Aufsatz 
Zur Organisation des naturgeschichtlichen Unterrichts an unserem Gymnasium / von G. Weihrich
Entstehung
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so sind sie selbstverständlich nach den auseinandergesetzten Zwecken und Zielen des naturwissen- schaftlichen Unterrichts bei diesem geradezu unentbehrlich. Man sieht desshalb auch allerwärts, mögen die Verhältnisse noch so ungünstig sein, dass wenigstens für diesen Unterricht die nöthig- sten Veranschaulichungsmittel vorhanden sind. In einigen Ländern sind sogar für die höheren Schulen von den Behörden Normalverzeichnisse von naturwissenschaftlichen Unterrichtsmitteln auf- gestellt worden, deren Anschaffung und Benützung für diese Schulen obligatorisch ist. Wenn auch die Aufstellung solcher Normalverzeichnisse viele Schwierigkeiten bietet, wie z. B. die am öster- reichischen Katalog physikalischer Apparate von Seiten des jetzt verstorbenen bekannten Physikers Müller in Freiburg geübte Kritik(Hoffm. Zeitschr. f. mathem. und naturw. Unterr. VI. 22) dar- thut, so hat das Vorhandensein eines solchen doch immer seine grossen Vorzüge; es ist ja dadurch minder gut dotirten Schulen geholfen und an allen Schulen gleicher Kategorie kann der Unter- richt auch in gleicher Weise ertheilt werden. Unsere Hülfsmittel für den naturwissenschaftlichen Unterricht, also die Sammlungen des physikalischen Cabinets, des chemischen Laboratoriums und des naturhistorischen Cabinets sind, insofern wir richtig belehrt sind, fast ausschliesslich durch die Zinsenerträgnisse der Stiftung des verstorbenen Lehrers der Naturwissenschaften an unserem Gymnasium, des Prof. Zitz, angeschafft worden. Die nähere Charakterisirung dieser Sammlungen liegt für jetzt ausserhalb unserer Aufgabe; doch scheint es ganz wohl in einen Commentar unseres Lehrplans zu gehören, einige Bestandtheile unseres naturhistorischen Cabinets hier anzuführen, welche es ermöglichen,den naturgeschichtlichen Unterricht aus den Fesseln todter Naturbeschrei- bung zu erlösen, ihm neues Leben zu verleihen und zur wahren Naturgeschichte umaugestal- ten. Wir nennen zuerst die zooplastischen Präparate von Prof. Landois in Münster in Westph., welche hauptsächlich auf der Wiener Ausstellung nach ihrer ganzen Bedeutung gewürdigt wurden und auch dort ihren Ruf begründet haben(vergl. Hoffm. Zeitschr. f. math. u. naturw. Unterr. IV, 320). Dieselben werden nunmehr von Präparator Koch in Münster geliefert. Im Gegensatze zu den Sammlungen in Museen und Cabineten, in welchen die präparirten Thierkörper in Reih und Glied aufgestellt sind als ein Seitenstück zu jenen Lehrbüchern, welche nur trockene Be- schreibung aber keine Naturgeschichte bieten, stellen sie in der Form vonlebenden Bildern die wichtigsten Momente aus der Lebensweise der Thiere dar in naturgetreuer Staffage, ähnlich, jedoch einfacher und enger begrenzt, wie oben am Beispiel des Kohlweisslings geschildert wurde. Von diesen zoologisch-biologischen Präparaten besitzen wir bereits eine Anzahl von Kasten, die ver- möge ihrer handlichen Form sich sehr bequem unter den Schülern in Circulation setzen lassen. Nach Massgabe der nunmehr durchzuführenden Organisation unseres Unterrichts werden wir diese Abtheilung unserer Sammlung nach und nach vervollständigen, wie wir es uns auch angelegen sein lassen, die besonders das Gebiet der Insectenwelt in ähnlicher Weise wie die Landois'schen Dar- stellungen biologisch behandelnden Präparate von Brischke in Danzig und endlich solche Doubletten der oben erwähnten für das hiesige naturhistorische Museum anzufertigenden Sammlung uns zu verschaffen, welche sich zur Belebung des Unterrichts als besonders zweckdienlich erweisen werden.

Ebenso wenig darf hier ein Universalapparat unerwähnt bleiben, der zwar im geographischen, geschichtlichen, kunsthistorischen, archäologischen Unterrichte die besten Dienste leistet, doch hauptsächlich in dem naturwissenschaftlichen Unterricht seine Verwendung findet. Es ist die unter dem NamenSkioptikon neuerdings verbreitete, in der Form einer verbesserten Laterna magica von Talbot in Berlin, jetzt Max Fritz in Görlitz und wie wir hören auch von Dr. Liesegang in Elberfeld in den Handel gebrachte Vorrichtung zum Projiciren von Glasphotographien und von mikroskopischen Präparaten. Die dazu gehörigen Bilder, welche von denselben Firmen(bei Fritz