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Erſcheinungen werden, entſprechend der Behandlung der ſoeben genannten Verbindungen, auch nach Stoffen geordnet, deren Eigenſchaften dann aus den verſchiedenen Abſchnitten des Buches zuſammen⸗ geſtellt werden. Dadurch fällt in dieſer Verſuchsreihe jedem Schüler ein beſtimmtes, in ſich abgeſchloſ⸗ ſenes Kapitel zu, und zugleich wird durch die neue Zuſammenſtellung, in der die ſchon bekannten Er⸗ ſcheinungen auftreten, die wiederholende Betrachtung noch mehr belebt. Ein ſolches Kapitel iſt z. B. das über den kohlenſauren Kalk, der an den verſchiedenen Stellen des Lehrbuchs vorkommt. Der betr. Schüler hat da zu zeigen: Die Zerſetzung des kohlenſauren Kalks durch Hitze(aus dem Abſchnitt des Buchs: Zerſetzung der Salze), das Löſchen des gebrannten Kalks(aus dem Abſchnitt: baſiſche Salze) und die Zerſetzung durch Schwefel⸗ oder Salzſäure(ebenfalls aus dem Abſchnitt: Zerſetzung der Salze); dann weiſt er die bei dieſer Zerſetzung entſtandene Kohlenſäure nach durch Wiederholung von Ver⸗ ſuchen, die in der II. Klaſſe ſchon vorgekommen ſind und an die alſo bei dieſer Gelegenheit auch noch einmal erinnert wird, und ſtellt ſchließlich zum Ausgangspunkt ſeiner Betrachtung zurückkehrend, kohlen⸗ ſauren Kalk wieder her, indem er dieſe Kohlenſäure in Kalkwaſſer und dann über feſten gelöſchten Kalk leitet(Abſchnitt: Darſtellung der Salze).
Bei der im Vorhergehenden geſchilderten Einrichtung bilden alſo die Schülerverſuche nicht ein bloßes Anhängſel, ein unbequemes Etwas, von dem man nicht recht weiß, wo man es unterbringen ſoll, ſondern ſie ſind, als eine beſondere Form der Wiederholung, mit dem Ganzen des chemiſchen Unterrichts organiſch verbunden.
5. Einige Geſichtspunkte für den zoologiſchen Unterricht. Von Herman Jäger.
Je umfangsreichere Vorſtellungsgebilde vom Schüler einheitlich erfaßt und dadurch zu ſeinem wahrhaften geiſtigen Eigentum gemacht werden ſollen, deſto zahlreicher müſſen die Einheitsbezüge werden, die dieſe Gebilde durchdringen. Die ſyſtematiſche Verwandtſchaft, der Einheitsbezug, deſſen. Betrachtung für den Unterricht in der Tierkunde von der IV. Klaſſe an vorgeſchrieben iſt, verbindet, zumal für den kindlichen Sinn, die einzelnen Anſchauungen nicht gar feſt miteinander. Sind nun die vielen Stücke, aus denen ſich das Bild einer Tierklaſſe zuſammenſetzt, nur auf dieſen einen Faden aufgereiht, ſo belaſten ſie ihn leicht zu ſtark und fallen auseinander. Deshalb müſſen ſie noch an andere Fäden geknüpft werden, die die ganze Maſſe dann am leichteſten und ſicherſten zuſammenhalten werden, wenn ſie kreuz und quer nach den verſchiedenſten Richtungen hin ſie durchflechten.
Wenn nun beim erſtmaligen Durchnehmen das Augenmerk darauf gerichtet wurde, die äußere Erſcheinung und den Körperbau der behandelten Tiere in ihrer Bedeutung für das Leben derſelben ſoweit als es eben möglich verſtehen zu lernen, ſo iſt es nicht ſchwer, einheitliche Geſichtspunkte auf⸗ zufinden, nach denen ſich neue und geiſtig anregende Anordnungen des in ſyſtematiſcher Reihenfolge durchgenommenen Lernſtoffes ausführen laſſen.
Ein Geſichtspunkt dieſer Art iſt zunächſt der der Färbung. Iſt z. B. die Klaſſe der Säugetiere vollſtändig durchgenommen und in der gewöhnlichen Weiſe wiederholt, ſo wird nun die Frage aufgeworfen: Welche Säugetiere zeigen in ihrer Färbung beſondere Eigentümlichkeiten?— Bei der Beantwortung dieſer Frage werden die Schüler natürlich zuerſt diejenigen durch ihre Farbe merk⸗ würdigen Tiere anführen, die ihnen lebend oder ausgeſtopft vor Augen gekommen ſind, vor allem alſo die in ihrer Farbe ſo wechſelnden Haustiere: Hund, Katze, Pferd, Rind, Schaf, Kaninchen. Wenn ferner, wie es in unſrer Anſtalt der Fall iſt, die Sammlung einen weißen Maulwurf, ein rot⸗ braunes, ein graubraunes und ein ſchwarzes Eichhörnchen, ein junges Reh, weiße Mäuſe, ſowie Hermeline von verſchiedener Farbe enthält, ſo werden auch dieſe genannt werden. Außerdem werden ſich etwa noch als erwähnenswert herausſtellen: Haſe, Löwe und Eisbär wegen ihrer dem Aufenthaltsort angepaßten Farbe, der Fuchs wegen ſeiner Farbenabarten, das Wildſchwein wegen der Farbe der Jungen, das Rentier wegen des mit der Jahreszeit wechſelnden Kleides, endlich der indiſche Elefant wegen ſeiner weißen Abart.
Dieſe Beiſpiele werden alsdann nach verſchiedenen Beziehungen geordnet und daraus allge⸗ meinere Ergebniſſe gewonnen, die geeignet ſind, das Nachdenken zu wecken.
So haben wir zuerſt die dem Aufenthaltsort angepaßte Farbe als Schutzmittel gegen Ver⸗ folger beim Haſen, als Schutzmittel gegen das Erkanntwerden von ſeiten der Opfer bei Eisbär und Löwe.


