Aufsatz 
Der Bau des südamerikanischen Festlandes südlich von 40° S
Entstehung
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sich jedoch ganz wesentlich von der der Alpen. Nördlich von 38° finden sich fast nur Gletscher 2. Ordnung(Karren- oder Hängegletscher), jedenfalls eine Folge der außerordentlich steilen Abhänge, vielleicht auch in 2. Linie der geringen Niederschlags- menge. Nur ausnahmsweise trifft man, namentlich in dem südlicheren Abschnitt bis 46°, auf Gletscher 1. Ordnung(Talgletscher). Die Mächtigkeit der Gletscher nimmt aber von 40⁰°nach S schnell zu. Während im N die Eisbedeckung nur auf die höheren Berge beschränkt ist, sind im 8 ganze Massive und Bergmassen vergletschert. Südlich von 460° füllen ungeheure Schneefelder und Gletscher alle Lücken und Senken der mehr und mehr eine zusammenhängende Masse bildenden Kordilleren aus und bilden so eine Art Inlandeis, von dem gewaltige Gletscherzungen nach W bis zum Meeresspiegel oder bis in dessen Nähe herabsteigen. Am Istmo de Ofqui zieht sich eine über 1000 m hohe, viele Kilometer lange Eismasse hin, die von den riesigen Firnfeldern des Monte San Valentin gespeist wird. Von ihr zieht der ca. 12 km lange, 1,8 km breite*) San Rafael-Gletscher herab und erstreckt sich ca. 8 km**) weit in den Lago San Rafael hinein, wo sein Fuß ca. 100 m***) hoch senkrecht zum Wasser abfällt. Gewaltige Eisblöcke brechen unter donnerartigem Krachen ab, schwimmen auf dem See umher und treten durch den der Ebbe und Flut unter- worfenen Kanal des Rio Témpanos in den Seno de Elefantes ein. Auf der ganzen Erde erreicht kein anderer Gletscher in so niederer Breite(46° 30 d. h. in der Breite der Schweiz) das Meer. Südlich von 480° wiederholen sich diese Erscheinungen noch öfter. Besonders in den Kanälen Peel und Eyre dringen Gletscherzungen bis ans Meer und erfüllen mit den abbrechenden Eisbergen die inneren Kanäle. Im nord- östlichsten Winkel des Puyuhuapi-Kanals endigt ein Gletscher in kurzer Entfernung vom Meeresspiegel in einer Höhe von ca. 50 m). Ebenso erstreckt sich am N-Ende des Estero Pillan, der zum Palena-Fjord gehört, ein Gletscher bis in die Nähe der Küste. Wie schon erwähnt wurde, reicht der Gletscher, aus dem der Rio Corcorado entspringt, bis 600 m herab. Auf der O-Seite liegt die Grenze der Gletscherzungen etwas höher. Unter 50° S endigen die Gletscher in ca. 200 m Meereshöhe, während sie in W in derselben Breite das Meer erreichen. Die großen Seen auf der O-Seite, wie z. B. der Lago Argentino, sind ebenfalls mit den Eisbergen bedeckt, die von den bis zu ihrem Spiegel herabreichenden Gletschern herrühren. Wir finden also auch hier das Gesetz bestätigt, daß die Schneegrenze und die Gletscherenden auf der feuchten Luvseite des Gebirges weiter herabzieht als an der trockenen Leeseite.

2. Das westliche chilenische Längstal. a) Der Bau des überseeischen Teils(bis 41 ½ 8).

UÜber den zwischen der Cordillera de los Andes und der Küstenkordillere liegenden überseeischen Teil des westlichen Längstales ist im Rahmen dieser Arbeit nur wenig zu sagen.

*) Petermanns Mitteilungen, 24. p. 461. **) Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1900 No. 4 p. 206. ***) Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1900 No. 4 p. 206. ) H. Steffen, Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1900 No. 4 p. 205.