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weiter teilbaren, für die verſchiedenen Elemente verſchieden ſchweren, aber für dasſelbe Element unter ſich gleichen Atomen ſtatuierte. Indem man die durch chemiſche Analyſen und Syntheſen gefundenen, auf Waſſer⸗ ſtoff= 1 bezogenen Aquivalentgewichte(Verbindungsgewichte) mit den relativen Gewichten dieſer Dalton'ſchen Atome identificierte, erhielt man die Atomgewichte der älteren Chemie(I— 1,0— 8, C= 6, Cl= 35,5 u. ſ. f.). Um dieſelbe Zeit(Anfang des 19. Jahrhunderts) hatten Alexander v. Humboldt und Gay⸗Lüſſac Unterſuchungen über die Volumzuſammenſetzung einiger chemiſchen Verbindungen im Gaszuſtande angeſtellt, und Gay⸗Lüſſac hatte die nach ihm benannten 2 Volumgeſetze aufgeſtellt: 1) Die chemiſchen Elemente vereinigen ſich im Gaszuſtande in einfachen Volumverhältaiſſen(1:1, 1:2, 1:3 u. ſ. w.). 2) Das Volum der entſtandenen Verbindung im Gaszuſtand ſteht in einfachem Verhältnis zu den Volumen der jene Verbindung eingehenden gasförmigen Elemente. So verbinden ſich 1 Vol. Waſſer⸗ ſtoffgas und 1 Vol. Chlorgas zu 2 Vol. gasförmiger Salzſäure, und ebenſo verbinden ſich 2 Vol. Waſſer⸗ ſtoffgas mit 1 Vol. Sauerſtoffgas zu 2 Vol. gasförmigen Waſſers.
Die ſogenannten Halogene, Chlor, Brom, Jod, Fluor, verbinden ſich, wie durch das Beiſpiel der Salzſäure ſchon angedeutet wurde, mit Waſſerſtoff im Volumverhältnis 1:1. Da ſich nun außerdem wie bekannt, 1 Gewichtsteil Waſſerſtoff(1 Dalton'ſches Atom) mit 35,5 Gewichtsteilen Chlor(entſpre⸗ chend 1 Dalton'ſchem Atom), ebenſo mit 80 Gewichtsteilen Brom(1 Atom), 127 Gewichtsteilen Jod (1 Atom), 19 Gewichtsteilen Fluor(1 Atom) zu Chlorwaſſerſtoff, Bromwaſſerſtoff u. ſ. w. verbindet, ſo ergibt ſich mit Notwendigkeit, daß, wenn man das Gewicht der Volumeinheit Waſſerſtoff 1 ſetzt, man das Gewicht der Volumeinheit Chlor 35,5, der Volumeinheit Brom 80, der Volumeinheit Jod 127 und endlich der Volumeinheit Fluor 19 ſetzen muß. Das heißt aber nichts anderes, als daß das ſpecifiſche Gewicht der Halogene, bezogen auf Waſſerſtoff 1, mit den Verbindungsgewichten(Aquivalentgewichten oder Atomgewichten) der Halogene übereinſtimmt. Dieſer Schluß wird durch die praktiſche Beſtimmung der Dampfdichte oder des ſpecifiſchen Gewichtes der gasförmigen Halogene beſtätigt. Aus der Thatſache der Übereinſtimmung von ſpecifiſchem Gewicht und Atomgewicht der gasförmigen Halogene folgt nun weiter mit zwingender Notwendigkeit, daß, die Dalton'ſche Atomtheorie als richtig vorausgeſetzt, in glei⸗ chen Volumen der gasförmigen Elemente, H, Cl, Br, J, Fl eine gleiche Anzahl der Dalton'ſchen Atome vorhanden ſein muß. Denn nur unter dieſer Bedingung iſt jene Übereinſtimmung überhaupt möglich.
Soweit war nun alles gut. Als man aber die Sache ſich näher beſchaute, kam man zu einem Reſultat, bei dem man ſtutzig wurde und an der Richtigkeit der Dalton'ſchen Hypotheſe zu zweifeln an⸗ fing. Man ſagte ſich nämlich folgendes. Durch das Experiment findet man, daß 1 Vol. H und 1 Vol. Cl ſich zu 2 Vol. HCl⸗Gas verbinden. Es enthalte nun 1 Vol. H n. Dalton'ſche Atome. Dann ent⸗ hält 1 Vol. Cl ebenfalls n. Atome. Man hat alſo: 1 Volum H+ 1 Vol. Cl= 2 Vol. HCl und n. H+ n. Cl= n. HCl. 2 Vol. gasförmiger Salzſäure enthalten alſo n Teilchen der Verbindung HCl,
1 Vol. Salzſäure enthält folglich n Teilchen. Das heißt, 1 Vol. des zuſammengeſetzten Gaſes HOI.
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enthält nur halb ſoviele kleinſte Gasteilchen wie 1 Vol. H oder wie 1 Vol. Cl. Dieſer logiſche Schluß ſteht aber im ſchärfſten Widerſpruch zu der aus phyſikaliſchen Erſcheinungen nothwendig ſich er⸗ gebenden Annahme, zu dem ſogenannten, bereits mehrfach erwähnten Avogadvroſſchen Geſetze, daß bei gleichem Druck und gleicher Temperatur in dem gleichen Volumen aller Gaſe, auch der zuſammenge⸗ ſetzten, gleichviel phyſikaliſche Atome oder ſogenannte Moleküle ſich befinden müſſen. Dieſen Zwieſpalt der Natur konnte man ſich nicht erklären. Man ließ deshalb die Dalton'ſche Atomtheorie in der Chemie links liegen und begnügte ſich mit den Aquivalentformeln, die ja die qualitative und gewichtsquantitative Zuſammenſetzung der chemiſchen Verbindungen ſehr gut erkennen ließen. Um die Volumverhältniſſe kümmerte man ſich einfach nicht. Dies war die Epoche der älteren Chemie. Da begann gegen die Mitte unſeres Jahrhunderts der mächtige Aufſchwung der organiſchen Chemie oder der Chemie der Kohlenſtoff⸗ verbindungen, und Hand in Hand damit bereitete ſich eine vollſtändige Umwälzung auf dem Gebiete der theoretiſchen Chemie vor, als deren Frucht die heutige Molekulartheorie zu betrachten iſt.
Die moderne Chemie ließ ſich durch jenen, oben erwähnten anſcheinenden Widerſpruch nicht be⸗ irren, ſondern löſte den Widerſpruch, und zwar ſehr glücklich, durch folgende Hypotheſe: Man muß in der Chemie zweierlei kleinſte Teilchen unterſcheiden, MNoleküle und Atome
Die Moleküle ſind die kleinſten, für ſich exiſtenzfähig gedachten, mechaniſch nicht weiter teilbaren Deilchen eines Körpers, einerlei ob Elementes oder Verbindung. Sie ſind identiſch mit den phyſikaliſchen Atomen, bilden daher die kleinſten discreten Teilchen der Gaſe, und nur für ſie gilt das Avogadro'ſche Geſetz.


