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in dieser Institution sich schon hohe Verdienste erworben hat, Gymnasialdirector Dr. E. Schwab in Wien(„Der Schulgarten“, mit 4 Plänen, 4. Aufl. Wien 1876; ein Aufsatz in Hoffmann's Zeitschr. f. math. u. naturw. Unterricht VII., pag. 419). Ich bin um so mehr gezwungen, auf dieselbe zu verweisen, als diese Gründe zumeist sehr allgemeiner Natur sind und daher nur zum kleinsten Theil in den Rahmen unserer Darstellung gehören.„Der Schulgarten ist eine Pflanz- stätte für anschauliche Kenntniss der Natur, für edle Freude an derselben, für die Ausbildung des Verstandes, für den Schönheitssinn, für den Gemeingeist, für bessere Sitten, für eine kräftige Entwickelung des Körpers, endlich für erhöhten Volkswohlstand“ heisst das Resumé in dem ge- nannten Aufsatz pag. 421. Ferner:„Die Einrichtung des Schulgartens ist also ein idealer Ge- danke, welcher dem ganzen und vollen Leben zugewendet ist und sich mit dem Realismus ver- bindet, um die Volkswohlfahrt auf materiellem, geistigem und sittlichem Gebiete mächtig zu fördern.“„Deutschland ist heute noch in der Sache des Schulgartens nicht über die Theorie hinausgekommen, weil es im Doctrinären stecken blieb und nach einer Schablone für den Schul- garten suchte. Oesterreich dagegen geht mit diesem Erziehungsmittel ersten Ranges gradezu den übrigen Culturstaaten bahnbrechend voran.“ Wenn auch hier in erster Linie die Volksschulen ins Auge gefasst sind, so ist es selbstverständlich, dass auch die höheren Schulen in gleichem Masse sich diese Einrichtung nutzbar machen müssen; in den grösseren Städten ist nur bei ihrem Vorhandensein eine vernünftige Methode des naturgeschichtlichen Unterrichts möglich. Die Zucht gewisser nur schwer zu beschaffender Pflanzen trat oben als erste Aufgabe des Schulgartens her- vor. Er soll aber auch ein wirkliches Versuchsfeld darstellen, welches den Schülern die verschie- dene Art der Keimung, das so zahlreich auftretende ungleichzeitige Reifen der Staub- und Stempel- organe der Blüthen zur Ermöglichung der Fremdbestäubung, das verschiedenartige Wachsthum, kurz das ganze Werden und Vergehen der einzelnen Pflanzen zur unmittelbaren Beobachtung bietet, welches ferner verschiedene Horticultur-Operationen kennen lehrt, wie Beschaffung des geeigneten Bodens, Propfen und Oculiren u. s. w., welche einen so tiefen Einblick in das Leben der Pflan- zen gestatten. Excursionen, und wenn sie sich noch so zahlreich veranstalten lassen, können nicht annähernd diese eigenartige Aufgabe des Schulgartens ersetzen. Zudem sind Excursionen grade in Mainz so zeitraubend, dass ihre Ausführung nur selten möglich ist; man hat eine Stunde Weges zu gehen, bis man aus dem Bereiche der Festungswerke und anderem unzugänglichen Gebiete einen Platz gewinnt, welcher eine freie Durchforschung gestattet. Wenn auch der Vergleich wegen der Verschiedenartigkeit der Zwecke im Ganzen nicht zutreffen sollte, so möge uns doch gestattet sein, das kleine Gärtchen unseres Collegen Dr. N., welches 10 m lang und zwischen 7 und 8 m breit ist, hier zu erwähnen als ein Beispiel, um daran zu zeigen, dass auch zur Anlage eines Schulgartens wenig Raum und wenig Kosten erforderlich sind. In diesem Gärtchen befinden sich 36 Bäumchen(Ulme, Eiche, Ilex, Tamarix, Kastanie, verschiedenes Kern- und Steinobst, zum Theil an Spalieren, u. s. w.), 15 Sträucher(Weinrebe, wilde Rebe, Aristolochia, Haselnuss, Jo- hannisbeere, eine Wand mit Epheu), ferner Wald-, Feld- und Gartenpflanzen aus den verschieden- sten Gegenden auf dem Grasplätzchen und zwischen dem Gebüsch(verschiedene Saxifraga, Gera- nium sanguin. und prat., Arum mac., Listera ovata, verschiedene Aspidium, Pteris, Convallaria u. s. w. neben Zierpflanzen mannigfacher Art). Die wildwachsenden Pflanzen wurden von ihm bei seinen grösseren oder kleineren Ausflügen allmählich mit nach Hause gebracht und eingepflanzt und nach manchen vergeblichen Versuchen doch der schliessliche Sieg errungen. Mit einem Worte Schwab's will ich diesen Gegenstand verlassen:„Gesunde Gedanken werden heute bald ein Gemein- gut der Menschheit, und unverkennbar bereitet sich in ganz Europa eine gründliche und besonnene


