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Die Ntome ſind weder mechaniſch noch chemiſch mehr teilbar und drücken überhaupt die kleinſte Menge eines Elementes aus, die in einem Molekül ſeiner Verbindungen vorkommt. Man kann alſo dieſen Definitionen gemäß von einem Atom H, Cl, S u ſ. w., aber nicht von einem Atom Waſſer, Salzſäure, oder überhaupt eines zuſammengeſetzten Körpers reden. Wohl aber kann man von einem Molekül Waſſer, einem Molekül Salzſäure, und ebenſowohl kann man von einem Molekül Waſſerſtoff, einem Molekül Chlor, überhaupt von dem Molekül eines Elementes reden.
Die Beziehungen zwiſchen dem Molekül und den Atomen eines zuſammengeſetzten Körpers ſind leicht verſtändlich. 1 Molekül HClI beſteht aus 1 Atom H und 1 Atom Cl. Schwieriger geſtalten ſich die Beziehungen zwiſchen Molekül und Atom bei den einfachen Körpern, den Elementen. Daß bei den Elementen die Begriffe Atom und Molekül ſich nicht decken können, iſt nach allem bis jetzt Geſagten Pirarſäindc. Welcher Art aber die Beziehungen zwiſchen beiden ſind, das ergibt ſich aus folgenden Betrachtungen.
. Aus dem Geſetze von Avogadro folgt unmittelbar, daß die Molekulargewichte aller Gaſe den ſpezifiſchen Gewichten oder Dampfdichten proportional ſind. Man hat alſo: M: M: Me: Ma... D: D.: D.: D..... Daraus ergibt ſich: M D. 3 P. un D. 12.... Das heißt, 1 2 3 man erhält das Molekulargewicht M eines Gaſes, Elementes oder einer Verbindung, wenn man ſeine Dampf⸗ dichte D mit dem für alle Gaſe gleichen, ein für allemal inbezug auf ein Gas zu beſtimmenden Faktor M M. PD D.⸗. desjenigen Elementes, das mit dem geringſten Gewicht in chemiſche Verbindungen eintritt, nämlich des
Waſſerſtoffs, gleich 1, ſo läßt ſich der Faktor A für das Salzſäuregas in folgender Weiſe beſtimmen.
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1 Gewigtsteil Waſſerſtoff oder 1 Atom H verbindet ſich mit 35,5 Gewichtsteilen Chlor zu 36,5 Ge⸗ wichtsteilen Salzſäure. Folglich muß das Molekül Salzſäure wenigſtens 36,5 Gewichtsteile betragen, da es nicht weniger als 1 Atom H enthalten kann. Nehmen wir dieſes kleinſtmögliche Molekulargewicht, das dem Begriff des Moleküls als kleinſten ſelbſtſtändigen Teilchens auch am beſten entſpricht, als das wirkliche an, ſo wäre M;, das Molekulargewicht der Salzſäure, gleich 36,5(andernfalls könnte es nur ein Multiplum von 36,5 nach ganzen Zahlen ſein). Nun ergibt ſich aber die empiriſche Dampfdichte des Salzſäuregaſes, bezogen auf die Dichte des leichteſten Elementes, des Waſſerſtoffs, zu 18,2. Wir hätten alſo: 1 8 ee— 2,005. Der kleine Bruch, der ſich dabei ergibt, kann auf Rechnung der Verſuchs⸗
1„ fehler geſetzt und füglich vernachläſſigt werden. Man hat alſo, um das Molekulargewicht M eines Kör⸗ pers, einerlei ob Elementes oder Verbindung, zu finden, ſein ſpecifiſches Gewicht oder ſeine Dampſdichte D, bezogen auf die Dichte des Waſſerſtoffs 1, mit dem Faktor 2 zu multipliciren.(Hätte man die Dampfdichte, ſtatt auf Waſſerſtoff, auf atmosphäriſche Luft 1 bezogen, ſo hätte man den conſtanten
Faktor 1 nicht zu 2, ſondern zu 28,88 gefunden.) Es ergibt ſich nach dieſer Regel das Molekularge⸗
1 wicht des Waſſerſtoffs gleich 1.2— 2. Hieraus folgt aber ſofort, daß das Molekül des Waſeerſtoffs nicht identiſch mit einem Atom ſein kann, da ja das Atomgewicht des Waſſerſtoffs 1 geſetzt wurde, daß vielmehr das Molekül aus 2 Atomen beſtehen muß. Es kommt alſo dem Molekül Waſſerſtoff die che⸗ miſche Formel H.— 2 Gevichtsteilen zu. Hätte man oben für das Molekulargewicht der Salzſäure nicht 36,5, ſondern ein Multiplum nach ganzen Zahlen geſetzt, ſo wäre das Molekulargewicht des Waſſerſtoffs⸗ ein Multiplum von H, nach ganzen Zahlen Ha, Ha, Ha u. ſ. w. Daß aber in der That das kleinſt⸗ mögliche Molekulargewicht der Salzſäure auch das der Wirklichkeit entſprechende iſt, daß demnach auch das Molekül Waſſerſtoff aus 2 Atomen und nicht etwa einem Multiplum derſelben beſteht, das ergibt ſich mit voller Beſtimmtheit aus der empiriſch gefundenen ſpezifiſchen Wärme des Queckſilberdampfes und den daraus gezogenen Schlüſſen.(Vergleiche Alexander Naumann, Grundlehren der Chemie.)
Wir können dieſelbe Betrachtung, die wir für das Waſſerſtoffmolekül anſtellten, nicht ohne wei⸗ teres auch für die Moleküle der übrigen einfachen Gaſe anſtellen, da uns ja die Atomgewichte dieſer Gaſe erſt bekannt ſein müßten, wollten wir aus ihrem Molekulargewicht auf die Anzahl der in ihrem Molekül enthaltenen Atome ſchließen. Dieſe Atomgewichte der modernen Chemie ſind nun aber nicht
.., dem ſogenannten Molekularvolumen, multipliciert. Setzen wir nun das Atomgewicht


