Aufsatz 
Vergleichende Darstellung der lateinischen und französischen Conjugation
Entstehung
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oder perſonificirten Sachen ausgeſagt. Häufig iſt aber das Subject der Thätigkeit u. ſ. w. nicht beſtimmt oder beſtimmbar. In dieſem Falle werden die Zeitwörter unperſönlich gebraucht. Sie ſind alſo unperſönliche Zeitwörter(verba impersonalia. = verbes impersonnels) z. B. tonat(il tonne), pluit(il pleut) u. ſ. w. Dieſe kommen nur in der dritten Perſon Singularis vor. Die unperſönlichen Verba im eigentlichen Sinne ſind wohl zu unterſcheiden von den perſönlichen Verben, welche unperſönlich gebraucht werden können, wie in den Beiſpielen: tibi favetur, via excessum est, ventum est; il fait(chaud, froid), il fume(dans cette chambre). ¹)

Zur Bildung der Perſonen verwendet man in der claſſiſchen Latinität gewiſſe Endungen, die Perſonalendungen. Nur wenn die Perſon beſonders betont wird, werden die perſönlichen Fürwörter zu den Verbalformen geſetzt. Der Gebrauch der perſönlichen Fürwörter neben den Perſonalendungen war aber höchſt wahrſchein⸗ lich ſchon während der claſſiſchen Zeit in der Volksſprache viel häufiger. In der nachclaſ⸗ ſiſchen Zeit wurden die perſönlichen Fürwörter immer häufiger zu den Verbalformen geſetzt. In der lingna romana rustica wird dieſer Gebrauch wohl ziemlich durchge⸗ führt geweſen ſein, da er ſich in den romaniſchen Sprachen, namentlich auch im Franzöſiſchen, faſt durchweg findet

Die perſönlichen Fürwörter, welche jedesmal gebraucht werden, wenn das Sub⸗ ject des Satzes nicht ein Subſtantiv oder ſubſtantivirtes Adjectiv u. ſ. w. iſt, heißen:

Sing. Lat. Altfr. Neufr. 1. Perſ. ego²) eo, io, jeo, jo, jou, ju, je, ge, gie je 2. tu tu. tu 3. masc. illum]z) il il 3. fem. illam³) elle, el elle. Plur. 1. Perſ. nos nos, nous, nus, no nous 2. vos vos, vous, vus vous 3. mase illos) els, il 1 ils 3.

fem. illas³) eles elles.

¹) Genaueres hierüber findet ſich bei Mätzner, Fr. Gr.§. 51, B.

²) Vergl. Fr. Diez, Grammatik der romaniſchen Sprachen 2. Ausg. II. Bd. S. 97; C. v. Orelli, Altfranzöſiſche Grammatik 2. Aufl. S. 84; Mätzner, Fr. Gr. S. 164.

³) Da das Lateiniſche einen Nominativ des perſönlichen Fürworts in der 3. Perſon nicht entwickelt hatte, ſetzte man ſtatt desſelben ſchon in der elaſſiſchen Latinität die hinweiſenden Fürwörter: hie, haec, hoc, is ea, id und ille, illa, illud. Aus dem Accuſativ des letzteren entwickelte ſich nach und nach das perſönliche Fürwort der 3. Perſon Singularis und Pluralis, wie dasſelbe in den romaniſchen Sprachen gebräuchlich iſt. 4