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halb bei einem etwa vorhandenen Farbenreichthum leicht zu befürchten ist, dass die Auffassung der Formen der Körpertheile, wie z. B. des Schnabels, der Füsse, zu sehr beeinträchtigt wird, so wähle man zuerst solche mit einfacher gefärbtem Gefieder und greife erst später zu solchen, bei denen die einzelnen Federn eine verwickeltere Zeichnung tragen. Haben die Schüler, indem sie das zu beschreibende Object nicht aus den Augen verlieren, sich allmählich das Gesammtbild mit seinen charakteristischen Einzelheiten fest eingeprägt, so versäume man nicht, nachdem nun das Object entfernt ist, sich eine ausführliche Beschreibung aus dem Gedächtnisse wiederholen zu lassen.
Sommer. Auf der untersten Stufe soll der botanische Unterricht vorzüglich die genaue Auffassung und Beschreibung symmetrischer Flächenformen erzielen und desshalb werden haupt- sächlich die Blattformen einer eingehenden Betrachtung unterworfen. Um nun nicht das lebendige Bild der Pflanzen dabei aus den Augen zu verlieren, sollen die bei der Entwickelung derselben nach und nach auftretenden Blattformen, wie Keimblätter, Knospendecken, Grundblätter, Stengel- plätter u. s. w., berücksichtigt werden. Es ist daher angezeigt, im Frühjahre einige Aussaaten etwa von Ahorn oder Buche, Bohne, Winde u. dergl. zu machen. Ferner sollen bei der Beschrei- bung der Blätter noch besonders unsere einheimischen Bäume und Sträucher nicht ausser Acht gelassen und das Erkennungsmerkmal derselben in ihrer Blattgestalt gesucht werden. Neben der Gestalt, Zusammensetzung und Theilung der Blätter ist auch die Stellung und Anheftung dersel- ben, die Vertheilung der Blattnerven, die Beschaffenheit der oberen und unteren Blattfläche zu berücksichtigen. Die behandelten Blätter sind einzulegen oder aufzukleben und zu bezeichnen. Wenn hiernach die Einprägung der Blattformen als Hauptaufgabe erscheint, so sollen nebenbei, sowohl um das Gesammtbild der Pflanze nicht zu vernachlässigen, als auch um die sonstigen Theile der Pflanze und ihren Lebenszweck im Allgemeinen kennen zu lernen, noch höchstens 10 Pflanzen beschrieben werden. Bei der Auswahl derselben ist Einfachheit des ganzen Habitus und eine leicht zu erfassende Grösse der einzelnen Bestandtheile massgebend. Diese speciell behandel- ten Pflanzen werden nebst den zerlegten Blüthentheilen von jedem Schüler ins Herbarium einge- legt, bezw. eingeklebt und bezeichnet. Um eine spätere Ordnung der eingelegten Pflanzen nach Familien u. s. w. zu ermöglichen, so soll das Herbarium aus losen umgeschlagenen Blättern be- stehen, in welche die vorher zwischen Pliesspapier gepressten und getrockneten Pflanzen eingeklebt werden. Diese Blätter sind auf der Aussenseite mit Aufschrift zu versehen und in einer einfachen Pappmappe aufzubewahren.
Quinta.
Winter. Der Wiederholung der früher durchgenommenen Thiere schliesst sich die nunmehr kürzer und gedrängter gehaltene Beschreibung von dazu gehörigen Verwandten an. Durch die Vergleichung der beobachteten Merkmale des Baues sowie der Lebensweise der Thiere ergibt sich von selbst die Gruppirung derselben. Diese Vergleichung ermöglicht es eben, dass im Gegensatze zur vorigen Stufe von jetzt ab gewisse Merkmale mehr als unwesentlich, andere als besonders beachtenswerth erscheinen und dass hierdurch die Beschreibung einerseits wohl eine mehr auf das Wichtige zusammengedrängte, andererseits aber auch eine eingehendere wird. Das Anschauungs- gebiet wird durch die Vornahme einiger Fische erweitert.
Sommer. Die früheren Pflanzen werden wiederholt, wozu das Herbarium des letzten Som- mers mitbenützt wird; ausserdem werden eingehender die bei der Entwickelung der Pflanze nach und nach auftretenden Theile beschrieben und durch Keimversuche eine rasche Vorstellung des Unterschiedes der Monokotylen und Dikotylen gewonnen. Durch die Vergleichung der schon be-


