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Reform unseres ganzen Unterrichts- und Erziehungswesens vor. Schon hat der Schulgarten, wie ihn Oesterreich ausführt, das lebhafteste Interesse und die herzlichste Zustimmung bedeutender Männer in Deutschland gefunden, und es kann nur mehr als Frage der Zeit gelten, wenn er auch dort in Angriff genommen wird.“
Wir haben im Anschluss an diesen ganzen Abschnitt noch eine recht dringende Bitte an den verehrlichen Vorstand der Stadt, sowie auch des Verschönerungsvereins, wir dürfen es wohl sagen, im Namen sämmtlicher hiesigen Schulen zu richten. Wir besitzen in unserer„Neuen An- lage“ mit ihren prachtvollen Baumgruppen und Rasenflächen, der reichen Auswahl an Coniferen und bemerkenswerthen Gewächsen mannigfaltiger Art einen Park, dessen Werth allseitig gewürdigt ist. Der Hochgenuss, den die ganze Pracht jedem Besucher gewährt, wird wohl nicht beeinträch- tigt werden, wenn an die Bäume, Sträucher und sonstigen bemerkenswerthen Pflanzen kleine Täfel- chen irgendwie angebracht werden, welche die Namen und bei Ausländern auch das Vaterland angeben. Früher waren einige Täfelchen vorhanden und die Gründe, welche dafür angegeben wur- den, dass man sie nicht wieder ersetzte, möchten doch in Anbetracht des grossen Zweckes nicht ausschlaggebend sein. Man verbindet so das Nützliche mit dem Schönen und bereichert unsere Stadt um ein Unterrichtsmittel von grossem Werthe.
Im zoologischen Anfangsunterricht müssen in der Regel gute, in grossem Massstabe ausge- führte, colorirte Abbildungen als Anschauungsmaterial dienen(Leutemann's Thierbilder); seltener wird es möglich sein, von Säugethieren ausgestopfte oder gar lebende Exemplare den Schülern vorzuführen. Leichter kann dies bei den Vögeln geschehen. Unsere Sammlung von ausgestopften Säugethieren und Vögeln suchen wir allmählich immer mehr zu vervollständigen durch unsere ein- heimischen kleineren Thiere, welche in das Leben der Menschen Nutzen oder Schaden bringend eingreifen. Dabei schliessen wir in der Regel diejenigen Thiere aus, welche leicht lebend zu be- schaffen sind. Hat uns so z. B. ein lebender Igel, ein junger Fuchs u. a. beim Unterricht zu gegenseitiger höchster Zufriedenheit seine Dienste geleistet, so wird er unter guten Wünschen wieder dahin entlassen, woher er uns zugekommen. Kleinere Thiere, wie Gliederthiere, Weich- thiere u. s. w., sind im Sommer in grösserer Anzahl zu beschaffen, so dass wenigstens eine Gruppe von Schülern ein Exemplar zur näheren Beobachtung erhalten kann. Eine Ergänzung müssen diese Anschauungsmittel dadurch erfahren, dass sogen. Terrarien und Aquarien angelegt werden. Ihre Herstellung wird mit aller Energie betrieben werden; es sprechen die gleichen Gründe dafür, welche wir oben als massgebend bezüglich des botanischen Unterrichts für Einrichtung eines Schulgartens geltend gemacht haben. Der letztere wäre auch wenigstens im Sommer der zweckmässigste Ort für die Aufbewahrung der Terrarien und Aquarien, da wir kein besonderes Lehrzimmer für den naturgeschichtlichen Unterricht haben. Es möge gleich hier bemerkt werden, dass wir überhaupt unter unsagbaren Uebelständen in dieser Hinsicht zu leiden haben. Wie für das Zeichnen, so müssten doch auch unbedingt für den naturgeschichtlichen, chemischen und physikalischen Unter- richt eigene Localitäten vorhanden sein, welche sich den betreffenden Cabineten anzuschliessen hätten.
In den folgenden Stufen werden beim vergleichenden und zusammenfassenden Unterrichte un- sere Insecten- und Conchylien-Sammlungen verwendet, wie sie auch zur Unterstützung des Privat- fleisses der Schüler als Typen bei der Ordnung ihrer kleinen Sammlungen dienen können. Auf allen Stufen aber wird der Besuch des naturhistorischen Museums der Rhein. naturf. Gesellschaft im kurfürstl. Schloss theils für freie Stunden angerathen und mit Eifer seitens der Schüler aus- geführt, theils in Begleitung des Lehrers unternommen. Jene Gesellschaft beabsichtigt die Be- deutung des Museums als Bildungsmittel noch durch eine neue Unternehmung zu erhöhen und sie


