Aufsatz 
Friedrich Zimmermann. Eine Skizze seines Lebens und Wirkens
Entstehung
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B. Der israelitische Religionsunterricht.

(Bei Herrn Landesrabbiner Dr. Landsberger.)

Im Wintersemester 1883/84 besuchten im ganzen 34 Gymnasiasten den im Gymnasium in 3 Abteilungen, und zwar in je einer wöchentlichen Stunde für jede Abteilung, erteilten jüdischen Religionsunterricht. Von diesen Religionsschülern kamen 15, Primaner und Se- cundaner, auf die I., 16, Tertianer und Quartaner, auf die II., und 4, Quintaner und Sextaner, auf die III. Abteilung. Im Sommersemester 1884 wurde wiederum die I. Abteil. von 16 Primanern und Secundanern, die II. Abteil. von 14 Tertianern und Quartanern und die III. Abteil. von 5 Quintanern und Sextanern, also im ganzen von 35 Schülern besucht.

In der I. Abteilung, in welcher kein Lehrbuch eingeführt ist, wurde über folgende Materien unterrichtet. 1. Religionslehre: Polytheismus, mos. monotheistischer Gottesbegriff. Natur des Guten und Bösen nach Moses und dessen Gegensatz zum Zoroasterschen Dualismus. Moralitäts- und Humanitätslehre des Judentums. Unsterblichkeitslehre, Bildungen von Sekten. Angelologie und Dämonologie als Nachbildungen des Parsismus. Begriff und System der Kap- balah. Entstehung des Christentums. 2. Jüdische Geschichte: Von der Teilung des Reiches bis zur Einsetzung römischer Landpfleger in Palästina.

In der II. Abteilung: 1. Religionslehre: Die jüdischen Fest- und Fasttage, der jüdische Festkalender. Inhaltsangaben der bibl. Bücher. 2. Biplische Geschichte: Von den Richtern bis zum babylonischen Exil, mit Zugrundlegung von Dr. Sondheimers«Geschicht- lich. Religionsunterrichty», S. 59 106.

In der III. Abteilung: Von der Schöpfungsgeschichte bis nach der Gesetzgebung auf Sinai und der Errichtung der Stiftshütte. Von S. 1 46 oder Stück 33 in dem oben ange- führten Lehrbuche. Ausserdem über die Entstehung des Esther- und Makkabäerfestes und die Monatsnamen des jüdischen Festkalenders.

C. Fakultatives Zeichnen der oberen Klassen. (Bei Herrn Maler Fritz.)

Der Unterricht erstreckte sich über rein ornamentales Zeichnen nach Vorlegeblättern (Carot, Jakobsthal, Herdtle etc.) pis zu ausgeführten Ornamenten, die teilweise auch nach Gips ausgeführt, teilweise nach Vorlegeblättern in Farben dargestellt wurden. Vorgeschrittene Schüler zeichneten figürliche Gegenstände nach der Natur und der Antike. Das Zeichnen von Büsten etc. nach Gipsabgüssen war unmöglich, da das für den Zeichenunterricht bestimmte Lokal in Bezichung auf Licht und Raumyverteilung alles zu wünschen übrig lässt.

D. Der Gesangunterricht. 1. Der Gesangunterricht der Ober- und Mittelklassen. (Bei Herrn Musikdirektor Mangold.) a) Im Winterhalbjahr. Von den 4 wöchentl. Stunden war 1 für die beiden Quarta,

1 für Tenor, 1 für Sopran und Alt, 1 für Bass bestimmt und es wurde gesungen von den Quarten aus Schletterers praktischem Unterricht im Chorgesang Stufe I, Nr. 1 32; aus Erks