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Ich möchte es dringend wünschen, dass man endlich davon zurückkäme, in der zum grossen Teil so willkürlichen englischen Orthographie die englische Sprache zu erkennen. Es kann nicht genug betont werden, dass die Sprache nicht in den oft recht verzerrten Schrift- bildern besteht, sondern im Laut. Möge man diesen so darstellen, wie er ist; dann werden die Schüler nach dem neuen Verfahren die fremde Sprache schneller und sicherer lernen als bisher, wo zwei verschiedene Principien, Laut und Schrift einander gegenüberstehen. Wenn dann mindestens ein Jahr hindurch an allen Schulen nach einer einheitlichen Lautschrift unter- richtet würde,(vgl. S. 7 und 8) so müsste die thatsächliche Befolgung des Grundsatzes: Schreib wie du sprichst, uud sprich wie du schreibst noch viel sicherer zu einer guten Aussprache führen und die Bemühungen des Lehrers und der Schüler wesentlich erleichtern. Da dieses Ziel nicht auf einmal zu erreichen ist, so mögen wir wenigstens die sich unterdessen bietenden Vorteile der gelegentlichen Verwertung der Lautschrift nicht von der Hand weisen. Wie gezeigt, ist eine Uberbürdung des Schülers durchaus nicht vorhanden.
Nachfolgend teilt mir Kollege Quiehl gütigst seine Erfahrungen über die Verwendung der Lautschrift im Unterricht mit:
Bei vielen Fachgenossen herrscht noch immer eine grosse Abneigung gegen die Anwendung der Lautschrift im Unterricht,. sehr mit Unrecht, wie ich glaube. Ich bin überzeugt. dass diese Voreingenommenheit bei allen denen schwinden wird, die einen praktischen Versuch damit anstellen. Es wäre schön, wenn an irgend einer Anstalt einmal durchgreifende Versuche mit der Verwendung der Lautschrift gemacht werden könnten, wenn den Schülern im Anfangs- unterricht für längere Zeit nur Texte in Umschrift in die Hand gegeben würden. Ich glaube. das Ergebnis würde ein durchaus günstiges sein. Der störende Einfluss der herrschenden geschichtlichen Rechtschreibung auf die Aussprache würde in der für die weitere Entwicklung so wichtigen Zeit des ersten Unterrichts von dem Schüler fern gehalten. Auf der anderen Seite würde demselben durch die Umschrift das Mittel an die Hand gegeben, das in der Schule Durchgenommene zu Hause zu wiederholen, eine Unterstützung, die jetzt fehlt. Doch selbst
Fällen gehoben und zurückgezogen wird und die Zungenspitze an die oberen Schneidezähne heranreicht. Beim schnellen Sprechen fallen daher die Laute in einen zusammen. Spreche ich aber das lange a mit deutscher Zungenstellung aus, wobei die Zunge die unteren Schneidezühne berührt, so kann ich eine der obigen annähernde Klangwirkung nur dadurch erzielen, dass ich von diesem Laut durch Hebung und Zurückziehen der Zunge zum" übergehe. Wenn der Lehrer die für r eintretenden Laute, welche in vielen Schulbüchern ungenau oder falsch dargestellt sind, selbst genau unterscheidet, wird sie der Schüler eben so gut ohne Schwierigkeit nachahmen, zumal jeder Schüler den ↄ- und r-Laut ebenso wie den L-Laut aussprechen lernt. Dies möchte ich hier noch besonders hervorheben, weil ich aus der mir erst jetzt zu Gesicht gekommenen Schrift von Eidam: Phonetik in der Schule? Würzburg. A. Stuber. 1887 ersehe, dass der Verfasser auf die genaue Einübung des englischen? und r verzichtet. Wie neben dem Vorsprechen einfache Angaben über die Bildung dieser Laute die Einübung derselben erleichtern, ist an anderer Stelle auseinandergesetzt worden und sei hier nochmals betont, lda der Verfasser der obigen Schrift den Wert solcher Erklärungen bezweifelt. Vgl. auch Schröer, Aussprache des Englischen. Berlin. Springer 1884, der, wenn auch auf andere Weise, so doch ebenfalls seinen Schülern diese Laute gelehrt hat und geradezu darauf hinweist, wie wesentlich sie für eine gute Aussprache des Englischen sind.


