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höher anschlagen als die mündlichen, werden anerkennen müssen, dass durch eine genauere Be- rücksichtigung der Laute dem Schüler wesentliche Stützen für die Orthographie gegeben werden. Orthographische Fehler sind eben häufig nur eine Folge der mangelhaften Aussprache, wie ja schon im Anfang meiner Abhandlung fürs Deutsche auseinandergesetzt worden ist. Wird z. B. der Auslaut in ford und found(entsprechend dem Deutschen) ebenso stimmlos gesprochen wie das t in boat und lost, so ist es ganz erklärlich, wenn der Schüler in jedem Falle in der Schrift ein f einsetzt. Nach dem bisherigen Unterrichtsverfahren schreibt der Schüler das Schriftbild dem Gedächtnis nach nieder, ohne sich die dem Schriftbild zu Grunde liegenden Laute vorzu- führen. Sobald er aber bei der Menge der neuen Buchstabenverbindungen, die er sich gedächtnismässig aneignen muss, einen oder den anderen Buchstaben vergessen hat,— und das geschieht ja oft genug— wird er von selbst darauf geführt, sich den betreffenden Laut zu ver- gegenwärtigen und das entsprechende Zeichen einzusetzen. Ist nun z. B. der Auslaut in Wörtern wie big. ford, rob dem Schüler nicht klar zum Bewusstsein gekommen, so wird er eben entweder schwankend sein, ob es der stimmlose oder stimmhafte Laut ist, oder er glaubt wirklich stimm- lose Konsonanten im Auslaut zu hören und setzt dann falsche Schriftzeichen ein. Der Fehler in der Schrift ist also hier eine Folge des lautlichen Fehlers. Auch dieser Gesichtspunkt weist auf den hohen Wert einer guten Aussprache hin und zeigt die Richtigkeit der Forderung, dass Lautfehler keinesfalls milder beurteilt werden dürfen als Schriftfehler.
Wie die falsche Aussprache gerade zu orthographischen Fehlern Anlass giebt, sah ich besonders an einem Schüler, der, wie schon oben bemerkt, in der ersten Zeit die Laute p und 5 nicht richtig nachbilden konnte, während alle anderen Schüler sie schnell erlernten. Da dieser Schüler auch im Deutschen die fehlerhafte Gewohnheit hatte, die Unterlippe stets den oberen Schneidezähnen zu nähern(f und o--Ansatzstelle), so brachte er keinen reinen p- und 5-Laut, sondern einen Mischlaut zwischen p und/ und d und p hervor. Er übertrug nun diesen Sprachfehler auch auf die Schrift und stellte die richtig vorgesprochenen Laute falsch dar, indem er für das Schriftzeichen von p und d(th) die Schriftzeichen seines falschen Lautes (f oder o) einsetzte. Selbst bei Wörtern, deren Schriftbild er schon gelernt hatte, trat diese Verwechslung ein, so dass er z. B. pere anstatt there, vat anstatt that schrieb. Erst als es ihm gelungen war, den Mund ordentlich zu öffnen und bei gesenktem Unterkiefer die Zunge an die oberen Schneidezühne anzusetzen, fand er mit der Unterscheidung der Laute auch deren richtige Darstellung durch die Schrift. Alle in den schriftlichen Ubungen: vorkommen- den Verwechslungen von Buchstaben, z. B. o und in vine und ine voranlasaten mich, die betreffenden Wörter von den Schülern aussprechen zu lassen. War die Aussprache des Anlautes ungenau oder ergab sich, dass der deutschdialektische Lippenreibelaut a als Ersatz für beide Laute eingetreten war, so wurden sie sofort geübt und miteinander verglichen. Bei dieser Gelegen- heit fand eine allgemeine Wiederholung der Lauttafel statt, um den Lautwert und die Ansatz- stellen der einzelnen Laute jedem Schüler wieder deutlich vorzuführen.
Nachdem das Gedicht nach Laut, Schrift, Betonung und Bedeutung jedem Schüler vertraut geworden und in gutes Deutsch übersetzt worden war, wurde es in der zehnten Stunde als
erstes englisches Diktat niedergeschrieben, was bis auf wenige Ausnahmen ohne Fehler ge-
schah. Darauf wurden die im Zusammenhang leicht erlernten Wörter von diesem losgelöst
und ausser der Reihe einzeln und in Verbindung mit anderen Wörtern des Gedichts abgetragt.
wobei sich ergab, dass durch die genaue Durchnahme die im Gedicht enthaltenen 63 Wörter dem Gedächtnis der Schüler eingeprägt waren. Ist einem Schüler die Bedeutung eines Wortes entfallen, so wird er durch die Erinnerung an den Zusammenhang, in welchem er es erlernt hat, leicht darauf geführt. Da er alle diese Worte durch das Ohr aufgenommen hat,
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