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hunderts ſpielte und deſſen Leben wie Ende doch allen Zeitgenoſſen bekannt war. Ferner haben wir ge⸗ hört, daß am Ende des 13. Jahrhunderts die Sage ſchon als eine fertige von den Schriftſtellern er⸗ wähnt wird, alſo doch ſchon geraume Zeit vorher ausgebildet worden ſein mußte. Es wäre demnach das Jahr 1200 etwa als terminus ad quem(Endtermin) anzuſetzen. Nehmen wir daher den Zeitraum von 1000— 1200 als Entſtehungszeit der Mäuſeturmſage an, ſo wird dieſer Anſatz wohl keinem Einwand begegnen. Das würde auch gut zu der älteren Annahme ſtimmen, die die Zeit der Erbauung des Mäuſe⸗ turms vor das 13. Jahrhundert und zwar unter Erzbiſchof Willegis, alſo um das Jahr 1000 etwa, fallen läßt; dann wäre dies ebenfalls ein terminus a quo, wenn auch nicht zu beſtreiten iſt, daß die
Sage wohl ſchon völlig ausgebildet im Umlauf ſein konnte, ehe ſie an den Binger Mäuſeturm gehef⸗
te rde.
Die in Bälde zu veröffentlichende Fortſetzung dieſer Unterſuchung wird eine Überſicht der ver⸗ wandten deutſchen und außerdeutſchen Sagen bringen. Sie ſoll uns inſtand ſetzen, den tieferen Gehalt
der Sage zu erkennen und ihre Grundzüge aufzudecken, deren Alter in die graue Vorzeit der indoeuropä⸗ iſchen Urgemeinſchaft zurückreicht.
Berichtigung.
Auf Seite S iſt in der Abhandlung des Herrn Gottfried Erckmann, Abſatz 2, Zeile 1 ſtatt„Be⸗⸗ handlungen“ zu leſen:„Betrachtungen“.
Bingen, Druck von A. J. Pennrich.


