Aufsatz 
Der Anfangsunterricht im Englischen auf lautlicher Grundlage / von Max Walter
Entstehung
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Gehe ich nun ohne weiteres vom Deutschen zur fremden Sprache über, so werden sich all diese Laute von selbst in das Französische und Englische einschleichen. Das einfache Vor- sprechen führt also nie zu einer gleichmässigen, in allen Fällen stattfindenden Nachahmung der Laute. Wie im Deutschen, so ersetzt der Schüler auch in der fremden Sprache den in einem Falle richtig nachgeahmten Laut im nächsten Falle wieder durch seine altgewohnte deutsche Aussprache. Die Folge ist, dass die Aussprache vieler Schüler bis in die obersten Klassen fort- während verbessert werden muss.

Soll dieser Ubelstand beseitigt venden, so ist die erste Aufgabe, dass der Schüler von Anfang an stimmhafte und stimmlose Laute von einander unterscheiden lerne. Dazu müssen regelrechte Lautübungen angestellt werden. Zunächst spreche ich die Vokale und, m, n aus und darauf die den Schriftzeichen p, f, k entsprechenden stimmlosen Laute. Diese Ubung wird dann von einzelnen Schülern und der ganzen Klasse wiederholt. Die Schüler stellen das unter- scheidende Merkmal fest, dass bei den ersteren Lauten ein Ton gehört werde, der bei den stimmlos vorgesprochenen Konsonanten p, t, k nicht vorhanden ist.

Um den Unterschied zwischen stimmhaften und stimmlosen Lauten durch besondere Merk- zeichen hervorzuheben, liess ich die Schüler einen Finger an den Kehlkopf legen und sie dann die verschiedenen Laute wiederholen. Hierbei fanden sie selbst heraus, dass sie bei den ersten Lauten ein Erzittern des Kehlkopfes gemerkt hätten, bei letzteren nicht. Ich erklärte ihnen nun, dass dieses Zittern durch das Schwingen der an jener Stelle liegenden Stimmbänder ent- stände, welche sich bei Erzeugung eines Tones näherten und durch den von der Lunge aus- gehenden Luftstrom in Bewegung gesetzt würden. Bei den stimmlosen Lauten dagegen befänden sich die Stimmbänder wie beim Atmen(Laut h) in der Ruhelage, also entfernt von einander, und der Luftstrom gehe dann stimmlos durch den Kehlkopf, weil hier die Bedingung der Ton- erzeugung, das Nähern der Stimmbänder, nicht erfüllt werde. Da das den stimmhaften Lauten eigene Summen und damit der Unterschied zwischen stimmhaften und stimmlosen Lauten besonders deutlich hervortritt, wenn man die Finger in die Ohren steckt und dabei abwechselnd die genannten Laute ausspricht, so wurde auch dieses Mittel oft in Anwendung gebracht. Bei der Schwierigkeit, die stimmhaften Laute. von den stimmlosen unterscheiden und aussprechen zu lehren, sind solche Hilfsmittel gerade in unserer Gegend von besonderem Werte. Die Erklärungen, die den Schülern über die einfachsten Vorgünge beim Sprechen gegeben werden, die sich durch einige Striche an der Wandtafel oder durch Modelle noch mehr veranschaulichen lassen, sind für dieselben von grossem Interesse und erhöhen das Verständnis für die eigentliche Sprech- thätigkeit. Eine wenn auch nur oberflächliche Bekanntschaft mit den Sprachwerkzeugen, welche ihnen zur richtigen Hervorbringung der verschiedenen Laute dienen, ist von grossem Nutzen für den ganzen Unterricht. Man darf da nicht glauben, dass derartige gelegentliche Andeutungen überflüssig wären oder über den Horizont der Schüler hinausgingen. Ich habe auch i den schwächeren Schülern gefunden, dass sie leicht das darüber Gesagte verstehen und durch ein- faches Nachdenken und die nötige Anleitung das Wissenswerte meist selbst herausfinden. Schon bei den genannten Ubungen, welche zur Unterscheidung der stimmhaften und stimmlosen Laute dienen, stellt der Schüler fest, dass Lunge, Kehlkopf, Mund, Nase die Grundlage für die Bildung der Sprachlaute abgeben. Als Merkmale der Verschiedenheit der Laute lernt er sie nun auch durchstimmlos undstimmhaft bezeichnen, was ihn stets an das eigentliche ihm