglich und nützlich, dem Schwächern aber unzuträglich ſei. Da du ja nunmehr doch den Satz auf⸗ geſtellt haſt, die Gerechtigkeit gehöre unter die Klaſſe der größten Güter, deren Beſitz ſowohl wegen der daraus entſpringenden Folgen als auch ganz beſonders ihrer ſelbſt wegen ſchätzenswerth iſt, wie da ſind(um deine obigen Beiſpiele beizubehalten) Sehen, Hören, geiſtig und körperlich Geſundſein und wie überhaupt ſonſt noch alle die Güter heißen mögen, welche dieſen Namen vermöge ihres innern Weſens, aber nicht vermöge des daraus entſpringenden äußeren, vor den Augen der Welt glänzenden Scheines führen: ſo mußt du alſo auch dieſes bloß in deiner Rede für die Gerechtigkeit hervorheben, was ſie an und für ſich ihrem Verehrer nützt, und was die Ungerechtigkeit an und für ſich ſchadet. Belohnungen und äußeren Schein davon in den Augen der Menſchen, dieſe überlaß anderen zu loben. Denn wiſſe, daß ich es von andren noch vertragen könnte, wenn ſie auf dieſe Weiſe die Gerechtigkeit lobten und die Ungerechtigkeit tadelten, wenn ſie nämlich an jener den äußeren Heiligenſchein prieſen und an dieſer die verdiente Vergeltung ſchmähend her⸗ vorhöben; von dir aber könnte ich es nicht, wofern du es nicht ausdrücklich ver⸗ langteſt, weil du ja dein ganzes Leben hindurch ſonſt keinem andern Gegenſtand dein Nachdenken gewidmet haſt, als dieſem. Liefere uns alſo nicht bloß den Beweis, daß Rechtſchaffenheit etwas Edleres iſt als Ungerechtigkeit, ſondern zeige auch, welche Wirkung eine jede von beiden bei ihrem Verehrer an und für ſich hat, möge nun vor Gott und den Menſchen verborgen bleiben oder nicht, und daß hierdurch für den Beſitzer die eine ein Gut, die andere ein Uebel iſt.
10. Hierauf nahm nun ich,*) ſonſt immer überhaupt ſchon ein großer Bewun⸗ derer von dem Genie des Glauco und des Adimantus, damals aber nach Anhörung dieſer Reden ganz beſonders darüber entzückt, das Wort(368) und ſprach: nicht ohne Grund dichtete der Liebhaber des Glauco**) an euch, ihr Söhne jenes berühmten Mannes, den Anfang in ſeinem Schlachtgeſang, wenn er von euch nach Erwerbung eures ruhmvollen Namens in der Schlacht bei Megara ſingt:
„Söhne Ariſton's, du göttlich Geſchlecht des rühmlichen Mannes.“
Dieſer Ausdruck(göttlich) ſcheint mir nämlich, meine Lieben, ganz in der Ordnung zu ſein; denn ſicherlich einem ganz beſonderen göttlichen Einfluſſe habt ihr es zu verdanken, wenn ihr ohne die innere Ueberzeugung zu haben, Ungerechtigkeit ſei beſſer als Gerechtigkeit, doch für dieſen Satz ſo gewaltig ſprechen könnet! Ich glaube natürlich von euch, daß ihr wirklich jene Ueberzeugung nicht habet; den Grund
*½) Vermuthlich Kritias, einer der ſogen. 30 Tyrannen zu Athen. 2*


