Aufsatz 
Zur Organisation des naturgeschichtlichen Unterrichts an unserem Gymnasium / von G. Weihrich
Entstehung
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einträchtigen, eine grössere Belastung der mittleren Klassen, hier der beiden Tertien, sich unab- weislich aufdrängte. Und so sehen wir auch das naturgeschichtliche Pensum der beiden Tertien in einem Masse ausgedehnt, dass man bestimmt behaupten kann, hier werde einer der Punkte sein, wo bei einer späteren Revision und Correctur die Hebel anzusetzen wären. Bisher hatten wir an unserm Gymnasium ein ganzes Jahr hindurch in Unter-Secunda Chemie verbunden mit Mineralogie gelehrt und die nun folgenden 3 Jahre für Physik verwendet. Es versteht sich von selbst, dass wir auch da nur an den wichtigsten zur Anschauung gebrachten Erscheinungen dem Schüler ein Verständniss des chemischen Processes, der chemischen Metamorphosen zu verschaffen suchten und dass diese Zeit eben nur hinreichte, die Kenntniss der wichtigsten Grundstoffe und ihrer Verbindungen zu erzielen, sowie bei ihrem Vorkommen in der Natur hauptsächliche Reprä- sentanten von Mineraliengruppen vorzuführen; ferner, da nunmehr eine bessere Grundlage gewonnen war, den Stoffwechsel und den Kreislauf des Stoffes in der organischen und unorganischen Welt nochmal zu berühren und im Anschluss an letzteren auch die Elemente der Geologie, wenn auch nur sehr fragmentarisch, zu erwähnen. Wäre diese Einrichtung noch zulässig, so könnte während der zwei Jahre in Tertia die Zoologie und Botanik eher zu dem gewünschten und nach den hier vorhandenen Vorkenntnissen zu bemessenden Abschluss gebracht werden.

Wenn wir nun eine Uebersicht der Pensa für die einzelnen Klassen geben, so soll damit nur gesagt sein, dass wir dieselben nach unsern früheren anderweitig gemachten Erfahrungen, nach der Berücksichtigung vieler von Fachgenossen gemachten Vorschläge und der in verschiedenen Programm-Abhandlungen niedergelegten Angaben über die bezüglichen Einrichtungen anderer An- stalten vorläufig an unserer Schule für die besten halten. In dem Gedanken, dass die stete Ent- wickelung immer das Merkzeichen des frischen Lebens ist, sind wir auch der Meinung, dass es von unsern in den nächsten Jahren zu machenden Erfahrungen abhängig zu machen sei, ob wir die folgenden Normen dann immer noch festhalten oder ob diese etwa in geeigneter Weise abzu- ändern sind. Dieselbe Einsicht hat uns veranlasst, in dieser Uebersicht von einem speciellen Kanon der in den unteren Klassen eingehend zu beschreibenden Thiere und Pflanzen abzusehen und die Aufstellung eines solchen nach gewissenhafter Prüfung und Erwägung erst später vorzu- nehmen. In vielen Referaten und in methodischen Lehrbüchern ist für jede Stufe eine solche Auswahl getroffen; von letztern erwähnen wir nur die Zoologie und Botanik von Bänitz, die Pflanzenkunde von Wagner, den vorzüglichen Leitfaden für den Unterricht in der Botanik von Vogel, Müllenhoff und Kienitz-Gerloff. Wir haben diese Muster nicht gradezu nachgeahmt, weil wir erst durch die Praxis erkennen wollen, welches Unterrichtsmaterial aus unserer Fauna und Flora das geeignetste ist.

Sexta.

Winter. Das kleine Kind schon sucht und findet die Beziehungen der Haupttheile seines Körpers zu jenem der Hausthiere; baut man darauf weiter, so wird man nach einer allgemeinen Betrachtung des menschlichen Körperbaues die Wege geebnet haben, welche zu der bei der Be- obachtung und Beschreibung des thierischen Körperbaues nothwendigen Benennung und Unter- scheidung der Einzelheiten führen. Es werden nun etwa 15 Repräsentanten aus der höheren Thier- welt, welche das jugendliche Interesse erwecken, eingehend beobachtet, beschrieben und dazu eine ausführliche Lebensschilderung gegeben. Als solche Repräsentanten können etwa 5 Säugethiere, 8 Vögel und 2 bis 3 Reptilien bezw. Amphibien dienen. Da bei der Beschreibung der Vögel ganz begreiflich die Farbe des Gefieders zumeist die Augen der Kinder in Anspruch nimmt und dess-

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