Güterzugweg Güterzuggeſchwindigkeit Güterzugzeit Kurierzugweg Kurierzuggeſchwindigkeit Kurierzugzeit
X 24 X 24 X+ 48 72 X+( 48 72 91 1
Wartezeit Gleichung
120 ⁸ 6 Güterzugzeit=Kurierzugzeit—Wartezeit X X 48 37
72
40
24 81,3 Kilometer.
Ganzer Weg
2. Atom und Molekül im chemiſchen Unterricht. Von Gottfried Erckmann.
Die Methode des chemiſchen Unterrichts iſt die inductive, der chemiſche Unterricht hat alſo vom Experiment auszugehen. Der chemiſche Unterricht darf ſich jedoch nicht mit dem Experiment begnügen, ſondern er muß, will er nicht zur bloſen Spielerei herabſinken, in der chemiſchen Theorie ein feſtes Rück⸗ grat zu gewinnen ſuchen, das dem Ganzen erſt Halt und Geſtalt verleiht. Erſt durch die Molekular⸗ theorie wird in das Chaos von chemiſchen Experimenten, die in bunter Folge dem Auge des Schülers⸗ vorgeführt werden, Ueberſichtlichkeit, Klarheit und Einheit gebracht. Daß die Atom⸗ und Molekulartheo⸗ rie von Seiten neuerer Phyſiker und Philoſophen vielfach angefochten wird, das thut ihrem Werte für den chemiſchen Unterricht keinen Eintrag. Denn der Hauptwert einer Theorie liegt meines Erachtens⸗ viel weniger in dem größeren oder geringeren Grad von Wohrſcheinlichkeit den ſie beſitzt, als vielmehr in ihrer Einfachheit und Verſtändlichkeit und beſonders in der Unterſtützung, die ſie dem denkenden und ordnenden, nach Ueberſicht und Einheit ringenden Menſchengeiſte gewährt. Wird nun auch die Bedeutung. der Atom⸗ und Molekulartheorie für den chemiſchen Unterricht wohl nirgends mehr verkannt, ſo ſcheint es⸗ mir doch, als ob die hiſtoriſche Seite dabei zu wenig berückſichtigt würde. Und doch iſt gerade die hiſto⸗ riſche Behandlung der Molekulartheorie vorzüglich geeignet, die ſcharfe Logik, die in dieſer Theorie ſteckt, dem Schüler zum Becwußtſein zu bringen. Zweck der folgenden Zeilen iſt es nun, eine kurze Darſtellung. der Molekulartheorie zu geben, die von der hiſtoriſchen Entwicklung der Begriffe„Atom“ und„Molekül“ ausgehend nur das Allernotwendigſte und in den Rahwen des Schulunterrichts Paſſende berückſichtigt.
Ich gehe bei meinen Behandlungen von den ſogenannten chemiſchen Symbolen und Formeln aus. Die chemiſchen Symbole, die Anfangsbuchſtaben der lateiniſchen Namen der Elemente, bezeichnen nicht blos die Subſtanz des betreffenden chemiſchen Körpers, ſondern drücken zugleich eine ganz beſtimmte re⸗ lative Gewichtsmenge desſelben aus. Die chemiſchen Formeln geben ein Bild von der qualitativen und. quantitativen Zuſammenſetzung einer chemiſchen Verbindung. Wir müſſen nun, da wir hiſtoriſch verfah⸗ ren wollen, zweierlei chemiſche Symbole und Formeln unterſcheiden, die älteren und die neueren. Die Symbole der älteren Chemie drücken ein ſogenanntes Aquivalent des betreffenden Elementes aus. Unter Aquivalent verſteht man in der älteren Chemie die kleinſten relativen Gewichtsmengen, in denen oder in⸗ deren Multiplen ſich die Elemente untereinander verbinden. Die Aquivalentgewichte, auch„ältere Atomge⸗ wichte“ genannt, werden bezogen auf das Aquivalentgewicht desjenigen Elementes, das mit dem kleinſten⸗ Gewichte in chemiſche Verbindungen eintritt, nämlich auf 1 Aquivalent Waſſerſtoff= 1. So bedeutet bei⸗


