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züglichen Zeitwörtern im engeren Sinne ſtatt. Die bezüglichen Zeitwörter im weiteren Sinne,¹) ſowie die unbezüglichen²) und rückbezüglichen Zeitwörter dagegen bilden in der Regel keine Leideform.
Im Lateiniſchen gibt es viele bezügliche, unbezügliche und auch rückbezügliche Zeitwörter, welche zwar paſſive Formen bilden, dieſelben aber oft mit activiſch ge⸗ bildeten vermiſcht in activem und reflexivem Sinne gebrauchen. Dieſes ſind die Verba⸗ deponentia und ſemideponentia. Beide Arten von Verben haben beim Uebergange in das Franzöſiſche activiſche Form bekommen. Die paſſive Form, welche urſprüng⸗ lich überhaupt reflexiven Sinn gehabt haben mag, wurde im Lateiniſchen noch⸗ ziemlich häufig in rückbezüglicher Bedeutung gebraucht z. B. lavatur, er wäſcht ſich(daneben aber auch: er wird gewaſchen). In den meiſten Fällen bildete jedoch das Lateiniſche die Formen der rückbezüglichen Zeitwörter dadurch, daß es zu den activiſchen Formen die perſönlichen Fürwörter im Dativ oder Accuſativ ſetzte. Dieſe Art der Bildung der reflexiven Formen findet ſich im Franzöſiſchen durchgehends. Eigenthümlich iſt es, daß die franzöſiſche Sprache die Formen des rückbezüglichen Zeitworts in der Zten Perſon mitunter mit paſſiviſcher Bedeutung gebraucht z. B. un eri s'entend, ein Schrei wird gehört; le spectacle se donne, das Schauſpiel wird gegeben. Die paſſiviſchen Formen bildete das Lateiniſche theils ſynthetiſch, theils analytiſch. Das Franzöſiſche dagegen kennt nur die analytiſche Bildung derſelben.)
Außer den ſchon aufgezählten Gebrauchsweiſen der Zeitwörter im Lateiniſchen und Franzöſiſchen gibt es ferner eine reciproke, frequentative, iterative, diminutive, deſiderative und factitive Gebrauchsweiſe gewiſſer Zeitwöͤrter, welche wir aber hier, indem wir auf die lateiniſchen und franzöſiſchen Grammatiken verweiſen, übergehen wollen.
Gewöhnlich werden die Thätigkeiten, Zuſtände u. ſ. w. im Lateiniſchen und Franzöſiſchen von einem oder mehreren beſtimmten oder beſtimmbaren Subjecten ausge⸗ ſagt. In dieſem Falle werden die Zeitwörter perſönlich gebraucht. Man nennt daher die ſo gebrauchten Zeitwörter perſönliche Zeitwörter(verba personalia= verbes personnels) z. B. discipulus scribit epistolam(l'écolier écrit la lettre); legis librum(tu lis le livre).
Die Thätigkeiten, Zuſtände u. ſ. w. werden von der erſten, zweiten oder dritten Perſon im Singularis oder Pluralis d. i. der ſprechenden, angeſprochenen oder be⸗ ſprochenen Perſon, oder den ſprechenden, angeſprochenen oder beſprochenen Perſonen
¹) Beiſpiele wie: Madame la marquise sera obéie(Dumas) u. Vous êtes tout pardonné (vergleiche: Mätzner, Fr. Gr.§. 53.) ſtehen im Franzöſiſchen vereinzelt da. Dagegen kom⸗ men im Lateiniſchen Ausdrücke wie: mihi parcitur häufiger vor.
²) Auch die Bildung paſſiviſcher Formen bei unbezüglichen Zeitwörtern z. B. vivitur, itur, ven- tum est, kommt im Lateiniſchen verhältnißmäßig ſelten vor.
³) Näheres hierüber folgt weiter unten.


