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zu bewerkſtelligen durch einen planmäßigen, auf den oben entwickelten Geſichtspunkten aufgebauten, zum Aufſatzunterricht unmittelbar hinleitenden Anſchauungsunterricht, und dieſes Verfahren empfiehlt ſich aus leicht erſichtlichen Gründen ganz beſonders für die zweiklaſſige Vorſchule.— In der Elementar⸗ klaſſe der zweiklaſſigen Vorſchule iſt eine Trennung der Abteilungen beim Anſchauungsunterrichte der beſchränkten Zeit wegen nicht möglich. Auch ein alljährlicher Wechſel bei der Auswahl der Unterrichts⸗ ſtoffe, mit dem Zwecke jedem Jahrgange ſtets Neues zu bieten, empfiehlt ſich nicht, wenn man den Gedanken feſthält, mit dem Anſchauungsunterricht unmittelbar auf die Anfertigung von Aufſätzchen hinarbeiten zu wollen. Die Differenz der Sprachfertigkeit beider Abteilungen erfordert bei dieſem An⸗ ſchauungsunterrichte Geſchicklichkeit und Gewandtheit von Seiten des Lehrers.— Der Inhalt der zur Behandlung vorgeführten Gruppen wird nach vermitteltem Verſtändnis von den Kindern des erſten Jahres in Sätze gefaßt, deren möglichſt einfacher Bau dadurch verbürgt iſt. Die Anleitung des Lehrers muß ſich vorzüglich dahin richten, daß die Sätze in ſolcher Reihenfolge gebildet werden, daß Verbin⸗ dungsmomente vorhanden ſind und ſie ſich zu einer kleinen Erzählung aufbauen, welche durch öftere Wiederholung und durch Unterſtützung der Reproduktion vermittelſt des Bildes ſich feſt und ſicher ein⸗ prägt. Für die Oberabteilung läßt ſich leicht eine Erweiterung des bereits Gelernten ermöglichen durch die Andeutung neuer Verhältniſſe und Beziehungen, die dem ſchon erweiterten Geſichtskreiſe ent⸗ ſprechen. Auch die ſprachliche Faſſung wird demgemäß reichhaltiger und abwechſelungsreicher, was um ſo ſicherer zu erzielen iſt, als das nötige Verſtändnis der zu Grunde liegenden Vorſtellungen unbedingt vorhanden iſt, und man nur deren Ausbau und Erweiterung anregen und leiten muß. Neue Gedanken werden in neue Sätze gefaßt, die Form der alten ſcheinbar abſichtslos geändert, die Beziehungen der Wörter auf mehrfache Weiſe gegeben, und die Kinder derart zu Gewandtheit im Wechſel der Form gebracht. Die urſprüngliche Erzählung bleibt in den grundlegenden Gedanken beſtehen; eine reichliche Verbreiterung findet jedoch ſtatt, wobei ſich ſelbſtredend auch die Zahl der Sätze mehrt. Fleißige Übung iſt auch hier die Bedingung des Fortſchreitens. Die auf dieſem Wege gewonnene Erzählung, die dem Anſchauungskreiſe und der Gedankenwelt des Kindes entſpricht, kann ohne große Schwierigkeit auch im zweiten Jahre ſchon ſchriftlich dargeſtellt werden. Man läßt am Anfange die Sätze vor den Augen der Kinder an der Wandtafel entſtehen und nach Richtigſtellung alles Nötigen ſelbſtändig niederſchreiben, manchmal mit Hülfe von Merkwörtern, Fragen oder Inhaltsbezeichnungen. Bei vernünftiger zweck⸗ mäßiger Durchführung des Anſchauungsunterrichtes läßt ſich in beiden Jahrgängen der Elementarklaſſe eine Stoffmenge ſammeln, welche, allmählich methodiſch erweitert und geübt, vorzügliche Mittel für den Aufſatzunterricht(ſpeziell des 3. und 4. Jahres) an die Hand giebt, nicht nur durch unmittelbare Ver⸗ wertung desſelben, ſondern auch durch die Maſſe der feſtſtehenden Anſchauungskreiſe, durch deren Über⸗ tragung und Kombination zu neuen Anſchauungen, Gedankenkreiſen und Erzählungen.— Die vielen Schwierigkeiten des Aufſatzunterrichts können auf dieſem Wege, wenn auch nicht unbedingt beſeitigt, ſo doch weſentlich verringert werden. Bei der Vorbereitung der Aufſätzchen auf dieſem Wege kann der Lehrer nach dem Bilde oder Gegenſtande den Stoff feſtſtellen; die Kinder geben ſelbſt gerne an, worüber ſie ſchreiben wollen, und hat man erſt die Luſt geweckt, ſo wird auch der Erfolg nicht aus⸗ bleiben; die Neigung zur Sache ſichert ihn.— Soll ein nach vorſtehender Darlegung eingerichteter Sprachunterricht in der zweiklaſſigen Vorſchule betrieben werden, ſo dürfen natürlich auch dem An⸗ ſchauungsunterrichte die oben entwickelten pſychologiſchen und praltiſchen Momente nicht fehlen; denn ſie ſind die Haupterforderniſſe guten Anſchouungsunterrichtes, wie dieſer wieder die Grundlage der ſprachlichen Bildung iſt.
Sedee
Druck von Otto Borpszewski Bingen a. Rh.


