Aufsatz 
Der Anfangsunterricht im Englischen auf lautlicher Grundlage / von Max Walter
Entstehung
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gerettet, so hätte ich von der Beschäftigung mit dem Polnischen nur noch die wenig erbauliche Erinnerung an die Thatsache, dass ich einmal Unterricht darin gehabt habe.

Die Schlussfolgerung, die sich hieraus ziehen lässt, fällt mit der Grundlage für die ganze neuere Bewegung auf dem Gebiete des Sprachunterrichts zusammen.

Da die Einzelsätze in keinem inneren Zusammenhang mit einander stehen und ein leb- haftes Interesse des Schülers nicht zu erwecken vermögen, so können sie auch nicht im Ge- dächtnis haften bleiben, und sind sie entschwunden, so vergehen damit auch alle mühevoll er- worbenen zahllosen grammatischen Regeln und Ausnahmen.

Die Gedichte und Erzählungen dagegen bilden ein in sich abgeschlossenes Ganze, dem der Schüler ein reges Interesse entgegenbringt, und das er sich durch die vielfachen, von ver- schiedenen Gesichtspunkten aus angestellten Wiederholungen sicher einprägt. Dazu lehnen sich alle Ubungen an den Lesestoff an. Fragen und Antworten, Umwandlungen der Erzühlungen aus der Einzahl in die Mehrzahl, aus der einen Person und Zeit in die andere, aus dein Aktivum ins Passivum, aus der direkten in die indirekte Rede, Auflösungen der Participialkonstruktionen, In- haltsangaben, freie Nacherzählung nach sonstigen, gemeinsam mit den Schülern herausgefundenen Gesichtspunkten; alles dies und noch mehr bildet den Stoff zu mündlichen und schriftlichen Ubungen, zu denen noch Diktate, und im Anfang Niederschreiben von Gedichten und Erzäühlungen aus dem Gedächtnis hinzukommen.

Somit wird aus der Sprache heraus das Gefühl für das sprachlich Richtige und damit zugleich sicheres grammatisches Wissen gewonnen, was durch Einzelsätze nie erreicht wird. Diese sind völlig überflüssig und nehmen viel kostbare Zeit in Anspruch, die sich nutzbringender ver- werten lässt. Ebenso unnötig und für die Aneignung des Sprachgefühls und einer fliessenden Aussprache sogar schädlich sind die UÜbersetzungen aus dem Deutschen in die fremde Sprache, die sich überall vermeiden und anders ersetzen lassen, unbedingt aber im Anfangsunter- richt fallen müssen. Das künstliche Aufbauen der Sprache nach grammatischen Regeln hindert geradezu die natürliche Erlernung der Sprache und verführt zur Herstellung eines falschen Englisch und Französisch, wobei man nur an die bisherige Form der Extemporalien denken möge.

Auch hier muss die Kenntnis der Sprache auf natürlichem, nicht auf künstlichem Wege vermittelt werden.

Mit 43 Quintanern habe ich ganz dieselben mündlichen und schriftlichen Ubungen im Fran- zösischen angestellt, wie mit der einen Tertia im Englischen und einer anderen im Französischen.

Solche Ubungen werden gern und freudig von den Schülern gemacht, da sich der der Jugend

innewohnende Trieb selbständig zu schaffen hierbei in Anlehnung an schon erworbenen Sprachstoff frühzeitig bethätigen kann. Da also die künstliche Herstellung einer noch unbekannten Sprache streng vermieden wird, so fallen auch die schriftlichen Arbeiten wesentlich besser aus als früher...

Wenn man bei den grösseren Erfolgen, die ein derartiger der Natur angepasster Sprach- unterricht erzielen muss, noch glaubt, dass den Schülern zu viel zugemutet werde, so ist dies eine Verkennung der ganzen Verhältnisse. Wenn irgendwie eine Entlastung stattfindet, so ge- schieht dies gerade infolge des naturgemässen Lehrverfahrens. Ausserdem wird alles Wissen in der Schule erarbeitet, und fänden die Schüler nicht selbst grosse Freude daran, gelegentlich kleine schriftliche Ubungen zu Hause zu machen, so hätten sie nichts weiteres zu thun, als das, was in der Schule erlernt worden ist, durch Wiederholung zu befestigen.

Auch sei hier nochmals hervorgehoben, dass die Erklärungen über Bildung der Laute,

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