Aufsatz 
Eine zweckmäßige Darstellung der Rentenrechnung für die Schule / von Theodor Walter
Entstehung
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15 obigen Stückes. Es wird ein Schüler aufgefordert, das Leſeſtück franzöſiſch und deutſch wiederzugeben, indem er die erſte Perſon Mehrzahl durch die zweite Perſon Mehrzahl erſetzt. Danach wird die erſte Perſon Einzahl eingeſetzt, dann die zweite Perſon Einzahl, endlich die dritte Perſon Einzahl und zuletzt die dritte Perſon Mehrzahl. Jede dieſer Übungen iſt mehrfach vorzunehmen, auch ſchriftlich, wenigſtens die erſte an der Schultafel. Die Reihenfolge in der Variierung der Perſonen iſt nicht gleichgültig. Bei dem Perſonenwechſel erleiden ſämtliche Sätze mit Ausnahme von eεcole est terminée Veränderungen. Hierbei werden gleichzeitig die Poſſeſſivadjektive eingeübt; ſie ſind aus dem früheren ſchon bekannt und werden einſtweilen durch ihre Zuſammenſtellung mit den einzelnen Perſonalien in ihrer Anwendung ge⸗ fördert. Nachdem ſo das ganze Leſeſtück in allen Perſonen(zuerſt franzöſiſch, ſatzweiſe mit deutſch) erſchienen iſt, werden nun die einzelnen Sätze für ſich in allen Perſonen geübt; z. B. der zweite Satz: Je prends mes livres et je les ouvre, tu prendé tes liores et tu les ouvres elc. Zur Befeſtigung ein⸗ zelner Kaſus werden Verben mit einem Pronominalobjekt konjugiert; freilich iſt nach dem eingeſchlagenen Lehrgang nur das Präſens möglich; Beiſpiele hierfür ſind: Je les aime, je leur donne des cahiers, fe lui obéis ac. auch verneint, fragend und fragend verneint. Nach dieſen Übungen erfolgt erſt das Überſetzen deutſcher Texte; der des Lehrbuchs iſt eine faſt wörtliche Paraphraſe des franzöſiſchen Stücks (des obigen) in die erſte Perſon Einzahl. Es werden deshalb noch neue Sätze aus dem Wortvorrate dieſes Kapitels und der vorhergehenden gebildet. Und namentlich wird an dem neuen Stoffe von Kap. XIV, welches Präſens, Imperfekt und hiſtoriſches Perfekt der Verben auf en ſowie die tonloſen Poſſeſſiva bringt, eine tüchtige Repetition der Perſonalien vorgenommen.

c. Schriftliche Übungen. Ganz abgeſehen davon, daß jeder gründliche Betrieb eines Unterrichtsfaches auch ſchriftliche Übungen, mindeſtens Probeleiſtungen erfordert, ſind unſere Anfänger meiſt derart ungeübt in Lateinſchrift, daß ſchriftliche Arbeiten doppelt nötig erſcheinen. Die Praxis ergab, daß häufige, kurze Übungen den Vorzug verdienen; 5 bis 6 Sätze genügen im Anfang, eine Seite von 12 Linien ſei höchſtens der Jahresdurchſchnitt. Die Leiſtungen ſollen auch äußerlich befriedigen und müſſen, in Hefte eingetragen, vom Lehrer ſämtlich zu Hauſe korrigiert werden. Sie erfolgen zumeiſt in der Schule; häusliche Arbeiten haben ſich wenig bewährt.

Die erſte Arbeit beſteht im Abſchreiben der im Unterricht zum vollen Beſitze gebrachten fran⸗ zöſiſchen Übungsſätze oder Leſeſtückchen, eine zweite und dritte iſt deren Niederſchrift aus dem Kopfe oder nach Diktat, eine vierte bildet die Beantwortung franzöſiſcher Fragen. Dazu kommen Deklinations⸗, Konjugations⸗ und andere grammatiſche Übungen und endlich die Variierungen und Umbildungen von Einzelſätzen und ganzen Abſchnitten, ſowie Überſetzungen aus dem Deutſchen in das Franzöſiſche. Das letztere umfaßt das Retrovertieren der franzöſiſchen Stoffe, das Überſetzen der Übungsſtücke des Lehrbuchs(Ricken, Elementarbuch, Teil 1) und anderer deutſcher Sätze, die der Lehrer im Anſchluß an das Elementarbuch bildet. Die Überſetzungsübungen erfordern eingehende Vorbreitung, und aus⸗ giebige Benutzung der Wandtafel. Kein Satz in das Heft, der vorher nicht ein oder mehrere Male an der Tafel ſtand! Selbſttätigkeit der Schüler! Ein Schüler überſetzt mündlich, ein zweiter ſchreibt ſpäter an die Tafel, ein dritter korrigiert, die ganze Klaſſe kontrolliert. Auch eigene Vorbereitung des Schülers ſei für die ſchriftlichen Ubungen ſtets möglich, alles was auf rationelle Weiſe Fehler vermeiden hilft, werde vor der Arbeit verſucht. 1

Auch die Wörter werden beſonderer ſchriftlicher Ubung unterworfen. Wie ſie der Unterricht ergiebt, werden ſie zu je 12 bis 20 in das ſog. Wörterheft eingetragen(nach Anſchrift des Lehrers an der Wandtafel), geübt, verwendet und, nachdem das immanente Memorieren derſelben hinreichend gediehen, das Wörterheft vom Lehrer durchgeſehen worden iſt, auswendig gelernt. Der Lehrer fragt ſie ab, indem er die deutſchen Bedeutungen diktiert und die franzöſiſchen Vokabeln daneben ſchreiben läßt; ſpäter werden nur die franzöſiſchen Wörter geſchrieben. Bei Diktaten wird erſt der ganze Satz vorgeſprochen, derſelbe dann in paſſenden Teilen diktiert, und am Schluſſe wiederholt der Lehrer das ganze Diktat. Statt ſeiner kann auch ein Schüler das ganze vorleſen, anfänglich auch deutſch wieder⸗ geben; andere Wiederholungen, Fragen der Schüler ſind ausgeſchloſſen.

Die Korrektur des Lehrers erfolgt in allen Fällen umgehend, gibt nicht nur das Fehlerhafte an, ſondern gibt auch Stützen zur Verbeſſerung, ſei es durch beſondere Zeichen, ſei es durch Einhilfen, Hinweiſe, Angabe des Deutſchen oder ſelbſt des richtigen Franzöſiſch. Die ſofortige Verbeſſerung ſei⸗ tens des Schülers muß immer ſo geſchehen, daß Gedankenloſigkeit möglichſt ausgeſchloſſen iſt, alſo