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Ueberſetzer des Theodoſius aus dem Arabiſchen; Campanus von Novara, der den Euklid aus dem Arabiſchen in's Lateiniſche überſetzt; Johann Halifaxr, gewöhnlich Sacro Bosko genannt, geſtorben 1256 zu Paris, welcher einen zweckmäßigen Auszug aus dem Almageſt veranſtaltete, über 400 Jahrhunderte eines der verbreitetſten Schulbücher. Wilhelm von Lunis ſchreibt ſeine Regola dell' Algabar(Darſtellung der Lehre des arab. Mathematikers Aryabhatta). Lenardo Bonacci, ein Kaufmannsſohn aus Piſa, bringt(c. 1200) aus dem Orient die Algebra(cigentlich: Aljebr w' Almucabalu, d. h. restauratio et oppositio mit Beziehung auf die verſchiedenen Theile der Gleichung) nach Italien, wo ſie ſpäter(1494) durch den Franziscaner Lucas de Borgo beför⸗ dert und verbreitet wird*), und giebt dem indiſchen Zahlenſyſtem eine größere Verbreitung im chriſt⸗ lichen Europa. Roger Baco, Franziskaner⸗Mönch in England 1214—1292, hoch über ſeiner Zeit ſtehend durch ſeinen philoſophiſchen Geiſt, deßhalb als Zauberer angeklagt und eingekerkert, för⸗ dert die Mathematik ungemein, nicht ſowol durch eigne Forſchung als dadurch, daß er auf die Wich⸗ tigkeit derſelben als einer allgemein humanen und aufklärenden Viſſeeſchaft hinwies, eine fruchtbare Naturbetrachtung anregte durch Anfertigung der Vergrößerungsgläſer und andrer linſen⸗ förmiger Augengläſer, welche ein paar Jahrbhunderte nachher zu den Fernröhren benutzt wurden. Durch Flavio Gioja lernt man im J. 1302 die Bouſſole oder den Compaß kennen. Der Pole Bittelio bearbeitet 1270 eine arabiſche Optik auf den Grund einer Geometrie nach Euklid, Apollo⸗ nius und Pappus.— Im vierzehnten Jahrhundert wird die Mathematik im Abendland immer mehr verbreitet, obgleich es darin außer J. Dondis von Padua keinen großen Mathematiker giebt, und in der erſten Hälfte des fünfzehnten iſt der reichlich angehäufte Stoff bewältigt und in der zweiten beginnt eine ſelbſtſtändigere Reproduction. In England edirt Th. Bradwardin, Erz⸗ biſchof von Canterbury, eine Geometrie nach Euklid, Archimedes und Theodoſius. In Italien wirken u. A. außer dem oben genannten Lucas de Burgo Johannes Bianchini, Dominicus Maria (Lehrer des Copernicus), beide in Bologna. In Deutſchland G. Purbach, geb. 1423 in Oeſtreich ob der Ens, der ſich als Lehrer der Mathematik i in Italien vom Cardinal Nicolaus von Cuſa nicht von der Rück⸗ kehr in's Vaterland zurück halten läßt, um fortan als Profeſſor der Mathematik und Aſtronomie zu Wien ſegensreich mündlich und ſchriftlich(Erklärung der ſechs erſten Bücher des„Almageſt“, Théeoriae novne Planetarum etc.) zu wirken, und der kurz vor ſeinem Tode(1461) mit dem Cardinal Beſſarion nach Rom gehen will, um behufs eines tieferen Studiums der Mathematik die griechiſche Sprache zu erlernen; ferner Johann Müller, geb. 1436 zu Königsberg in Franken, daher Regiomontanus, de monte Hegio genannt, welcher mit der Mathematik eine gründliche Kenntniß der griechiſchen Sprache(die er 1461 auf Antrieb des Cardinals Beſſarion in Italien erlernt) verbindet, nach ſeiner Rückkehr am Hof des ungar. Königs Math. Corvinus lebt, ſpäter in Nürn⸗ berg, von wo aus er wegen ſeiner Kalender⸗Reform(Calendarium in lateiniſcher und auch in deutſcher Sprache Nürnberg 1474) von Papſt Sirtus IV nach Rom berufen und zum Biſchofe von Regensburg ernannt wird,— Erfinder der Lehre von den Decimal⸗ Brüchen„Verbeſſerer der Algebra ꝛc.; endlich insbeſondere noch der reiche Nürnberger Bernhard Walther 1449 504, Schüler und Erbe der Papiere Regiomontans, zugleich eifriger Aſtronom. 5 Innerhalb des 16ten Jahrhunderts, welches von Erasmus verachtend faex temporum genannt wird, aber in Waßrheſ durch die Bearbeitung des mathematiſchen Tiſens den wohlthätigſten Gäh⸗
) Seit dieſem Lucas de B. heißt in Italien die Atgebra auch Regola de coss, und daher auch in Denalan nooch felbſt im 16ten und 17ten Jahrh. Regel de Cdo.—


