Aufsatz 
Zur Organisation des naturgeschichtlichen Unterrichts an unserem Gymnasium / von G. Weihrich
Entstehung
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über 2700 Nummern) bezogen werden können, mit einem Bilddurchmesser von 7 bis 8 cm, sind nach der Natur und bei mikroskopischen Präparaten nach den von wissenschaftlichen Autoritäten hergestellten und eingesandten Originalobjecten photographisch aufgenommen und umfassen alle Zweige der Naturwissenschaften, der Länder- und Völkerkunde, Darstellungen von Statuen und Gallerien. Der Apparat mit zwei breiten Petroleumbrennern besitzt Lichtstärke genug, um auf einer weissen Shirtingwand bis zu 2 m grosse, scharfe und deutliche Bilder zu erhalten. Unsere bis jetzt bezogenen Glasphotogramme lassen nichts zu wünschen übrig; auch diejenigen, welche archäologische Darstellungen aus Rom, Athen und Pompeji, sowie Sculpturen bieten, sind von der Art, dass wir auch diesen Theil der Bildersammlung für die Zukunft vervollständigen werden. Jedoch mit der Verwendung des Skioptikons zum Projiciren von Photographien ist sein Werth als Unterrichtsmittel noch lange nicht erschöpft. Sowie Tyndall in seinen physikalischen Vorlesungen die elektrische Lampe benützte, um einem grösseren Publikum physikalische Erscheinungen sofort zur allgemeinen Anschauung zu bringen, so kann, wenn auch nicht annähernd mit dem brillanten Effect, das Skioptikon verwendet werden und es vermag dem experimentirenden Physiker, dem die kostspielige elektrische oder Hydrooxygengas-Beleuchtung nicht zu Gebote steht, für viele optische Versuche das Sonnenlicht ersetzen. Auch in den Vorlesungen von Cooke überdie Chemie der Gegenwart(internationale Bibliothek) sind einige dahin bezügliche Versuche angegeben, so z. B. die Projection der Farben einer dünnen Seifenhaut, der elektrischen Wasserzersetzung, der Krystall- bildung u. s. w. Eine Glasplatte, mit der Lösung eines krystallisirenden Körpers bestrichen, dient als Object, welches in den Apparat eingeschoben wird, um allmählich die Ausscheidung des festen Körpers aus der verdampfenden dünnen Flüssigkeitsschicht zu beobachten. Zuerst er- scheinen kleine Theilchen, dann schiessen aus diesen Kernen Krystallsprossen heraus, die sich nach allen Richtungen verzweigen, bis bald die ganze Platte mit einem schönen Netzwerke von Fasern oder einzelnen kleinen Krystallen bedeckt ist. Das Charakteristische dabei, die Winkel, unter welchen die Sprossen sich an einander anlegen oder welche die Krystallkanten mit einander bilden, wie nicht minder die bewunderungswürdige, geheimnissvollearchitektonische Kraft der sogenann- ten leblosen Masse lassen sich so ohne Zeitverlust zur Anschauung bringen. Zur Beobachtung der Niederschläge und sonstiger chemischen Vorgänge ist dem Apparate eine Cuvette mit paralle- len Glasplatten beigegeben. Schraubt man nun das gewöhnliche Objectivsystem ab und ersetzt es durch einen mikroskopischen Ansatz(Hartnack'sches Objectiv), so kann man mit dem Skioptikon mikroskopische Objecte selbst statt der Bilder an der Wand demonstriren. Die Lichtstärke des Apparates erlaubt es jedoch nicht, eine Grösse des Bildkreises von 50 cm Durchmesser zu über- schreiten; hierbei ist aber das Bild scharf und hell genug, um etwa 10 Schülern gleichzeitig in allen Debails sichtbar zu sein. Dabei kann man fertige Objecte, welche keine starke Vergrösse- rung bedürfen, benützen oder solche rasch herstellen, wie etwa die Cornea des Fliegenauges, Käse- milben, Schmetterlingsschuppen, Blattepidermis mit ihren Spaltöffnungen, Pollen, Markzellen und dergleichen. Es ist wohl nach diesen Auseinandersetzungen nicht nöthig, um die Vortheile dieser Vorrichtung ins gehörige Licht zu setzen, auf die Schattenseiten der directen mikroskopischen Beobachtung aufmerksam zu machen und dieselben hier der Reihe nach aufzuzählen. Doch sei der grosse Zeitgewinn hier erwähnt, gross immer noch dann, wenn man selbst mehrere Mikroskope aufzustellen in der Lage wäre; ferner möge man bedenken, dass bei der Projection der Schüler immer das auch wirklich sieht, was er sehen soll und nicht, wie es bei der directen mikroskopi- schen Beobachtung so häufig vorkommt, ein zufälliges Luftbläschen oder ein Staubkörnchen mit Eifer beobachtet und seiner Phantasie freies Spiel lässt. Wie schon angedeutet, ist jedoch die