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Es ist von einer Geröllschicht bedeckt, welche oft über 100 m*) Mächtigkeit besitzt. Das Land ist fruchtbar und für den Ackerbau geeignet. Im S, besonders südlich des Llanquihue-Sees treten große Sümpfe auf(fadis), vielleicht die UÜberreste dieses Sees. Von dem Aconcagua nach S erstrecken sich, von den Anden aus- gehend, eine Reihe von Querriegeln nach W durch das Längstal und zerteilen es auf diese Weise in eine Anzahl von einander getrennter Abteilungen. Ziemlich genau von N nach S sind diese trennenden Rücken von einer Reihe von Einsattelungen durchzogen, als deren Fortsetzung man das Längstal ansehen kann. So scheint dem älteren longitudinalen Talsystem ein jüngeres quergerichtetes aufgesetzt zu sein. Die Lage des älteren Längstales ist in der Reihe der Einsenkungen erkennbar. Der ganze für uns in Betracht kommende Teil hat nicht weniger als 200 m**) Meeres- höhe; im allgemeinen hält sich das Längstal in der Höhe von 50— 250 m**).
b) Der untergetauchte Teil des westlichen Längstales.
Ungleich wichtiger für uns ist der vom Meere bedeckte Teil des Längsgrabens. Unter 41° 30“ dringt der Ozean, die Küstenkordillere durchbrechend, tief in den Kontinent ein und überflutet so mit den inneren Meeren von Chiloë, dem Seno de Reloncavt und den Golfos de Ancud und von Corcovado das westliche Längstal. Der Typus der Küste, die als Längsküste im N eine ziemlich gerade, wenig vom Meridian abweichende Linie darstellt, ändert sich vollständig. Bis ans S-Ende des Kontinents(13 Breitengrade hindurch mit einer Länge von mehr als 1300 km) greift eine große Zahl von Fjorden, die den norwegischen nicht nur in ihrer äußeren topographischen Gestalt, sondern auch in ihrer Entstehungsweise ähneln, tief ins Land ein, unter 52⁰°0 8 sogar durch die ganze Andenmasse hindurch bis fast an den Rand des patagonischen Tafellandes. Im Moraleda-Kanal wird das Längstal immer schmäler und zieht sich zuletzt in der Form von 2 Längsrinnen zwischen hohen felsigen Inseln bis zu dem merkwürdigen Gletschersee San Rafael, wo der Zusammen- hang dieses Inlandwasserwegs durch den schmalen, niedrigen und sumpfbedeckten Isthmo de Ofqui unterbrochen wird. Südlich davon erstreckt sich das Tal durch den Golfo de Pefias und die engen Kanäle Messier, Smith u. s. w. nach S, bis es in den W-Eingang der Magalhäes-Straße einmündet und sich jenseits der Insel Dawson in dem Admiralitätssund und dem Lago Fagnano fortsetzt. Die Gleichförmigkeit der Küstenlinie im N wird von 41° 30“ S an durch eine außerordentlich starke Gliederung derselben ersetzt. Durch die nach NO und 80 eindringenden Buchten— ensenadas, in Chile fälschlich esteros genannt, die sich als untergetauchte Kordillerentäler darstellen,— wird eine typische Fjordküste geschaffen. Charakteristisch ist dabei das eigentümliche Abbrechen der Küstenlinie in rechtwinkligen Zacken. Dieser Teil zeichnet sich dadurch aus, daß die Kordillere unmittelbar ohne Vorland ans Meer tritt. Die Folge davon ist, daß sich die Küste überall außerordentlich steil aus dem Meere erhebt. Sie ist mit Urwald bedeckt, der nach 8 zu durch Gletscher ersetzt wird. Die glatten Küstenwände, die wie vielfach an Fjorden aus harten Ge- steinen bestehen(Granit-, Syenit- und Basalt-Durchbrüche), sind ungangbar und lassen
*) R. A. Philippi, Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1806 p. 52. **) Karte v. C. Martin, Petermanns Mitteilungen 19001 Tafel 2. *r*) Sievers, Süd- und Mittel-Amerika, p. 338.


